Oskars Kolumne
Gesicht
Oskar liest es ständig: „Der Fahrer entfernte sich vom Unfallort.“ Besser hieße es im Polizeibericht: Der Fahrer flüchtete. Nach einem verschuldeten, aber auch unverschuldeten Verkehrsunfall laufen Thais davon, nicht, weil sie wegen eines Fahrfehlers Polizei und Strafe fürchten, sondern weil sie ihr Gesicht verloren haben. Und das Gesicht zu verlieren, bedeutet das Schlimmste. Es ähnelt einem Ehrverlust.
Typisch
Oskar hat das Erlebnis als für Pattaya typisch abgetan. Kürzlich wollte er mit seiner Familie im Food Court des Einkaufszentrums CentralFestival speisen. Während seine Frau und die jüngste Tochter vor dem Nudelstand auf ihr Gericht warteten, bestellte sich Oskar das German-Sausage-Set. Neben ihm stand seine älteste, 20 Jahre alte Tochter. Der Grillmeister legte Würste und Beilagen auf einen Teller und fügte dem Besteck ein zweites Messer und eine Gabel hinzu. „For your Darling“, sagte er mit einem breiten, wissenden Lächeln.
Gesetzwidrig
Oskars Freund Paul schimpfte wie ein Rohrspatz. „Kein Thai hält sich an Gesetze, alle missachten alle Regeln. Dabei ist das Königreich doch ein Rechtsstaat.“ Im letzten Punkt gibt Oskar ihm Recht. Schließlich gibt`s in diesem Land für alle Bereiche des Alltags vom Parlament oder der örtlichen Verwaltung verabschiedete Gesetze.

Roon!
Oskar stöhnt unter der Hitze. Jede Bewegung ist schweißtriefend. Wo er auch Halt macht, auf dem Markt, in Geschäften und Restaurants oder am Zeitungskiosk, stöhnen die Menschen mit: „Roon“, klagen Thais. Oskar entgegnet dann: „Roon maak-maak“ (viel zu heiß). Nur in seiner Sauna bekommt das Wort „Roon“ eine andere qualitative Bedeutung.

Hohe Hürde
Oskar hat ihn von vorne und hinten, den Seiten und von innen begutachtet: Thailands ersten Öko-Wagen. Seit der Rund-um-Besichtigung weiß Oskar, warum sich große Autobauer des Landes, wie Toyota und Honda, mit der Produktion von Kleinstwagen schwer tun. Sie lassen Nissan den Vortritt, wohl auch, um den Markt für diesen neuen Fahrzeugtyp zu testen.

Mann-o-Mann
Oskar ist bei der Google-Suche auf das Beckenbodenzentrum Berlin gestoßen. Voreilig falsch geraten! Hier handelt es sich nicht um Fachleute für Swimmingpools. Es ist ein Institut, das wissenschaftlich erprobte Übungen für das männliche Becken empfiehlt. Über die Hälfte der Teilnehmer soll nach einem sechsmonatigen Training wieder „ihren Mann“ stehen. 
Machos
Oskar hat eine starke Antipathie gegen thailändische Machos entwickelt. Zur äußeren Erscheinung dieser Männer mittleren Alters zählen die typischen Kennzeichen: dicke Goldkette an Handgelenk und Hals, ein breites, goldenes Uhrenarmband, mindestens drei große Ringe. Diese Thais sind egoistisch und rücksichtslos. In ihrem Pick-up oder Geländewagen fahren sie dicht auf den Vordermann und würden diesen am liebsten von der Fahrbahn drängeln.

Öffentlicher Raum
Oskar hat Straßen und Gehwege immer als öffentlichen Raum verstanden. Fahrbahnen, Bürgersteige und Plätze sind Bühnen von Arbeit und Konsum, von Festen und politischen Aktionen. In Thailand steckt der öffentliche Raum und seine Nutzung jedoch voller Konflikte: Werbung gegen Stadtgestaltung, Autofahrer gegen Fußgänger, Demonstranten gegen Touristen, private Nutzung gegen allgemeine Verfügbarkeit. So ist es im Königreich üblich, dass Geschäfte, Organisationen und Hausbesitzer Gehwege und Fahrbahnen bei Veranstaltungen, Familienfeiern und Beerdigungen besetzen.

Skandal
Oskar verfolgt mit Häme Berichte, wie einflussreiche Thais ihre Macht missbrauchen und voll ins Fettnäpfchen treten. Für Schlagzeilen sorgte jetzt ein Vorstandsmitglied der Thai Airways International (THAI). Er hatte auf dem Rückflug von Tokio nach Bangkok mit seiner Ehefrau über 40 Koffer mit einem Gesamtgewicht von 390 Kilogramm aufgegeben. Doch die nach der Gebührenordnung für Übergepäck fälligen mehr als 200.000 Baht.
Zeitenwende
Oskar schätzt bei seinen thailändischen Mitbür- gern deren Gastfreundschaft, Hilfsbereitschaft und durchweg höfliches Auftreten. Wenn da nur nicht ihr selbstsüchtiges, rücksichtsloses Verhalten im Alltag wäre.
Thais sind nun mal Egoisten. Das zeigt sich deutlich im Straßenverkehr. Ob Motorrad- oder Autofahrer, ein Großteil der Thais lenkt das Fahrzeug nach dem Motto: Zuerst komme ich! Dass sie ein hohes Risiko eingehen, einen schweren Unfall zu verursachen, scheint ihnen nicht bewusst zu sein. Oskar muss allerdings gestehen, dass, zumindest gilt es für Pattaya, hier lebende Ausländer sich ebenfalls nicht um die Straßenverkehrsordnung scheren. 
Zeitenwende
Oskar ist bei seinen Besuchen im CentralFestival Beach immer wieder aufs Neue überrascht, wie vielen adrett gekleideten und anscheinend wohlhabenden Thais er begegnet. Sie schlendern nicht nur an Geschäften mit teuren Markenwaren und Restaurants mit vorwiegend asiatischer Kost vorbei, nein, sie kaufen ein, essen und trinken. An Wochenenden und Feiertagen sind es überwiegend Bangkoker, die die gepflegte Atmosphäre dieses Einkaufszentrum schätzen.
Griffbereit
Oskars Freund Paul redet sich wieder einmal in Rage. „Was tut denn die Polizei? Ist sie nur hinter Motorradfahrern ohne Helm her?“, fragte er die Runde. Der Stammtisch sah sich verwundert an und wollte den Grund für Paulchens heftige Worte wissen.
Dieser holte tief Luft und schilderte anschaulich sein Erlebnis. Es geschah am helllichten Tag auf der Thepprasit Road. Paul fuhr auf seiner Yamaha in Richtung Jomtien. Plötzlich näherte sich ein mit zwei Männern besetztes Motorrad. Als es auf Höhe der Yamaha war, langte der Sozius zu. Er griff sich Paulchens goldene Kette – und schon rasten die beiden Räuber davon.
Schnell gestoppt
Oskar hat auf der Fahrt von Pattaya nach Bangkok Minibusse gezählt. Wenige Kilometer vor dem Flughafen Suvarnabhumi hat er bei 50 aufgehört. Die kleinen Reisebusse bringen Fahrgäste zum Airport, zu Hotels und verschiedenen Endstationen in Bangkok oder zu den zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt.
Image
Oskar redet und schreibt seinen Lebensraum nicht schön. Pattaya ist nun einmal das größte Bordell Asiens, wenn nicht weltweit. Halt eine Spaß- und Party-Stadt. Und all die Menschen, die sich hier niedergelassen haben oder Urlaub machen, sind nicht unbedingt der Stolz ihrer Nation. Darunter sind gescheiterte Abenteurer, Hochstapler, kleine und große Gauner, Geschäftemacher, Drogensüchtige… Und Oskar wagt die Behauptung, dass mindestens 90 Prozent der alleinstehenden Männer nicht wegen der dreckigen Strände, des verschmutzten Meerwassers und der vermüllten Landschaft nach Pattaya kommen oder auswandern.
Emsig
Oskar hat den Kampf gegen Ameisen bereits nach einigen Monaten Thailand-Aufenthalt aufgegeben. Gegen die bestens organisierten und fleißigen Insekten kann eine Schlacht gewonnen werden. Nicht aber ein Krieg...

Liebe
Oskar hat in einer Kurzgeschichte Bemerkenswertes erfahren über die unterschiedlichen Ansprüche und Erwartungen an Liebe und Beziehung von der heimatlichen Armut entflohenen Asiatinnen und emanzipierten Europäerinnen. In „Warum heiraten?“ lässt die in Shanghai geborene Deutsche Ingrid Noll einer Chinesin ihre Situation schildern....
Na und?
Oskar ist stundenlanges Vor-dem-Spiegel-Stehen seit jeher fremd. Natürlich musste er während seiner langen Berufstätigkeit in Deutschland darauf achten, anständig gekleidet und gepflegt zum Dienst zu erscheinen.
Superpreiswert
Oskar bewundert die Thais, wie sie über Fehler und Fauxpas, selbst über unmögliches Betragen von Ausländern hinweggehen. Nämlich fast immer mit einem breiten Lächeln.
Gewalt
Oskar sagt Thais überwiegend gute Eigenschaften nach: Sie sind freundlich, zuvorkommend, lustig, liebenswürdig und schätzen die Gastfreundschaft. Diesen Eindruck gewinnen die meisten Touristen, so oder so ähnlich steht es in allen Reiseführern.
Frei
Oskar lebt im „Land der Freien“. Denn das bedeutet der Name Thailand. Dessen Politiker und Behörden nehmen sich Freiheiten heraus, die Westeuropäern so völlig unbekannt sind. Thais erklären alles und jedes für frei.
Zwei Klassen
Oskar hat sich damit abgefunden, in seinem gelobten Land Mensch zweiter Klasse zu bleiben. Nach eineinhalb Jahrzehnten, nach Heirat mit einer Thai, Kindererziehung und Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe ist er, wie alle Ausländer, im Königreich nur geduldet. Jederzeit kann ihm die Immigration die Aufenthaltsgenehmigung entziehen.
Alleskönner
Oskar hat seine motorgetriebene Kutsche um eine Multimediaeinheit angereichert. Sie sollte eigentlich nur das lästige Landkartengewirr beerdigen. „Zufrieden mit dem Navi?“, erkundigt sich im flapsigen Kürzeldeutsch sein Nachbar.
Tierisch
Oskars Freund Paul wetterte mal wieder am Stammtisch. „Hirnlos sind sie.“ Wer, fragte die Runde? „Motorradfahrer eben. Nicht nur Thais, auch Ausländer. Sie kennen keine Verkehrsregeln und machen uns Autofahrern das Leben schwer“, schimpfte Paulchen weiter. Die Runde nickte zustimmend.
Schulgeldfreiheit
Oskar würde Khun Abhisit wählen – wenn am kommenden Sonntag Parlamentswahlen wären und er als Farang seine Stimme abgeben könnte. Denn die Regierung unter Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva hat Wort gehalten und die Schulgeldfreiheit zementiert. Während andere Regierungen, auch die des gestürzten Premiers Thaksin Shinawatra, es bei vollmundigen Erklärungen beließen, hat die derzeitige Administration 18 Milliarden Baht für Uniformen und Lernmittel bewilligt.
Dick und dünn
Oskar nimmt einen Großteil der in Pattaya lebenden Ausländer mit einem Bauchansatz war. Sie schieben ihr Fettpolster vor sich her, als wäre es eine Auszeichnung.
Eine üppige Figur galt in früheren Jahrhunderten durchaus als anziehend. Auch deshalb ließ William Shakespeare den Julius Cäsar sagen: „Lasst wohlbeleibte Männer um mich sein mit glatten Köpfen und die nachts gut schlafen!“ Ein liebevolles Kompliment für die Dickleibigen.
Zwei Klassen
Oskar vernahm die Meldung mit Freude. Agenturen hatten weltweit verbreitet, wie Pattayas Hoteliers gegen den durch Finanzkrise und gewaltsame Ausschreitungen verursachten Touristenrückgang angehen wollen: Durch freie Unterkunft bis zum 31. Oktober. Gut so, dachte Oskar. Da kann er ja seine Familie zu einem preiswerten Urlaub nach Pattaya holen. Hotels werden zwar nicht verdienen, dafür umso mehr Restaurants, Geschäfte und Entertainment-Betriebe.
Halluzination
Oskar hat eine Vision. Nach einem längeren Aufenthalt in Deutschland landet er mit der THAI auf Suvarnabhumi. Am Ausgang des Terminals durchsucht der Zoll sein Gepäck. Die beiden Beamten konfiszieren eine Stange Zigaretten und eine Flasche Whisky Black Label.
Kommunikation
Oskar geht das Verhalten der Thais bei Telefongesprächen auf den Geist. Wenn seine Töchter das Klingelsignal hören und zum Telefon rennen, melden sie sich mit einem: „Hallooo“. Oskars Frau mit einem: „Sawadee ka“. Wenn die Kinder nach einem Kinobesuch vom Big C abgeholt werden möchten, heißt es lediglich: „Du kannst jetzt kommen!“ Als ob Thais keinen Namen hätten.
Nicht rasen!
Oskar hat von der Highway-Polizei ein ganz anderes Bild bekommen, als es in lokalen Medien und von Ausländern in Leserbriefen gemalt wird.
Auf der Rückfahrt vom Badeort Bang Saen nach Pattaya wollte Oskar hinter dem Tiefseehafen Laem Chabang auf einer langen Geraden zwei vor ihm fahrende Pick-ups überholen. Da bemerkte er einige hundert Meter voraus auf der Überholspur einen Polizisten. Dessen Handbewegungen waren eindeutig. Na gut, dachte Oskar, auf der rechten und damit falschen Fahrbahn erwischt.
Zahlenspielerei
Oskar steht der Zahlenspielerei von Statistikern skeptisch gegenüber. Ein aktuelles Beispiel sind die Angaben zur Inflation. Nimmt der Verbraucher sie für bare Münze, müsste er beim täglichen Einkauf weniger als vor Monaten zahlen. Das Gegenteil ist der Fall. Fast alle Grundnahrungsmittel sind teurer geworden.
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Freies Wissen
Oskar nutzt das Bürger-Lexikon. Bei der beruflichen Recherche oder auch schlicht beim Stöbern und Entdecken klickt er Wikipedia an und lässt die Leser an seinen neuen Erkenntnissen über Thailand teilhaben. Die unabhängige und werbefreie Online-Enzyklopädie genießt große Bekanntheit. Doch erst jetzt hat Oskar beim www.-Surfen erfahren, dass sich die Website überwiegend durch Spenden finanziert. Der jüngste Spendenaufruf brachte der Wikimedia-Stiftung weit über 6 Millionen US-Dollar.
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Plastikgeld
Oskar musste zweimal hinschauen. Er wollte nicht glauben, was er sah. Kinder erkundeten Militärflugzeuge, kletterten auf Panzer, nahmen Maschinengewehre und Pistolen in die Hände und lernten von Soldaten die Handhabung von Karabinern. So geht Mädchen und Jungen bereits in jungen Jahren die Gleichung auf: Waffen = töten! Auf weiteren Fotos in lokalen Zeitungen erblickte Oskar Schüler als Wahlkämpfer. Politische Parteien hatten sie zur Bangkoker Gouverneurswahl vor den Wahlkarren gespannt.
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Plastikgeld
Oskar war nie ein Freund von Plastikgeld. Wenn seine Freunde und Bekannten ihre prallen Brieftaschen oder Geldbörsen öffneten und er die vielen Karten sah, konnte er sich lästerliche Bemerkungen nicht verkneifen. Inzwischen hat Oskar dazugelernt und schätzt den Wert des Plastiks...
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Sponsoring
Oskar bewundert den Mut seiner ausländischen Mitbürger. Nicht wenige investieren heftig in ihre thailändische Lebenspartnerin in der Hoffnung, so einen endgültigen Trennungsstrich zu deren Jahren im Entertainment zu ziehen...
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Zwei Seiten
Oskar weiss jetzt: Die stadtweite Barszene und die Liebesdienste stehen ganz im Dienst der Allgemeinheit. Denn Pattayas vielschichtiges, oftmals auch bizarres Entertainment erfüllt eine wichtige soziale Funktion..
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Im Tal der Tränen
Oskar warnt vor Schwarzmalerei. Schon vor der Blockade der beiden Bangkoker Flughäfen hatte die Tourismusindustrie ihre Zukunft tiefschwarz gemalt. Die Instabilität des Landes und die globale Finanzkrise würden sich dramatisch auf die Zahl ausländischer Urlauber auswirken, prognostizierten Reiseexperten.
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Schicksal
Oskar ging in die Luft wie einst das HB-Männchen in der Werbung. Seine Tochter hatte ihm gerade gebeichtet, ihre Klassenkameradin habe sie im Auto nach Hause gebracht. Oskar bohrte nach und erfuhr: Die Freundin ist jünger als 18 und hat natürlich keinen Führerschein.
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Ungleich
Oskar fühlt sich weder verfolgt noch unterdrückt. Daher lehnt er es ab, Thais wegen der unterschiedlichen Preisgestaltung für Einheimische und Ausländer als Rassisten zu beschimpfen. Das tun viele über die ungleiche Behandlung erboste Farang.
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Augenhöhe
Oskar weiss, was sich Farang wünschen. Eine Thai auf ihrem Niveau. Geistig und finanziell sowieso.
So jedenfalls formulierte ein seit kurzem in Thailand lebender Deutscher seine (bisher vergebliche) Suche nach einer Lebensgefährtin.
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Vielarmig
Oskar fühlte sich bislang von jener Fraktion bestätigt, die weibliche Artgenossen für weniger erfindungsreich halten und für weniger flexibel. Eine Thai aus dem Nachbarhaus belehrte ihn eines Besseren. Sie schien nämlich so viel Arme zu betätigen wie eine Raupe Beine hat:
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Bestraft
Oskars Freund Paul redete sich in Rage. „Diese Expats bekommen immer eine Extrawurst gebraten”, wetterte er am Stammtisch. Seine Kritik richtete sich gegen in Thailand lebende und arbeitende Ausländer.
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Vorsorge
Oskar hat auf einer deutschen Webpage erfahren, dass zwei Drittel aller Fernreisenden bei Befragungen angaben, sie wünschten sich während ihres Urlaubs neue sexuelle Kontakte. Um das Ergebnis ins rechte Licht zu rücken: Die Meinungsumfrage fand nicht unter den männlichen Touristen Pattayas statt.
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La dolce vita
Oskar stiess beim Durchblättern einer alten Ausgabe der Bangkok Post auf ein Interview mit Dr. Paul Strunk. Der ehemalige Geschäftsführer der Deutsch-Thailändischen Handelskammer hatte auf die Frage nach Eigenschaften der Thais geantwortet: Sie werden oftmals als die Italiener Asiens beschrieben. Da ist viel Wahres dran, vor allem, wenn man die vielen positiven Seiten der italienischen Kultur kennt.
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Rangliste
Oskar hat mit Genugtuung registriert, dass Deutsche nicht nur Reiseweltmeister sind, sondern Dank ihres guten Benehmens und ihrer Sauberkeit auf Platz zwei einer Top-Liste der beliebtesten Touristen landeten, zusammen mit den Briten.
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Schock-Therapie
Oskar hat erschütternde Fotos gesehen. Darunter Bilder, die selbst Boulevardblätter wie Bild und Blick nicht veröffentlichen würden. Ausgestellt sind die Fotos in der Eingangshalle des chinesischen Tempels in Naklua.
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Boykott
Oskar hat einen Kettenbrief erhalten. In der E-Mail wird ausführlich beschrieben, wie in Zeiten explodierender Spritpreise profitgierigen Öl-Konzernen die Rechnung versalzen werden kann. Motorisierte sollen Einfluss auf die Preisgestaltung nehmen und einen Preiskrieg auslösen.
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Blaues Jubiläum
Oskar hätte bis Ende der 90er-Jahre mit dem medizinischen Begriff „erektile Dysfunktion” nichts anfangen können. Doch dann kam Viagra.
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Geduld
Thais haben eine komplett andere Weltsicht. Thailand ist der Mittelpunkt ihrer Welt. Länder wie Burma, Laos oder Kambodscha und erst recht Kontinente wie Europa oder Amerika spielen nur am Rand eine Rolle.
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Sex
Oskar hatte Besuch aus Deutschland. Beim abendlichen Bummel über Pattayas Strandpromenade und durch die Walking Street kam die Frage auf: “Sag mal, sind diese Frauen Prostituierte?” Als Oskar die Frage bejahte, wunderte sich der Besuch: “Ich denke, Prostitution ist in Thailand verboten.”
Stimmt, musste Oskar zugeben. Was illegal ist, sollte es eigentlich nicht geben.
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Ursachenforschung
Oskar weiss die Tourismusbehörde (TAT) in heller Aufregung. Ausgerechnet die stark umworbenen Frauen in aller Welt haben der TAT den Jahresrückblick versalzen.
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Sittenverfall
Oskar empfindet Genugtuung darüber, dass immerhin über ein Drittel der Thais bei ihren Landsleuten einen Verfall der Sitten feststellte.
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Geschwätz
Oskar erinnern Stammtischgespräche ausländischer Mitbürger an seinen alten Klassenlehrer. Als “dick, dumm, faul und gefrässig” hatte dieser seine Schüler bezeichnet.
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Feuer
Oskars Nachbarn sind Thais. Eine junge Familie: Frau, Ehemann, ein Kleinkind und ein jaulender Hund. Eigentlich sollte sich Oskar über seine Nachbarschaft nicht beklagen.
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Ziellos
Oskar hat unter einer “Gebrauchsanleitung für Thailand” eine treffende Definition des Lächelns gefunden. Denn Besucher des Königreichs bemerken schnell, dass Thais immer und zu jedem Anlass lächeln:
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Ziellos
Oskar traut ortskundigen Thais nicht über den Weg. Auf Fragen nach Standorten von Geschäften, Büros oder Arztpraxen gibt`s Antworten, bei denen unerfahrene Aus–länder schier verzweifeln. Sie werden in die Irre geleitet. Denn Thais richten sich nicht ausschliesslich nach Strassennamen, sie verwenden diese Bezeichnungen für ganze Quartiere.
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Problem gelöst
Oskar hatte es so und nicht anders erwartet. Nachdem auf einer Wasserrutsche im Bangkoker Siam Park 28 Kinder zum Teil schwer verletzt wurden, löste der Unfall am Tag des Kindes (!) bei den städtischen Behörden hektische Betriebsamkeit aus.
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Mai Ru
Oskar konnte sich das Lachen nicht verkneifen, als ihm seine holländische Saunabekanntschaft die neuesten Erfahrungen mit Pattayas Polizei schilderte. Der Resident hatte sein Motorrad zwischen Südpattaya und dem Jomtien geparkt.
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Strom sparen
Oskar hat mit Verwunderung zur Kenntnis genommen, dass im Industriegebiet Map Ta Phut bei Rayong ein neues Kohlekraftwerk errichtet wird. Ausgerechnet in einem ...
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Null Null
Oskar hatte einem speziellen Bedürfnis nachgegeben. Als er nach Entledigung gebrauchter Getränke die Toilettentür öffnete und plötzlich drei Frauen vor den...
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Irrsinnig
Oskar nervt es, dass ausländische Medien den Städtenamen Pattaya ausschliesslich mit ausschweifendem Sex in allen Variationen gleichsetzen...
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Risiko
Oskar hat der Todessturz eines 45-jährigen Touristen bei einer Fahrt mit einem Baht-Bus nicht überrascht. Als der Fahrer plötzlich und heftig bremste, fiel der Brite...
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Ungeniessbar
Oskar stillt seinen Hunger auch an kleinen Essensständen. Die Garküchen an Pattayas Strassen haben zu jeder Tages- und Nachtzeit geöffnet und bieten preiswerte...
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Dummheit
Oskar fragt sich, warum Touristen an ihren schönsten Tagen des Jahres hohe Risiken eingehen. Männer lassen sich auf der Suche nach Liebesgenuss auf der...
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Kopiert
Oskar hat Asien drei Jahrzehnte bereist und auf Strassenmärkten kräftig zugelangt. Aus dem Urlaub brachte er Uhren, Schmuck, Sportbekleidung, Lederwaren...
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Stau
Oskar stand mit seinem Honda im Stau. Nach dem Abbiegen von der Sukhumvit Road in die Soi Khaotalo ging`s nur noch Schritt für Schritt voran.
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Ausgeliefert
Oskar hat sich erstmals einem Arzt verweigert. Der Spezialist hatte eine leichte Ohrenentzündung diagnostiziert und Tabletten verordnet.
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Kabel-Klau
Oskar ist TOT-geschädigt. Sein Internetzugang geht über die Telefonleitung des staatlichen Kommunikationskonzerns, und diese ist alle paar Wochen gestört. Wenn er das Loxinfo-Icon auf seinem Bildschirm anklickt, heisst es: „Kein Anschluss unter dieser Nummer“.
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Schieflage
Oskar hat in der Statistik der staatlichen Verbraucherorganisation geblättert. Es hat ihn nicht überrascht, dass die meisten Klagen die Immobilienbranche betreffen. Nach der Fertigstellung weicht Apartment oder Haus erheblich von den werbenden Texten und Fotos der Hochglanzbroschüren ab. Bauunternehmen verarbeiten qualitativ schlechteres Material als vertraglich festgelegt und übersehen geflissentlich bauliche Mängel.
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Entschädigt
Oskar hatte es nach fast vier Jahrzehnten Flugreisen zum ersten Mal er- wischt. Er stand in der Ankunftshalle des Bangkoker Flughafens Suvarnabhumi am Gepäcklaufband und wartete auf seinen Koffer. Seit vielen Minuten waren aus dem Untergrund keine weiteren Gepäckstücke mehr aufgetaucht. Oskar wurde es zur Gewissheit: Sein Rollkoffer war verlorengegangen.
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Gleichgestellt
Oskar begrüsst als Verfechter der Gleichberechtigung ein neues Gesetz: Es stellt sexuelle Gewalt und Missbrauch von Männern durch Frauen unter Strafe. Bisher landeten nur fehlgesteuerte, krankhafte oder frustrierte Chauvis vor dem Kadi. Jetzt hat das Übergangsparlament Männer und Frauen gleichgestellt. Falls Oskar demnächst von einem Barmädchen (oder einem Lady-Men) sexuell belästigt werden sollte, kann er sich auf das neue Gesetz berufen und die Thai vor Gericht bringen.
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Phon-Müll
Oskar kreidet seinen ausländischen Mitbürgern an, dass sie aufgrund von Unwissenheit und Überheblichkeit nur zu schnell bereit sind, Brauchtum und Handlungen von Thais zu belächeln oder gar zu verdammen. Viele Farang scheinen nicht bereit, die Lektionen des thailändischen Lebens lernen zu wollen. Dabei müssten sie ja nicht gleich kulturelle Ketten sprengen.
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Praktiken
Oskar kreidet seinen ausländischen Mitbürgern an, dass sie aufgrund von Unwissenheit und Überheblichkeit nur zu schnell bereit sind, Brauchtum und Handlungen von Thais zu belächeln oder gar zu verdammen. Viele Farang scheinen nicht bereit, die Lektionen des thailändischen Lebens lernen zu wollen. Dabei müssten sie ja nicht gleich kulturelle Ketten sprengen.
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Gleichrangig
Oskar empfiehlt dem thailändischen Fremdenverkehrsamt in Frankfurt, sich im Reiseland Deutschland umzusehen und seine Erfahrungen der staatlichen Tourismusbehörde (TAT) in Bangkok mitzuteilen. Die stets um neue Angebote und einen verbesserten Service bemühte TAT könnte von deutschen Dienstleistungen für ausländische Urlauber lernen.
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Narren
Oskar fährt mit seinem Auto täglich 100 oder mehr Kilometer und erlebt fast jeden Tag Beinahe-Unfälle. Rasende, rücksichtslose, aber auch schlafende Motorradfahrer haben an Oskars Limousine sichtbar Spuren hinterlassen: an Front, Heck- und Seitenkarosserie.
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Gutachten
Oskar gibt dem gängigen Prinzip recht, wonach das Gegenteil dessen wahr ist, was behauptet wird. Deshalb heissen Gutachten so, weil ihnen zumeist schlechte Beachtung zuteil wird. Diese Ahnung befällt Oskar, seitdem er um das traurige Schicksal zahlreicher Gutachten weiss, die – zunächst heiss begehrt – schliesslich unbeachtet in den Archiven der Stadtverwaltung vergilben.
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Abenteuerlich
Oskar hat sich an einer Bar mit einer über 30-jährigen Thai unterhalten. Sie erzählte, ihr stehe ein dreimonatiger Aufenthalt im Ausland bevor. Nach dem Gespräch hat sich Oskar gefragt, ob die Frau überhaupt ahnt, auf welches Abenteuer sie sich da einlässt. Das gilt allerdings ebenso für den einladenden Ausländer. 
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Befehlskette
Oskar hat sich immer gefragt, warum Pattayas Polizei die meisten Vergehen im Strassenverkehr nicht ahndet. In einer Zuschrift an die englischsprachige Bangkok Post begründete kürzlich ein Leser das lasche Verhalten der Beamten. Die Königliche Polizei sei wie eine Armee strukturiert. Das gelte auch für die Befehlskette. 
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Etikette
Oskars Töchter schauten sich entsetzt an. Wenige Meter von ihnen entfernt stand im Pattaya Park ein Ausländer am Beckenrand und drückte mit seinem rechten Fuss den Kopf seiner thailändischen Freundin unter Wasser. Die Schwimmerin, augenscheinlich ein Barmädchen, lächelte gequält. 
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Fatal
Oskar hat die Hoffnung aufgegeben, dass die Thais in ihrer Mehrheit für Themen wie Natur und Umweltschutz zu sensibilisieren sind. Nicht nur unbebaute Flächen und Nebenstrassen in Pattaya, selbst viele von Thais bewohnte Siedlungen gleichen einer Abfallhalde. Die Bewohner scheinen sich im wilden Müllabladen übertreffen zu wollen. 
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Wie geschmiert
Oskar hatte - wie der eine oder andere - lesen und schreiben gelernt, nicht aber reden. Deshalb irritierte ihn der ernst gemeinte Antrag, eine Hochzeitsrede zu reden. Den Bund fürs Leben zu besiegeln, beabsichtigten sein österreichischer Freund und dessen Freundin aus Nong Khai. 
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