Gesundheit bei der Auslandsreise
von Axel Ertelt ©
Die Gesundheit bei der Auslandsreise sollte Ihnen nicht gleichgültig sein. Zwar scheinen auf den ersten Blick die großen Epidemiekrankheiten, die noch in den letzten Jahrhunderten häufig zig Tausende Menschenleben forderten, wie die Pest und Cholera, ausgerottet zu sein, doch der Schein trügt.
Vor allem Tropenreisende sollten die so genannten Tropenkrankheiten nicht unterschätzen und sich diesbezüglich gut vorbereiten. Auch Thailand zählt zu den Tropenländern, in dem manche gesundheitliche Gefahr lauern kann. Vor allem die ländlichen Gebiete im Norden und die grenznahen Bereiche nach Kambodscha im Osten und Myanmar im Westen zählen zu den Malariagebieten. Das ist vor allem deshalb ein Risiko, weil die Malariaerreger inzwischen gegen die altbekannten Mittel wie beispielsweise Resochin weitgehend resistent geworden sind.
In Thailand ist derzeit zwar keine Impfung vorgeschrieben (außer, man kommt aus gefährdeten Gebieten), doch wird ein allgemeiner Schutz von den Tropeninstituten dringend empfohlen. Vor allem die Malaria- und Hepatitis-Fälle stiegen in den letzten Jahren auch bei deutschen Urlaubern drastisch an. Schuld daran sind zum Großteil auch die Last-Minute-Reisen. Manch einer kommt mit dem Gepäck zum Flughafen und hofft darauf ein gutes Schnäppchen zu machen und sofort abfliegen zu können. Da man dabei nie weiß, wohin es geht, bleibt für gesundheitliche Vorbeugemaßnahmen keine Zeit mehr. So muss eine Malariaprophylaxe eine Woche vor Reiseantritt begonnen werden, um wirksam zu sein. Sonst ist man der Malaria anfangs völlig ungeschützt ausgeliefert.
Empfohlen werden als Malariaprophylaxe Lariam-Tabletten (oder gleichwertiges). Das ist nicht billig und kann für eine dreiköpfige Familie je nach Dauer des Urlaubs 100 bis 150 Euro kosten, die von den gesetzlichen Krankenkassen nicht getragen werden. Doch diese Kosten sollte niemand scheuen, denn eine Malariainfektion wird teurer und kann sogar das Leben kosten.
Planen Sie Ihre Reise also genau - und vor allem rechtzeitig. Sprechen Sie unbedingt vor der Reise mit Ihrem Hausarzt wegen möglicher Risiken, Gefahren und den entsprechenden Vorbeugemaßnahmen. Bei einer Tropenreise holen Sie sich möglichst den Rat eines Tropeninstitutes oder Gesundheitsamtes ein, denn die sind immer auf dem aktuellsten Stand des Geschehens und medizinischen Vorsorge. Vorbeugen ist besser, als dass Ihnen eine Tropenkrankheit (vielleicht nicht nur) den Urlaub versaut.
Zu den wichtigsten Schutz- bzw. Vorbeugemaßnahmen gehören auch ein ausreichender Impfschutz gegen Tetanus (Wundstarrkrampf) und Poliomyelitis (Kinderlähmung). Letztere kann auch Erwachsene noch treffen und ist selbst in Thailand noch nicht ausgerottet!
Auch die Reiseapotheke sollte gut vorbereitet werden. Die Reiseapotheken, die mancher Pharmakonzern anbietet, sind nicht komplett und oft genug auch noch teurer, als wenn man die darin enthaltenen Mittel einzeln kaufen würde. Darum stellen Sie sich Ihre Reiseapotheke nach Rücksprache mit Ihrem Hausarzt individuell zusammen. Bei Reisen in die Tropen sollten Sie möglichst Medikamente verwenden, die nicht im Wasser aufgelöst werden müssen, da reines Wasser häufig Mangelware sein kann und verschmutztes Wasser weitere Krankheiten verursachen kann. Vergessen Sie vor allem nicht die Medikamente, die sie eventuell regelmäßig einnehmen müssen.
In die Reiseapotheke gehören Mittel für eine Wundversorgung und vorbeugende und behandelnde Mittel für Sonnenbrand (der kann Hautkrebs verursachen!) und Insektenstiche. Auch Schmerz-, Fiebermittel und Tabletten für Erkältungskrankheiten (kann man sich in heißen Ländern bei Klimaanlagen sehr schnell einfangen) ist ratsam und sinnvoll; ein Fieberthermometer oft hilfreich.
Hat es Sie trotz aller Vorsicht einmal erwischt, egal ob Krankheit oder Verletzung, ist natürlich ein ausreichender Krankenversicherungsschutz gefragt, damit Sie nach dem Urlaub nicht zum Sozialfall werden.
In Thailand und dem restlichen Asien ist Ihre soziale Krankenversicherung (= gesetzliche Krankenkassen) völlig wertlos, da diese keine Kosten übernehmen (von Gesetz wegen dies auch gar nicht können/dürfen). Auch wenn Sie privat, bei einer Versicherungsgesellschaft, krankenversichert sind, sollten Sie sich unter Nennung des Reisezieles und der möglichen Transitländer bei Ihrer Versicherung genau nach dem Versicherungsschutz erkundigen. Nicht alle übernehmen die Kosten beispielsweise außerhalb von Europa, die es doch tun, häufig nur für eine begrenzte Zeitdauer. Eine private Auslandskrankenversicherung gehört also in jedem Fall abgeschlossen. Solche gibt es als Familienversicherungen bereits ab ca. 40 Mark im Jahr. Sie ist auch als Ergänzung sinnvoll, da sie Kosten übernimmt, die durch die Krankenkassen (auch in der EU) oder die privaten Krankenversicherer nicht abgedeckt sind. Doch achten Sie auch hier genau auf die Bedingungen (das Kleingedruckte), bevor sie die Versicherung abschließen. Im Zweifelsfall nachfragen und schriftlich bestätigen lassen!
Manche Auslandskrankenversicherer haben Ausschlussklauseln. Zu den beliebtesten gehören Sportunfälle bei Personen, die sich beim Auslandsaufenthalt sportlich betätigen - insbesondere Sportler, die an Wettkämpfen teilnehmen. Häufig werden auch Kosten für Krankheiten nicht erstattet, die bereits vor Reiseantritt vorhanden waren. Auch für Frauen, die während ihrer Schwangerschaft Urlaub machen werden Kosten manchmal nicht übernommen, die bei den Krankheiten oder Problemen auftreten, die durch die Schwangerschaft bedingt sind.
Ein großes Problem ist für uns von besonderem Interesse: Manche Auslandskrankenversicherung hat die Ausschlussklausel, wobei das bereiste Land (hier z.B. Thailand) für Staatsangehörige des bereisten Landes (hier Thais) nicht als Ausland zählt, wenn der Reisende die dortige Staatsbürgerschaft besitzt. Das wären dann in unserem Beispiel vor allem die thailändischen Ehefrauen deutscher Männer, die nach Thailand fliegen: Heimatland zählt nicht als Ausland - auch dann nicht, wenn man ständig in einem anderen Land lebt! (Gilt nicht für die Thai-Frauen mit deutscher Staatsbürgerschaft.) Werden diese dort krank oder erleiden einen Unfall, übernimmt die Versicherung nichts und alles muss privat, aus eigener Tasche, bezahlt werden. Das kann unter Umständen ganz schön teuer werden.
Achten Sie also beim Abschluss einer Versicherung genau auf mögliche Ausschlussklauseln. Es gibt auch genügend Versicherer, die auch dann bezahlen, wenn man die Staatsbürgerschaft des bereisten Landes hat.
Deutsche Staatsbürger können zu diesem Thema das PKV-Info „Auslandsreise-Krankenversicherung" beim Verband der privaten Krankenversicherung e.V., Postfach 511040, 50946 Köln, anfordern. Das Info-Heft informiert Sie allgemein zum Thema und enthält eine Liste entsprechender Versicherer. SchweizerInnen informieren sich bitte bei der ELVIA Reiseversicherungs-Gesellschaft, Hagenholzstr. 85b, Postfach 5562, 8050 Zürich, 044 2833111.
Checkliste für die Reiseapotheke
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