Oskars Kolumne
Sex
Oskar hatte Besuch aus Deutschland. Beim abendlichen Bummel über Pattayas Strandpromenade und durch die Walking Street kam die Frage auf: “Sag mal, sind diese Frauen Prostituierte?” Als Oskar die Frage bejahte, wunderte sich der Besuch: “Ich denke, Prostitution ist in Thailand verboten.”
Stimmt, musste Oskar zugeben. Was illegal ist, sollte es eigentlich nicht geben.
Oskar holte tief Luft und setzte zu einer langatmigen Erklärung an. Dass Prostitution in Thailand ein bedeutender Wirtschaftszweig ist, dass selbst Politiker und hohe Polizeibeamte in diesem Gewerbe involviert sind und dass sicherlich Hunderttausende Thais ihr Einkommen aus der Prostitution oder ihr verbundenen Branchen beziehen. Prostitution ist ein Industriezweig!
Käuflichen Sex gibt es landesweit, nicht nur in Touristenhochburgen wie Bangkok, Pattaya, Phuket, Hua Hin, Koh Samui oder Chiang Mai. Selbst kleine Städte haben ihre Bordelle. Und Thais kennen eine Reihe weiterer Stätten, wo sie zufrieden gestellt werden. In Karaoke-Bars und Saunen, selbst in Beauty-Salons und Cafes. Diese letzten Unterhaltungsbetriebe schreiben sich ohne das Akzentzeichen Akut (´). Dort mag es einen Kaffee geben, aber keinen Kuchen wie in Cafés.
In Cafes stehen Sängerinnen auf der Bühne. Bis zum frühen Morgen. Nach ihren Auftritten setzen sie sich gerne zu den Gästen und bestellen Lady-Drinks. Sie begleiten die Männer auch in Love-Hotels. Das sind rund um die Uhr geöffnete Motels. Dort finden sich aber nicht nur Freier mit ihren Sängerinnen ein, sondern ebenso der Chef mit seiner Sekretärin, der Verheiratete mit seiner Geliebten - auch junge Paare, die für das Eine kein Zuhause haben.
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