Thai-Martin erzählt von seiner Insel
Wie ein deutscher Rentner überwintert
Der 'Thai-Martin' ist der bekannteste deutsche Tourist am Karon-Beach auf der traumhaften Ferieninsel Phuket. Martin Höhle (90) kommt seit genau 20 Jahren stets im Winter zu dieser Bucht, die etwa drei bis vier Km lang ist.
Und er lässt sich Zeit für den Urlaub: Von Ende November bis Anfang Mai überwintert Höhle auf dem Eiland. Zusammengerechnet lebt der Senior inzwischen schon seit über zehn Jahren auf der Thailändischen Insel Phuket. "Wenn die letzten Zugvögel Deutschland verlassen, reise auch ich ab." Erklärt er. "Ich wohne in einem einfachem Hotel für 350,- Baht die Nacht" (etwa 10,€ ).
Der große Naturfreund Martin hat eine äußerst positive Lebenseinstellung, lacht gerne und ist bei den Thais sehr beliebt. Die Gründe für seine gute Laune sind nachvollziehbar: "Sobald ich wieder zwei Tage auf 'meiner Insel' bin, lebe ich auf. Das gleichmäßige Klima (25-30°C) hält mich jung, alle kleinen Alltags-Wehwehchen sind wie verflogen. Ich esse hier jeden Tag einige Bananen - die stimmen mich fröhlich, in dieser Frucht sind Substanzen, die irgendwie gute Laune machen!"
Die Insel wirkt ganz offensichtlich gesundheitsfördernd: "Ich trinke viele Natursäfte. Zwei Mal in der Woche lasse ich mich am Strand massieren, das tut meiner Durchblutung gut. Außerdem schwimme ich jeden Tag eine Stunde und esse viel Fisch. Als ich einmal einen Hexenschuss hatte, brachte mich ein Freund zu einem Mönch, der auch Heilpraktiker ist. Nach einer Stunde Muskelmassage mit Kokosnuss-Öl konnte ich wieder schmerzfrei laufen. Von Chemie-Medizin halte ich dagegen Nix." So der rüstige Ex-Autoverkäufer aus dem Neandertal bei Erkrath.
"Doch mein größtes Werk habe ich einem von den Thais für tot Erklärten zu verdanken." Diese rätselhafte Aussage wird von Höhle sogleich erklärt: "Der Deutsche hatte mit seinem Motorbike einen Unfall und lag leblos und blutig am Straßenrand. Ich fühlte an seinem Puls, nachdem ein paar Einheimische schon dachten, dass da nichts mehr zu machen sei, und ich spürte noch Leben. Ich fuhr ihn sofort mit meinem 'Tuk Tuk' ins nahe Krankenhaus. Er wurde gerettet, und als Dank bekam ich von ihm ein thailändisches Langboot geschenkt. Das baute ich in einigen Monaten zum Rettungsboot um und verankerte es am Ende des Karon-Beach einige hundert Meter vom Strand entfernt, sozusagen als Rettungs-Insel - aber auch zum ausruhen. Ich habe mich dadurch bei den Touristen sehr beliebt gemacht" schmunzelt der Langurlauber. Natürlich heißt sein "Rettungsschiff" genau wie sein Liegestuhl am Strand: "Thai-Martin".
Auf die Frage, was er jetzt noch ändern würde, gibt er eine erstaunlich nüchterne Antwort: "Gerne würde ich eine komplette Reiseversicherung für mich abschließen, doch wenn die Versicherungsmakler mein Alter hören, werde ich immer abgelehnt. Das wird sich wohl kaum noch ändern."
© 2003 soboman@web.de , Foto: M. Sobottka
|