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Letzte Aktualisierung: 07.02.2010
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Vogelgrippe (Avian-Flu)

Bitte beachten Sie in jedem Fall den untenstehenden Haftungsausschluss.
Die Vogelgrippe ist eine Viruskrankheit, die überwiegend Vögel, vor allem Hühner und Puten befällt. Eine Übertragung vom Tier auf den Menschen ist selten, aber bei engem Kontakt zu infizierten Tieren möglich. Nach kurzer Pause breitete sich vor kurzem die Vogelgrippe erneut unter Geflügel in Asien aus. Erstmalig traten Anfang August 2004 in Vietnam wieder einzelne Erkrankungen beim Menschen auf.
Reisen in betroffene Länder werden zum gegenwärtigen Zeitpunkt als unbedenklich angesehen.
Der Kontakt mit Geflügel sollte jedoch vermieden werden.
Auch auf den Besuch von Tier- oder Geflügelmärkten sollte verzichtet werden.
Der Verzehr von Geflügelfleisch oder Eiern ist nach derzeitigem Wissensstand unbedenklich, wenn diese gut gekocht sind.

Das Virus

Die Vogelgrippe ist eine seit über 100 Jahren bekannte Erkrankung bei Vögeln, die weltweit verbreitet ist. Sie wird vom Influenza-A-Virus verursacht, das in 15 Unterarten (sog. H-Subtypen) vorkommt. Alle fünfzehn Subtypen können Vögel infizieren, wobei die auch als "Geflügelpest" bekannten schweren Ausbrüche durch die mit H5 und H7 bezeichneten Subtypen verursacht werden. Die Viren kommen in Zugvögeln, insbesondere Enten, häufig vor, die davon aber nicht oder nur geringfügig erkranken. Geflügel wie Hühner und Puten hingegen erweisen sich als sehr anfällig für die Erkrankung.
Auch bestimmte Säugetiere, z.B. Schweine, Pferde und der Mensch können sich mit diesen Influenza-Viren infizieren und daran erkranken. Erstmalig erkrankten im Februar 2004 in Thailand Raubkatzen in einem Zoo und einzelne Hauskatzen.
Die beim Menschen auftretenden Virustypen gehören den Subtypen H1, H2 und H3 an.

Übertragung

Seit 1997 ist bekannt, dass in seltenen Fällen bei intensivem Kontakt mit erkrankten Tieren auch Viren der Vogelgrippe auf den Menschen übertragbar sind. Das Virus ist vor allem im Kot infizierten Geflügels konzentriert. Die Übertragung auf den Menschen findet vermutlich hauptsächlich durch Inhalation virushaltiger Staubteilchen bzw. durch Kontakt bei mangelnder Händehygiene statt. In Hongkong wurden 1997 erstmalig 18 Infektionen des Subtyps H5N1 bei Tierhaltern nachgewiesen, von denen 6 verstarben. Bei einer anderen Art von Vogelgrippe (H7N7) kam es 2003 in den Niederlanden zu einem Ausbruch mit 89 Erkrankungen beim Menschen und einem tödlichen Verlauf. Auch hier fand die Übertragung durch direkten Tierkontakt statt. Bei beiden Ausbrüchen war es in Ausnahmefällen zu einer Übertragung von Mensch zu Mensch gekommen, bei der sich der weitere Krankheitsverlauf jedoch milde gestaltete.

Die Geflügelepidemie 2003/2004

Ende 2003 breitete sich erneut eine Vogelgrippe-Epidemie des Subtyps H5N1 in Asien aus, die zu einem Massensterben in Geflügelfarmen führte und China, Indonesien, Japan, Kambodscha, Laos, Südkorea, Thailand und Vietnam erfasste. In China soll, wie im August 2004 bekannt wurde, der gleiche Subtyp bereits 2003 bei Schweinen nachgewiesen worden sein. Im gleichen Monat wurden in Malaysia erstmalig Infektionen bei Geflügel bestätigt. Bei aus den USA, Kanada, Pakistan und Taiwan gemeldeten Ausbrüchen handelte es sich um andere Subtypen. Durch intensive seuchenhygienische Maßnahmen, u.a. Vernichten des gesamten Geflügelbestandes auf betroffenen Geflügelfarmen, schien die Epidemie in China und Vietnam Ende März und in Thailand Mitte Mai 2004 gestoppt. Bereits Ende Mai in Thailand und Anfang Juli 2004 in Vietnam und China kam es jedoch wieder zu Ausbrüchen auf Geflügelfarmen. Möglicherweise spielen Wildvögel bei der erneuten Verbreitung eine Rolle.

Erkrankungen beim Menschen

Die diesjährige H5N1 Geflügelepidemie führte in Vietnam und Thailand erstmalig wieder zu einzelnen Erkrankungen bei Menschen, bei denen dieser Virus-Subtyp ebenfalls nachgewiesen wurde. Die Erkrankung verläuft ähnlich wie eine schwere Grippe mit Fieber, Kopf- und Halsschmerzen, Gliederbeschwerden und Lungenentzündung. Insgesamt erkrankten bis Ende März 2004 in Thailand und Vietnam 34 Personen, von denen 23 verstarben. Bisher scheinen Kinder anfälliger, ohne dass es hierfür eine Erklärung gibt. Fast alle Infizierten hatten Kontakt zu erkrankten Tieren. In zwei Fällen konnte der Übertragungsweg nicht zweifelsfrei geklärt werden. Eine direkte Mensch zu Mensch Übertragung konnte bei diesen Erkrankungen nicht nachgewiesen werden.

Sorge bereitet Experten die Möglichkeit, dass eine gleichzeitige Infektion mit Vogel- und menschlichen Influenza A Viren im Menschen oder im Schwein zu einer Mischung des Erbmaterials der Viren führen könnte. Dieser Vorgang könnte zur Folge haben, dass das Virus leichter von Mensch zu Mensch übertragen wird mit der Gefahr größerer Epidemien unter den Menschen. Erstmalig seit dem ersten Quartal 2004 traten Anfang August in einer nördlichen und einer südlichen Provinz Vietnams wieder einzelne, bestätigte Erkrankungen an Vogelgrippe Subtyp H5N1 beim Menschen mit Todesfolge auf.

Behandlung

Von den bekannten, gegen Viren wirksamen Medikamenten haben wahrscheinlich nur sogenannte Neuraminidaseinhibitoren eine gewisse Wirksamkeit gegen den aktuellen Vogelgrippevirus. Eine allgemeine Behandlungsempfehlung lässt sich daraus jedoch noch nicht ableiten.

Gefährdung

Eine Gefährdung von Reisenden in die betroffenen Länder besteht gegenwärtig nicht

Vorbeugung

Die wichtigste Vorbeugemaßnahme besteht im Meiden von Geflügel in den betroffenen Ländern d.h. Verzicht auf Besuch von Tier- oder Geflügelmärkten. Das Virus wird durch Erhitzen abgetötet. Nach heutigem Wissensstand ist der Verzehr von gekochtem Geflügelfleisch oder Eiern unbedenklich. Inwieweit rohe Nahrungsmittel zu einer Übertragung führen können, ist bisher unklar. Generell wird als Vorsichtsmassnahme eine gründliche Händehygiene mit Wasser und Seife oder auch alkoholischen Händedesinfektionslösungen empfohlen.

Impfung

Die Influenzaimpfstoffe zur Vorbeugung der menschlichen Grippe sind zwar nicht gegen Vogelgrippe wirksam, werden aber epfohlen, um einen gleichzeitigen Befall von menschlichen und tierischen Influenza-Viren zu verhindern. Die Impfung gegen menschliche Grippe verhindert auch eine Erkrankung, die bei Aufenthalt in Asien bzw. Rückkehr nach Europa fälschlich für eine Vogelgrippe gehalten werden könnte. An einem neuen, auch gegen Vogelgrippe wirksamen Impfstoff für den Menschen wird intensiv gearbeitet.

Internet

Weitere Informationen sind auf folgenden Web-Seiten erhältlich:
Robert-Koch-Institut: www.rki.de 
Weltgesundheitsorganisation: www.who.int 
Center for Disease Control: www.cdc.gov 

Quelle: http://www.auswaertiges-amt.de/ 
 
 
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