Oskars Kolumne
Schicksal
Oskar ging in die Luft wie einst das HB-Männchen in der Werbung. Seine Tochter hatte ihm gerade gebeichtet, ihre Klassenkameradin habe sie im Auto nach Hause gebracht. Oskar bohrte nach und erfuhr: Die Freundin ist jünger als 18 und hat natürlich keinen Führerschein.
Dennoch erlauben die Eltern, dass die 17-Jährige den Geländewagen Fortuner fährt. Nicht ausnahmsweise, sondern ständig. Ihr Vater ist ein einflussreicher Mitarbeiter bei einer kommunalen Verwaltung und hat ihr einen Ausweis ausgestellt. Damit soll die Schülerin alle Kontrollen ungehindert passieren.
Auf seinen Einwand, so gehe das doch nicht, hörte Oskar unisono von Tochter und Mutter: Das sei nun mal so in Thailand. Über das Unfallrisiko und mögliche Folgen wollten beide nicht diskutieren.
Seither zweifelt Oskar an seinen Bemühungen, der Familie europäisches Denken und Handeln sowie westliche Werte ein Stück weit zu vermitteln.
Als Buddhisten glauben Thais an ihr Karma. Sie akzeptieren ihr Schicksal, das nicht erst seit der Wiedergeburt, sondern schon seit dem letzten Leben die Ereignisse bestimmt. Doch warum ergeben sich Thais beim Thema Glück nicht in ihr Schicksal? Ständig bitten und beten sie um Glück in der Liebe, im Beruf und im Spiel.
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