Siamesische Kampffische
Ein beliebter Zeitvertreib einiger Thais ist das Wetten auf Kämpfe mit Tieren. Hierzu gehört auch ein Duell zwischen zweier siamesischer Kampffische. Es gibt zwei Arten dieser Fischart, die in Thailand lukpah und lukmoh heißen. Diese Fischart lebt in Teichen, in einigen Kanälen und in den Sümpfen Thailands. Sie ernähren sich von Plankton und Moskitolarven.
Gegenüber dem weiblichen Fisch, ist der männliche größer und farbenprächtiger. Der siamesische Kampffisch ist bis zu 7 cm lang, hat gesprenkelte Farben in Blau, Rot und Purpur und unverhältnismäßig große Flossen, die wie feine Fächer auf Rücken, Bauch und Schwanz wirken. Nach sechs bis sieben Monaten Wachstum ist der männliche Fisch bereit zu kämpfen. Deshalb wird auch nur der männliche Fisch für diese Kämpfe eingefangen. Aber es gibt auch Züchter, die entweder von der Zucht dieser Fische oder von den Wetteinsätzen ganz gut leben sollen.
Vor einem Fischkampf bringen die Züchter zunächst ihre kleinen und schönen Kampffische in Gläsern mit; jeweils ein Prachtexemplar in einem Glas. Diese werden zuerst gegenübergestellt, um die Reaktion und Kampfbereitschaft der beiden Fische zu beobachten. Sind die Wetten abgeschlossen, holt man die Fische aus ihren Glasbehältern und setzt sie gemeinsam und langsam in einem größeren mit Wasser gefüllten Glasbehälter
In der Natur, in eine offenen Gewässer, hätte jeder männliche Fisch ein eigenes Revier und würde auch sein Revier verteidigen. Ein schwächerer Fisch könnte sich verstecken oder fliehen. Doch in diesem sehr kleinen Behältnis gibt es keine Fluchtmöglichkeit. Instinktiv sind die Fische sofort gereizt und ihre Körper zittern aufgeregt und kampbereit. Dann geht es um Leben und Tod, da es nur ein kleines Revier gibt, das jeder verteidigen will.
Innerhalb weniger Sekunden gehen sie aufeinander los und beginnen sich aggressiv zu beißen, wobei Flossen, Schuppen und Schwänze abgebissen und Fleischstücke herausgerissen werden können und die Kiefer sich ineinander verkeilen. Es ist ein Kampf bis zum Tod, der oft schnell oder erst nach einer Stunde eintreten kann. Gewonnen hat der Fisch, der den Kampf überlebt hat. Oft ist auch der Sieger nach einem Kampf derart verletzt, dass dieser Stunden später ebenfalls stirbt. Die Fische, die kaum verletzt werden und öfters antreten können sind die hoch gewetteten Champions
Weil die meisten Fische verstümmelt werden und keine dauerhafte Überlebenschancen haben, wurde diese makabre Sportart schon lange in Bangkok verboten. Aber es ist auch kaum möglich, illegale Fischkämpfe in der Großstadt Bangkok zu kontrollieren. In den Provinzen ist der Fischkampf noch nicht verboten, wo auch solche Fischkämpfe weiter gepflegt werden.
Kampffische kann man mit etwas Glück auf einigen Wochenendmärkten in Bangkok sehen oder in speziellen Geschäften für Aquaristik erhalten. Sie werden gern ein einzelnen Glasbehälter oder kleinen Aquarien gehalten. Selbst in größeren Aquarien sollte man maximal zwei Männchen halten. |