In Bangkok werden ein deutscher und ein amerikanischer Wissenschaftler von König Bhumibol ausgezeichnet
Die Ehrung selbst ist keine große Überraschung mehr, da die Namen der beiden Preisträger schon seit Anfang Dezember fest stehen. Doch die offizielle, glanzvolle Zeremonie im Königspalast von Thailands Hauptstadt Bangkok gerät stets zu einem besonders feierlichen Ereignis: Am Donnerstag, den 27. Januar, wird König Bhumibol im Beisein von Königin Sirikit und Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn die Wissenschaftler Professor Norman Sartorius und Professor Jonathan M. Samet mit einem Empfang und herrschaftlichem Banquette ehren. Sie waren von 60 internationalen, angesehenen Ärzten und Forschern für die Verleihung des „Prince Mahidol Awards“ vorgeschlagen worden.
Die Auszeichnung wurde vor über zehn Jahren in Gedenken an den verstorbenen Prinzen Mahidol von Songkhla - dem Vater des modernen, thailändischen Gesundheitswesens - ins Leben gerufen und wird alljährlich an verdiente Wissenschaftler vergeben, die zur Verbesserung des Gesundheitswesens in der Welt beitragen. Die Verleihung des „Prince Mahidol Awards“ ist mit einer Prämie von 50.000 US-Dollar verbunden. Die beiden Preisträger haben sich in außergewöhnlichem Maß in den Bereichen Medizin und öffentliches Gesundheitswesen verdient gemacht und sich intensiv mit der Problematik mentaler Störungen beschäftigt. Von diesen werden - nach einer internationalen Studie - rund 25 Prozent der Menschen während ihres Lebens heimgesucht.
Der Deutsche Norman Sartorius ist Professor für Psychologie an der Universität Genf - und gilt als Kapazität auf dem Feld der internationalen., mentalen Gesundheit. Nach seinem Studium der Medizin in Zagreb und ausgiebigen Erfahrungen in der Psychiatrie begann er 1967 für die Weltgesundheits-Organisation WHO zu arbeiten - wobei er schwerpunktmäßig in Südostasien eingesetzt wurde. Später arbeitete er unter anderem 20 Jahre lang als Direktor der WHO-Abteilung für mentale Gesundheit. Der Amerikaner Jonathan Samet fungiert - nach seiner Ausbildung an den bekannten Universitäten von Havard und Rochester - als Professor und Chairman der Epidemiologie an der „John Hopkins Bloomberg School for Public Health“ in Baltimore.