Oskars Kolumne
Schnell gestoppt
Oskar hat auf der Fahrt von Pattaya nach Bangkok Minibusse gezählt. Wenige Kilometer vor dem Flughafen Suvarnabhumi hat er bei 50 aufgehört. Die kleinen Reisebusse bringen Fahrgäste zum Airport, zu Hotels und verschiedenen Endstationen in Bangkok oder zu den zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt. Aber nicht nur Minibusse sind unterwegs. Thais und Ausländer lassen sich ebenso in Taxis, Linien- und Reisebussen befördern. Im Jahr sind es zig Millionen.
Wie viel Sprit und damit Geld könnte das Land sparen, wenn es eine schnelle Zugverbindung von Pattaya nach Bangkok gäbe? Baht-Busse oder Minibusse würden Urlauber zum Bahnhof bringen, Geschäftsleute und Residenten könnten dort ihr Fahrzeug abstellen. Bei einer leistungsfähigen Schnellverbindung wären Fahrgäste in einer Stunde am Flughafen und wenige Minuten später in der Hauptstadt.
Die jetzige Regierung investiert massiv in eine verbesserte Infrastruktur und hat Milliarden für den Ausbau des maroden Eisenbahnnetzes angekündigt. Seit Jahren wird bereits über eine Schnellzugverbindung von Bangkok über Pattaya zu den Industriegebieten in Rayong diskutiert. Mehr allerdings nicht. Und es steht zu befürchten, dass auch Ende des nächsten Jahrzehnts täglich nur ein Personenzug im Bahnhof Pattaya halten wird.
Denn Oskar erwartet: Ein Ausbau des Schienenstrangs zwischen Bangkok und Pattaya würde massive Proteste auslösen. Nein, nicht der Bevölkerung! Betreiber von Linien- und Reisebussen, von Taxiunternehmen und Minibussen würden um ihre Einnahmen bangen und die ihnen nahe stehenden Parteien und Politiker einschalten. Unter dem Druck, Tausende Arbeitsplätze gingen verloren, würde der Hochgeschwindigkeitszug bald gestoppt.
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