Oskars Kolumne
Schock-Therapie
Oskar hat erschütternde Fotos gesehen. Darunter Bilder, die selbst Boulevardblätter wie Bild und Blick nicht veröffentlichen würden. Ausgestellt sind die Fotos in der Eingangshalle des chinesischen Tempels in Naklua.
Mit der Bildergalerie macht die Siftung Sawang Boriboon Pattaya auf ihre umfangreiche Arbeit aufmerksam. Der private Rettungsdienst ist der grösste in der Region. Hunderte Frauen und Männer sind im Einsatz. Rund um die Uhr bergen sie Verkehrsopfer und helfen bei Unglücksfällen, Naturkatastrophen und anderen Notsituationen.
Der Tempelbesucher blickt auf zertrümmerte, blutige Gesichter, aufgeschwemmte Wasserleichen und tote Babys. Verkehrsopfer liegen bewusstlos auf Fahrbahnen oder sind in Autos eingeklemmt. Zu sehen ist weiterhin ein Foto von den beiden im Vorjahr am Jomtien-Strand erschossenen russischen Urlauberinnen.
Der Westler ist geschockt und wendet sich benommen ab. Nicht so die Thais. Sie bewerten die grässlichen Fotos als ein Stück Wirklichkeit, da sie ja den Alltag der Rettungskräfte dokumentieren. Thais sind ohnehin mehr Grausamkeiten gewohnt als Europäer. Denn Zeitungen, Zeitschriften und Fernsehen berichten täglich ausführlich über Unglücke und deren Opfer.
Oskar appelliert an die lokalen Schulen, ihren Verkehrsunterricht in den Naklua-Tempel zu verlegen. Beim Anblick von Blut und Leichen müsste Pattayas Jugend gewarnt sein und ihre Motorräder langsamer und umsichtiger steuern.
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