Oskars Kolumne
Boykott
Oskar hat einen Kettenbrief erhalten. In der E-Mail wird ausführlich beschrieben, wie in Zeiten explodierender Spritpreise profitgierigen Öl-Konzernen die Rechnung versalzen werden kann. Motorisierte sollen Einfluss auf die Preisgestaltung nehmen und einen Preiskrieg auslösen.
Und so wird`s gemacht: Jeder E-Mail-Empfänger schickt die Anweisung an 30 Freunde und Bekannte. Innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen sind Millionen informiert. Sie alle sollen die Ölgesellschaften dort schlagen, wo es ihnen weh tut: bei ihrem Portemonnaie!
Wenn Millionen Motorrad- und Autofahrer für den Rest des Jahres bei zwei grossen Konzernen, sagen wir PTT und Esso, nicht mehr tanken, müssten diese Gesellschaften nach dem Einmaleins der freien Marktwirtschaft ihre Preise zwangsläufig senken. Sie würden den gewünschten Preiskrieg entfachen. Schön wär`s ja!
Denn Oskar bezweifelt, dass Verbraucher gewinnen können. Wenn zwei Ölgesellschaften keinen Sprit mehr verkaufen, setzen die restlichen Konzerne erheblich mehr ab. Nach dem Einmaleins der freien Marktwirtschaft, in der der Preis von Waren von Angebot und Nachfrage bestimmt wird, müsste der Literpreis an diesen Zapfsäulen sprunghaft steigen. Dann kehrten die Motorisierten in grosser Zahl zu PTT und Esso zurück.
Der Boykott wird in einem schlichten Protest enden.
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