Oskars Kolumne
Dick und dünn
Oskar nimmt einen Großteil der in Pattaya lebenden Ausländer mit einem Bauchansatz war. Sie schieben ihr Fettpolster vor sich her, als wäre es eine Auszeichnung.
Eine üppige Figur galt in früheren Jahrhunderten durchaus als anziehend. Auch deshalb ließ William Shakespeare den Julius Cäsar sagen: „Lasst wohlbeleibte Männer um mich sein mit glatten Köpfen und die nachts gut schlafen!“ Ein liebevolles Kompliment für die Dickleibigen.
In einer Untersuchung stieß Oskar auf ein Neid erregendes Image. In weiten Bevölkerungskreisen gilt der beleibte Mensch als ruhig und ausgeglichen. Er wird als gemütlich empfunden, wirkt lustig und hat Humor. Gutmütigkeit und Gebefreudigkeit werden ihm zugesprochen. Sein äußeres Erscheinungsbild strotzt vor Kraft und Robustheit.
Dagegen sollen Dünne ausgesprochen nervös und erregbar sein. Misslaunigkeit und Unzufriedenheit haften ihnen an. Jeder Funke Humor wird ihnen abgesprochen. Allesamt sollen sie Geizhälse sein. Eine solch haarsträubende Charakter-Analyse ist für die Dünnen wahrlich nicht leicht zu verwinden.
Oskar kämpft unablässig um das ideale Gewicht. Er hat zwar noch keinen glatten Kopf, kann aber nachts gut schlafen. Und er bezweifelt stark, dass die Dickleibigen bessere Menschen sind als Dünne.
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