Willy Kothny bietet seine Hilfe an
Säbelfechter Wiradech „Willi“ Kothny ist nach Phuket geflogen. Gestern hatte er der Deutsche Botschaft seine Hilfe angeboten, jetzt ist er dorthin zurückgekehrt, wo er vor drei Wochen mit dem ZDF einen Krimi drehte. Doch statt Palmen Meer und leichtes Leben, Tod und Verwüstung, Autowraks zwischen zerborstenen Liegestühlen, Hotels und Restaurants einfach weggespült... Verwesungsgeruch. Wiradech wird Deutschen Touristen helfen, die sich an die „Aussenstelle Phuket der Deutschen Botschaft wenden. Viele von ihnen sind ohne Geld, ohne Papiere, ohne Kleider - Manche suchen Angehörige. Viele wollen nach Deutschland zurück.
Willi verzweifelt aber nicht mutlos
Willi Kothny hat sich mittlerweile einem Internationalen Ärzteteam ISR (International Search and Rescue) angeschlossen. Dieses Team mit rund 50 Ärzten baut ein flächendeckendes Netzt zur Versorgung der Bevölkerung auf, insbesondere auch, um der Seuchengefahr zu begegnen. Zur Zeit ist er mit einem Konvoi zum Flughafen unterwegs, um medizinisches Equipment abzuholen. Seine Job ist es jetzt, mit seinem Sprachkenntnissen mit Thai-Behörden zu verhandeln und Kontakte mit örtlichen Hilfskräften aufzunehmen, das Team mit seien Ortskenntnissen zu unterstützen .
Nach der Depression gestern ist Willi wieder optimistisch: "Jetzt endlich klappt es endlich mit der Hilfe"
Lausanne: Inzwischen hat auch der Pressesprechers des Internationalen Fechtverbandes FIE, Jochen Färberan Willi einen Brief geschrieben und seine Hilfe zugesagt:
Phuket: „Man könnte verzweifeln, wenn man die Not sieht und die Hilflosigkeit“ klagt Willi am Telefon. „Heute habe ich eine deutsche Notärztin des Technischen Hilfswerkes nach Khao Lak begleitet. Sie sollte feststellen, wie groß die Seuchengefahr ist. Bei der Hitze sicher gross, denn die Leichen blähen sich auf und platzen nach rund 72 Stunden. Das Trinkwasser ist in Gefahr. Eigentlich müssten die Kadaver verbrannt werden, aber nach den Bestimmungen der WHO sollten unidentifizierte Körper noch mindestens 100 Tage aufbewahrt werden. Aber wo?
Nach dem Einsatz in Khao Lak bin ich ins Hotel. Matin aus Koblenz hatte mir einen Stadtplan von Phuket und Umgebung gemailt. Ich will nochmals alle Krankenhäuser abklappern und alle Deutschen Überlebenden dort in einer Liste zusammenfassen. Ich will sie bei der Aussenstelle der Botschaft vorbeibringen. Dort sagte man mir, dass dies noch vor 20 Uhr geschehen müssen, weil dann bis zum Morgen niemand da sei, der die Liste entgegennehmen kann.
Zwischendurch transportiere ich Verletzte von den Krankenhäusern zum Flugplatz. Dabei versuchen Taxis auch noch ein Geschäft zu machen, indem sie überhöhte Fahrpreise nehmen – Ich habe jetzt ein Motorrad gemietet, denn mit dem Auto kommt man nicht überall durch. Leider habe ich immer noch keine Antwort von der Deutschen Botschaft, dass ich als offizieller Helfer zugelassen bin. Das erschwert die Arbeit, weil ich laufend mit Thai-Behörden diskutieren muss, ehe ich Listen oder Dokumente einsehen kann um zu helfen. Und dabei fehlt es der Botschaft hinten und vorne an Personal.
Auch das Auswärtige Amt hat auf das Angebot, mich als offiziellen deutschen Helfer zu nominieren nicht reagiert. Vermutlich können die die Informationsflut nicht bewältigen. Ich werde jetzt eine eigene Krankenhausliste aller Deutschen zusammenstellen und sie hier veröffentlichen. Die Botschaft bekommet dann morgen Früh eine Kopie, wenn sie wieder aufmacht.
Inzwischen sehe ich mich hier nach verletzten Kindern um. Vielleicht kann man sie in Deutschland behandeln, wenn sie transportfähig sind. In Koblenz gibt es ja genug Krankenhäuser. Ich könnte mir vorstellen, dass man da helfen kann. Man muss ja nicht immer warten bis die schwerfällige offizielle Hilfe anrollt.“
Soweit Willi über Telefon aus Phuket.
Quelle: http://www.kothny.de |