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Thailand Info  · Vermischte Informationen, Berichte und Reportagen
Letzte Aktualisierung: 07.02.2010
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Ein thailändisches Märchen

Der Herrscher eines großen Königreiches wünschte sich schon lange einen Sohn als Nachfolger, doch seine Frau gebar statt einen Sohn eine Seemuschel. Die Wahrsager des Königs sehen darin ein ungutes Zeichen für das Königreich, so dass die Königin und die Seemuschel verbannt werden.

Nach langer Suche finden sie Zuflucht in einem fremden Königreich bei einfachen Menschen auf dem Land. Der Sohn, der aus der Muschel entschlüpft ist, erhält den Namen Sang und wächst hier frei auf. Eines Tages jedoch erfährt der König von der Existenz seines Sohnes. Um die mögliche Schmach zu entgehen, beschließt er ihn in einem Fluss zu ertränken. Ein Naga-König aus der Unterwelt rettet diesen jedoch rechtzeitig aus den Wasserfluten und gibt ihn Panturat, einem weiblichen Ungeheuer, in Pflegschaft. Sie möchte den Jungen nicht erschrecken und nutzt ihre magischen Kräfte, um eine menschliche Gestalt anzunehmen. Doch als der Junge älter wird, durchschaut ihr Adoptivsohn, Prinz Sang, ihr Doppelspiel und entdeckt ihre magischen Kräfte und Hilfsmittel, mit denen sie Wunder vollbringen kann.

Im Alter von 15 Jahren führt ihn seine Adoptivmutter zum goldenen Zauberbrunnen. Als der Prinz dort badete, bekam seine Haut einen goldenen Glanz. Dies passierte aber nur bei Menschen von besonderer Herkunft, und Panturat riet ihm, solange er in Gefahr war, dies zu verbergen. Geschickt verbirgt er seine goldene Haut unter einer alten, zerlumpten Ngo-Verkleidung, der typischen Kleidung der Waldmenschen. Im Laufe der Zeit weiht Panturat den jungen Prinzen in vielen magischen Geheimnisse ein und liebt ihn wie ihren eigenen Sohn. Eines Tages jedoch hat Prinz Sang Sehnsucht die Welt kennen zu lernen, und heimlich macht er sich auf und verschwindet mit Hilfe eines Zauberstabes seiner Adoptivmutter durch die Lüfte. Auch nimmt er magische Schuhe mit, die die Gabe haben ihn unverwundbar zu machen, und so vor Gefahren in der fremden Welt schützen.

Panturat aber entdeckt das Verschwinden des Prinzen und der magischen Dinge, und nimmt sorgenvoll die Suche nach ihm auf. Als sie sich auf einen Gipfel schließlich begegnen, empfindet der Prinz große Dankbarkeit gegenüber seiner Adoptivmutter. Doch die vielen Kenntnisse in den magischen Geheimnissen, die der Prinz erlangte, machte es beiden unmöglich weiterhin miteinander zu leben. Obwohl Panturat die Trennung großen Schmerz bereitet, gibt sie aus Liebe zu ihrem Adoptivsohn noch ihr letztes magisches Wissen preis, bevor sie an gebrochenem Herzen stirbt. Der magische Zauberspruch, den sie ihn verrät, befähigt Prinz Sang nun, alle Fische im Wasser und alle Tiere des Waldes um sich zu versammeln. Auch rät sie ihm noch, das er den Wald nicht verlassen sollte.

Trotz seiner magischen Kräfte lebte Prinz Sang unerkannt unter den Waldmenschen weiter und reift zum stattlichen jungen Mann heran. Er verkleidet sich weiterhin als hässlicher Waldmensch in zerlumpter Kleidung und verbirgt geschickt seine goldene Haut.

Eines Tages wurde kund getan, das der Herrscher des Königreiches sieben hübsche Töchter im heiratsfähigen Alter hat. Alle Männer mit edlem Blut versammeln sich am Königshof, um von den Prinzessinnen als künftige Ehegatten erwählt zu werden. Alle Königstöchter, bis auf Rochana, die jüngste aller Töchter, haben schließlich ihren Ehegatten ausgewählt. Doch die jüngste und schönste Tochter des Königs weigerte sich beharrlich zu heiraten. Selbst als alle Männer des Königreiches, bis auf die Ngo-Menschen, vorgestellt werden, trifft sie keine Wahl.

In seiner Hilflosigkeit ruft der König schließlich schweren Herzens auch die jungen heiratsfähigen Ngo-Männer zu sich. Als Rochana den verkleideten Prinzen Sang entdeckt, ihn in die Augen schaut und genau betrachtet, erkennt sie seine besondere Herkunft und beschließt, zum Entsetzen ihrer Eltern, ihn zu heiraten. Als beide vermählt waren, nahm Prinz Sang sie mit in den Wald und beiden lebten in einfachsten Verhältnissen. Doch nichts konnte ihre Liebe zueinander im Wege stehen.

Der König ist darüber sehr erbost und überlegt, wie er wohl am besten seine ungeliebten Schwiegersohn loswerden kann. Er schmiedet einen heimtückischen Plan und entschließt sich, dem Prinzen Sang eine Aufgabe zu stellen, in der Hoffnung, dass er sie unmöglich lösen kann. Zum Schein, damit Prinz Sang die List nicht bemerkt, fordert er von allen Schwiegersöhnen den Fang von hundert Fischen in kurzer Zeit. Wer diese Aufgabe nicht erfüllen konnte, dem drohte der Tod.

Prinz Sang nutzte seine magischen Kräfte, ruft alle Fische zusammen und hat im Nu die geforderten hundert Fische gefangen. Als die anderen Schwiegersöhne, müde von erfolglosen Fangversuchen, dieses bemerken, bitten sie Prinz Sang um seine Hilfe, da sie sonst sterben müssten. Prinz Sang wusste zu genau, das er sie nicht vertrauen konnte, und forderte von jedem Prinzen als Gegengabe die Nasespitze. Unter dem Zwang der Entscheidung zwischen Leben und Tod stimmen alle zu. Als die Schwiegersöhne, außer Prinz Sang, mit fehlender Nasenspitze zum König gingen um ihren Fang zu zeigen, war der König entsetzt. Als Prinz Sang als letzter seine hundert Fische dem König präsentierte, und der König die unverletzte Nase von Prinz Sang sieht, wusste er, das sein Plan fehlgeschlagen war und das sein ungeliebter Schweigersohn schlau seinen Plan durchschaute.

Er stellt den Prinzen erneut eine schwierige Aufgabe. Sie sollen zur Jagd gehen und mit reichlich Beute zum Königshof zurückkehren. Wieder nutzt Prinz Sang seine magischen Kräfte und schon nach kurzer Zeit versammeln sich alle Tiere des Waldes um ihn. Wieder sind die anderen Prinzen gezwungen, ihn um seine Hilfe zu bitten. Längst haben sie bemerkt, dass hier nur Zauberei im Spiel sein kann und fürchten sich vor dem Prinzen Sang. Diesmal fordert Prinz Sang als Gegenleistung von jedem ein Ohrläppchen. Und wieder ist das Vorhaben des Königs gescheitert, und Prinz Sang gibt sich noch immer nicht unter seiner hässlichen Ngo-Verkleidung zu erkennen.

Nun hat jedoch der vieläugige Gott Indra Mitleid mit der leidenden jungen Prinzessin Rochana, die voller Sorgen um ihren Gemahl bangt. Deshalb fordert er den König zu einem Polospiel heraus. Demjenigen soll das Königreich gehören, der dieses Spiel gewinnt. Der König befiehlt allen Schwiegersöhnen, bis auf den verhassten Prinz Sang, gegen den Gott Indra zu spielen und zu gewinnen. Doch sie waren so ungeschickt im Spiel, das dass Spiel schnell zu Gunsten des Gottes entschieden war. Der ganze anwesende Königshof ist entsetzt.

Gott Indra gibt den König eine letzte Chance und mit schwerem Herzen bittet er den ungeliebten Prinz Sang das Königreich zu retten und den König beim Polospiel zu vertreten. Prinz Sang lässt seine Ngo-Verkleidung fallen und erscheint zum Erstaunen aller Anwesenden in seiner wahren Gestalt und alle sehen seine goldfarbene Haut. Er liefert, dank seiner magischen Kräfte, dem Gott Indra ein glänzendes Spiel, sowohl auf der Erde als auch in der Lüften und treibt am Ende Gott Indra wieder in den Himmel. Zufrieden und mit einem Lächeln entschwindet Gott Indra, da er durch seine List die Ungerechtigkeit beendet hat, und Prinz Sang kehrte zufrieden auf die Erde zurück. Der König ist über diese Wende derart erfreut, dass er seinen verstoßenden Schwiegersohn und seine jüngste Tochter in die Arme schließt und Prinz Sang als seine Nachfolger ernennt.

Hinweis:

Dieses thailändische Märchen wird heute noch in Theatern als traditionelle Tanzaufführung vorgetragen.

 
 
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