Oskars Kolumne
Na und?
Oskar ist stundenlanges Vor-dem-Spiegel-Stehen seit jeher fremd. Natürlich musste er während seiner langen Berufstätigkeit in Deutschland darauf achten, anständig gekleidet und gepflegt zum Dienst zu erscheinen.
In Thailand trägt Oskar weder ein Jackett noch eine Krawatte. Lange Hose und weites T-Shirt müssen es aber trotz der tropischen Hitze sein. Damit glaubt er seine Vorbildfunktion erfüllt zu haben.
Gegenüber allen, denen eine Kleiderordnung schnurzegal ist. Oskar trifft sie in Einkaufszentren. Das zu schmale Oberhemd verdeckt weder den Schmerbauch noch die stark behaarte Brust. Neben diesen Adonis spazieren Frauen, deren Hot-Pants keine heißen Gefühle auslösen. Im Gegenteil. Die den cinemascop-breiten Po spannende Hose schreckt ebenso ab wie eine BH-ähnelnde Oberbekleidung.
Supermärkte wie Foodland und Tops wissen aus langjähriger Erfahrung, warum sie mit diskreten Hinweisen am Eingang um eine gepflegte Bekleidung ihrer Kundinnen und Kunden bitten.
Als Oskar kürzlich im Carrefour eine(n) Thai des dritten Geschlechts aufgetakelt und in sexy Barkostüm sah, machte er seine drei Frauen auf die indiskutable Aufmachung zur besten Nachmittagszeit aufmerksam. Frau und Töchter zuckten kurz mit den Schultern und ließen Oskar wissen: na und?
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