Oskars Kolumne
Schutz
Oskar musste zweimal hinschauen. Er wollte nicht glauben, was er sah. Kinder erkundeten Militärflugzeuge, kletterten auf Panzer, nahmen Maschinengewehre und Pistolen in die Hände und lernten von Soldaten die Handhabung von Karabinern. So geht Mädchen und Jungen bereits in jungen Jahren die Gleichung auf: Waffen = töten! Auf weiteren Fotos in lokalen Zeitungen erblickte Oskar Schüler als Wahlkämpfer. Politische Parteien hatten sie zur Bangkoker Gouverneurswahl vor den Wahlkarren gespannt.
Oskar sieht den Kinder- und Jugendschutz als sicheres Mittel, damit sich nachfolgende Generationen optimal entwickeln können. Der Schutz von Minderjährigen ist ein Thema, das alle angeht. Doch Thais sorgen sich in der Regel nur darum, dass ihre Töchter und Söhne nicht sexuell missbraucht, körperlich nicht misshandelt und in ihrer Freizeit keinen Zugang zu Zigaretten, Alkohol oder anderen Drogen haben.
Ein präventiver Schutz muss ebenso die visuelle und ideologische Gefährdung abdecken. Waffen gehören nicht in die Hände Minderjähriger, Parteien dürfen Jugendliche nicht zu Werbegags missbrauchen. Anscheinend regen sich nur Westler auf, wenn sie mit ihren Kleinkindern im Kino einen Animationsfilm aus Hollywood und im Vorprogramm bewegte Bilder mit eindeutigen Sex- und brutalen Gewaltszenen sehen.
Zum exzessiven Medienkonsum gibt`s nur vollmundige Warnungen, aber kaum Kontrollen. Altersgrenzen und Verbote reichen nimmer. Jugendliche konsumieren Gewalt, Horror und Pornografie im World Wide Web, auch in Tausenden Internet-Cafés und Game-Shops.
|