Oskars Kolumne
Sponsoring
Oskar bewundert den Mut seiner ausländischen Mitbürger. Nicht wenige investieren heftig in ihre thailändische Lebenspartnerin in der Hoffnung, so einen endgültigen Trennungsstrich zu deren Jahren im Entertainment zu ziehen.
Sponsoren finanzieren Wäschereien, Beauty Salons, Cafés, kleine Lebensmittelgeschäfte und Restaurants oder Geschenkboutiquen.
Bei deren Eröffnung ist die Freude gross. Auf beiden Seiten. Der Farang sieht seine Frau oder Freundin beschäftigt und glaubt, ein Problem gelöst zu haben. Seine Lebensabschnittsgefährtin kassiert den Verdienst als zusätzliches Einkommen für ihre Grossfamilie.
Bei etwas mehr Weitblick hätte sich der Partner Gedanken über die unzureichende Schul- und Berufsausbildung seiner Angebeteten gemacht. Sie ist gewinnorientiert. So wird der abendliche Kassensturz zum reinen Verdienst. Dass Geld für Miete, Strom und Wasser, für den Kauf neuer Waren und für das Finanzamt zurückgelegt werden muss, ist der unerfahrenen Geschäftsfrau fremd. Wenn der Farang die Bilanz nicht selbst in die Hand nimmt, geht das Geschäft schnell den Bach runter. Aufgabe oder Konkurs können dann kaum mit der schlechten Standortwahl begründet werden.
Dem Farang stürzen seine guten Vorsätze wie ein Kartenhaus zusammen.
|