Oskar verfolgt mit Häme Berichte, wie einflussreiche Thais ihre Macht missbrauchen und voll ins Fettnäpfchen treten. Für Schlagzeilen sorgte jetzt ein Vorstandsmitglied der Thai Airways International (THAI). Er hatte auf dem Rückflug von Tokio nach Bangkok mit seiner Ehefrau über 40 Koffer mit einem Gesamtgewicht von 390 Kilogramm aufgegeben. Doch die nach der Gebührenordnung für Übergepäck fälligen mehr als 200.000 Baht zahlte das Ehepaar nicht. Auf Suvarnabhumi angekommen, wurden die Erste-Klasse-Passagiere am Zoll vorbei aus dem Terminal geleitet. In den Koffern soll sich überwiegend Frischobst befunden haben. Trotz heftiger Kritik von Medien und Gewerkschaft und der Einsetzung eines Untersuchungsausschusses trat das Vorstandsmitglied nicht zurück. Er scheint sich keiner Schuld bewusst zu sein.
Den Arbeitsplatz im Regierungssitz räumte hingegen ein Mitglied der Bhirombhakdi-Familie umgehend und freiwillig. Die Tochter des Mehrheitseigners der Singha Corporation hatte im Government House 200 Pin-up-Kalender verteilt. Sie wurden ihr buchstäblich aus den Händen gerissen. Das Druckwerk zeigt neben dem Logo des Leo-Biers aus dem Hause Singha nackte Frauen. Statt Bekleidung tragen sie nur Körperfarbe. Kalender und Verteilaktion brachten Frauenrechtsorganisationen und Anti-Alkohol-Aktivisten auf den Plan, denn gezielte Werbung für alkoholische Getränke steht unter Strafe. Einen Tag nach dem Skandal entschuldigte sich die Erbin eines Milliardenvermögens und beendete ihre Tätigkeit im Sekretariat von Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva.