1 User Online
   
 
 
thailand-property-gate
http://www.eidi-homestay.com/
http://www.easy-abc-th.com/
http://farang-magazin.com/kleinanzeigen/neue-inserate-lesen/
http://www.nongapartment.com/
http://www.swisshelpingpoint.com/
http://www.berlin.myfarang.com/
http://www.buttra.com/
http://farang-magazin.com/index.php?adclick=15
http://www.pictures-thailand.com/
http://www.der-farang.com/?article=books
http://www.tropicalgardenlounge.com/
easythai.de - Von Auswandern bis Zivilrecht...
http://www.der-farang.com/
 
Beiträge · Geschichte aus Thailand von Günther Ruffert
Letzte Aktualisierung: 07.02.2010
Unsere Autoren
Günther Ruffert
 
Bücher · Bücher
Geschichten aus Thailand
Ein Fenster zum Isan
Farang in Thailand
 
Der Isaan
Reise im Isaan
Die Geschichte
Die Landschaft
Die Menschen
Leben im Dorf
Namen

Die Landschaft vom Isaan

Im Isaan gibt es immer wieder einmal Dürre. Schon die Geographie sieht so aus, als ob dieser Landstrich nicht viel mit dem übrigen Thailand zu tun hätte. Von seiner Topographie her wendet der Nordosten dem übrigen Thailand den Rücken zu. Der Isaan besteht aus insgesamt 19 Provinzen: Amnat Charoen, Buri Ram, Chaiyaphum, Kalasin, Khon Kaen, Loei, Maha Sarakham, Mukdahan, Nakhon Phanom, Nakhon Ratchasima (Korat), Nong Bua Lamphu, Nong Khai, Roi Et, Sakhon Nakhon, Si Sa Ket, Surin, Ubon Ratchathani, Udon Thani und Yasothon. Das Zentrum bildet eine 100- 300m über dem Meeresspiegel sich schalenförmig erhebende, leicht hügelige Ebene, das sogenannte Korat-Plateau. Es ist von Höhenzügen und Flüssen begrenzt: der bis zu 1700m hohen Petchabun-Kette im Westen, der Phanom Dongrak-Kette im Süden sowie dem Mekhong im Osten und Norden. Das Innere des Landes ist grösstenteils gewellt und hier und da mit niedrigen Hügeln und flachen Seen bedeckt. Der Isaan hat eine lange Landesgrenze entlang Laos im Norden und Nordosten und im Süden entlang der kambodschanischen Grenze. Der wichtigste Fluss neben dem Grenzfluss Mekhong ist der Mun, der im Khao-Yai-Nationalpark entspringt und den Isaan durchquert.

Klimamässig unterscheidet sich der Isaan vom Rest des Landes. Das Klima ist Festlandklima, mit einer sehr heissen Jahreszeit und relativ kalten Wintermonaten um die Neujahrszeit. Auch wenn wir uns hier in der Nähe des Äquators, also in den Subtropen befinden, kann die Temperatur in höheren Lagen dann manchmal bis in die Nähe des Gefrierpunktes absinken.

Da die Böden dieses Plateaus sehr sandig sind, versickert der kostbare Regen schnell, so dass Dürreperioden ein Hauptproblem sind. Während der Regenzeit hingegen, wenn die wenigen Flüsse die Wassermassen kaum fassen können, kommt es zu grossen Überflutungen. Nur wenige Monate später leidet das Land unter Trockenheit und Dürre. In den heissen und trockenen Monaten kann kaum irgend etwas wachsen, die existierenden Pflanzen und Bäume welken dahin in der glühenden Hitze, und das Land, auf dem sich in der Regenzeit das Wasser sammelt, bricht auf in unzähligen Rissen. Die Luft ist dann erfüllt von rotem Lateritstaub, und das Land macht manchmal dem Beinamen „Staubschüssel“ alle Ehre. Es gibt zwar mittlerweile mehrere grosse Staudämme, um das Problem der Trockenperioden einzudämmen, doch nach wie vor sind Trockenzeiten ein grosses landwirtschaftliches Handicap. Der Nordosten Thailands besitzt zwar auch Bodenschätze, wie Naturgas, Steinsalz und Pottasche, doch viele dieser Mineralien können wegen mangelnden Kapitals nicht ausgebeutet werden.

Obwohl Landwirtschaft fast die einzige Erwerbsquelle in dieser Region ist, handelt es sich, verglichen mit den fruchtbaren Reisebenen Zentralthailands, um verhältnismässig nährstoffarme und salzige Böden, die für die Landwirtschaft von geringer Qualität sind. Die zunehmende Versalzung des Bodens ist eine Folge der unkontrollierten Abholzung der früher weite Flächen des Landes bedeckenden Wälder zur Gewinnung von Ackerland. Während der Waldboden lange das in der Regenzeit herabströmende Wasser hielt, trocknen die kahlen Felder nach der Ernte rasch aus. Jetzt wird durch die Kappilarität des trockenen Bodens das in tieferen Schichten anstehende Grundwasser nach oben transportiert und bringt aus dem Untergrund gelöste Salze mit in die Ackerkrume. Durch das Fehlen der Wälder als natürliche Wasserspeicher kommt es bereits zu Beginn der Trockenzeit zu ungewöhnlich frühem Wassermangel, und die Bevölkerung ist gezwungen, verstärkt Grundwasser anzuzapfen. Zudem hat der Boden durch das fehlende Wurzelwerk der Bäume keinen Halt mehr und wird von den Wassermassen während

der Regenzeit gelöst und weggespült. Bodenerosion, Überschwemmungen und lange Dürreperioden sind das Ergebnis, denn Gräser und Nutzpflanzen können weitaus weniger Wasser speichern als der Wald und deshalb den Boden kaum vor Erosion schützen.

Wegen des geringen Was-serrückhaltevermögens ist der viel Wasser erfordernde Reisanbau nur in tiefer gelegenen Bereichen und nur in sehr

kleinen Feldern möglich, die alle durch Erdwälle gegeneinander abgegrenzt sind, um das in der Regenzeit herniederströmende Wasser möglichst lange zurückzuhalten. Der Einsatz grösserer Bodenbearbeitungs- oder Erntemaschinen ist deshalb nicht möglich, so dass Anpflanzung und Ernte der in der Regel allerdings hochwertigen Reissorten ausschliesslich in mühevoller Handarbeit erfolgen. Im Gegensatz zur Reiskammer Thailands, dem Mündungsdelta der grossen Flüsse in Zentralthailand, wo in der Regel zwei Reisernten pro Jahr möglich sind, ist hier – auch wenn in der Regenzeit manchmal gewaltige Wassermassen herabströmen – nur eine Reisernte im Jahr erreichbar. Dies aber auch nur dann, wenn die Niederschläge zur rechten Zeit und in der erforderlichen Menge anfallen. Wenn die jungen Reisschösslinge gepflanzt sind, kommt es darauf an, dass das Wasser in den Feldern eine gewisse Höhe nicht überschreitet, sonst gehen die jungen Pflanzen zu Grunde. Fällt aber nicht genug Regen, so dass das in den Feldern stehende Wasser nicht bis zum Ausreifen ausreicht, sind die Ernteerträge minimal.

Angebaut werden sowohl hochwertiger Jasmin-Reis, der allgemein für den Verkauf produziert wird, und Klebereis, der für den eigenen Verbrauch bestimmt ist. Jasmin-Reis ist sicherlich die beste Reissorte weltweit. Er wird besonders auf den trockenen und salzhaltigen Feldern um Surin, Roi Et und Si Sa Ket angebaut. Er kann nur einmal im Jahr geerntet werden, dafür ist aber der Preis höher als bei anderen Reissorten.

Nur ein Teil des Landes kann landwirtschaftlich genutzt werden, da für andere Produkte, die auch auf trockeneren Böden wachsen, wie Gemüse, Melonen usw., wegen der grossen Entfernung zu Bangkok entweder kein Markt da ist, oder für den Anbau von Zuckerrohr, der sich nur im grossen Stil lohnt, kein Kapital vorhanden ist. Es gibt zwar eine ganze Reihe von Seen, sie sind aber meist ziemlich seicht und haben nicht das ganze Jahr über Wasser. In letzter Zeit hat man auch zunehmend Erddämme errichtet, um kleinere Wasserreservoirs zu schaffen. Das Wasser, ob in Tümpeln,“Teichen oder Seen, ist zugleich Fischlieferant. Fleisch wird, soweit überhaupt Viehzucht betrieben wird, fast alles weiterverkauft. Auch einige grössere Stauseen sind im Nordosten geschaffen worden. Da man aber nur an die Elektrizitätsgewinnung gedacht hatte, waren im Budget für die Errichtung der Staudämme keine Mittel für ein Kanalsystem eingeplant, das das Wasser vom Stausee auch auf die Felder bringen könnte. So ergibt sich die paradoxe Situation, dass auch das Land in der Nähe von Stauseen ein Opfer der Dürre werden kann. Die Ernten im Isaan hängen nach wie vor ganz von der Gunst des Monsuns ab. Entweder hat man kein Wasser, dann verdurstet der Reis auf den Feldern, oder man hat zuviel, dann kommt es zu bösen Überschwemmungen, und der junge Reis ersäuft auf den Feldern.

Die an sich schon relativ geringe Industrie Thailands konzentriert sich fast ausschliesslich um Bangkok herum, so dass für die Bewohner des Isaan, trotz der nicht gerade günstigen Verhältnisse, nur die Landwirtschaft als Unterhaltsquelle bleibt. Dies erklärt auch die relative hohe Emigrationsrate der Landbevölkerung. Der Isaan beherbergt zwar ein Drittelder Bevölkerung Thailands, ist aber nur mit etwa einem Zehntelam Gesamt-Nationaleinkommen beteiligt. Aber auch innerhalb des Isaan gibt es grosse Unterschiede im Einkommen und damit im Lebensstandard, wie aus einer offiziellen Statistik des Jahres 1995hervorgeht. Danach betrug das durchschnittliche Jahreseinkommen pro Kopf in der Provinz Nakhon Ratchasima (Korat), die im wesentlichen die Provinzhauptstadt umfasst, über 8000Baht. In den fast ausschliesslich aus Dörfern bestehenden Provinzen lag das durchschnittliche Jahreseinkommen dagegen nur bei ca. 4000 Baht. Die meisten in Industrie und Bauwirtschaft Thailands und vor allem Bangkoks tätigen ungelernten Arbeiter, aber auch fast alle in den Touristengebieten in Hotels arbeitenden oder in Bars mit der Betreuung liebeshungriger Farangs beschäftigten Mädchen, stammen aus dem Isaan.

• • •

Keine üppige Vegetation vorhanden. Auf den ersten Blick hat der Isaan nicht viel mit den anderen Landschaften Thailands gemein, die den europäischen Touristen allgemein interes- sieren. Es gibt weder palmengesäumte Meeresstrände noch regenwaldbewachsene Gebirgsketten, sondern man sieht nur kilometerweit, je nach Jahreszeit, grüne Reisfelder oder zu Stein gebackene, braune Erde. Auch Städte mit goldenen Tempeln wird man dort vergebens suchen; allerdings sind die goldenen Dächer der Tempel in Bangkok zwischen den Hochhäusern und dem Smog oft auch nicht leicht auszumachen. Was das Landschaftsbild des Isaan kennzeichnet, sind die Vierecke der Reisfelder und die Wasserbüffel. In den Reisfeldern fallen die einzelnen Bäume auf, die man stehen gelassen hat, weil in dem Baum ein Geist haust. Den muss man respektieren, wenn man eine gute Ernte haben will. Einmal im Jahr, im November, bricht allerdings ein Touristenstrom nach Nordosten auf. Dann findet seit 1960jährlich in Surin die grosse Elefantenparade statt, die nicht nur eine Touristenattraktion, sondern auch das grosse Jahresereignis für die Bevölkerung ist. Bei diesem grossen Elefanten-Roundup führen mehr als 100Dickhäuter vor, was sie zum Arbeiten gelernt haben, und welche Kunststücke man ihnen beigebracht hat.

Elefanten sind im Isaan nicht irgendwelche Tiere wie bei uns Pferde oder Kühe. Sie haben für die Menschen hier vor allem symbolischen Wert. Als im vergangenen Jahr ein Elefant namens Motala im Grenzgebiet zu Kambodscha auf eine Mine trat und ein Bein verlor, wurde jeden Tag in den Zeitungen über den Zustand des Tieres berichtet, und Millionen wurden für die Behandlung von Motala gespendet - und das nicht nur von wohlhabenden Leuten.

Etwa 20km nördlich von Surin befindet sich das Elefantendorf Ban Ta Klang, wo seit mehreren hundert Jahren die Dickhäuter aufgezogen, trainiert und als Haustiere gehalten werden. Mehr als die Hälfte der fast 150Familien besitzt mindestens einen Elefanten. Sie wurden vor allem zur Arbeit bei der Holzwirtschaft gebraucht. Seit der Holzeinschlag aber von der Regierung verboten wurde, gibt es hier keine Beschäftigung mehr für die Tiere. Die Besitzer versuchen deshalb, mit Farang-Besuchern Geld zu verdienen. Sie gehen in die Touristenorte und bieten dort einen Ritt auf dem Elefanten an, oder ziehen mit den Dickhäutern tagsüber am Strand und abends an den Bars entlang, um mit ihren Tieren Geld zu verdienen. Seitdem aber in Bangkok ein Elefantenbulle durch den nervenaufreibenden Trubel inmitten lärmender Autos und stinkender Abgase durchdrehte und Amok lief, hat die Regierung die Elefanten von den Strassen der Hauptstadt verbannt. Reiseveranstalter organisieren heute Tagestouren in das Elefantendorf. Wie gross in dieser abgelegenen Gegend aber das kulturelle Missverständnis sein kann, zeigte einer der ersten Besuche einer Reisegruppe in Ban Ta Klang: Weil manche Touristinnen extrem kurze Shorts trugen, boten die Dorffrauen verschämt traditionelle Wickelröcke an, um die nackten Schenkel zu verhüllen.

Die Leute im Isaan sind sehr freundlich. Südlich von Korat befindet sich auch Thailands ältester und grösster Nationalpark, Khao Yai. Er ist mit seinen dichtbewachsenen Bergen von bis zu 1400m Höhe und der weitgehend unberührten Flora und Fauna in jedem Falle einen Besuch wert. Der rund 2000Quadratkilometer grosse Park erstreckt sich über Teile von 4Provinzen. Er wird von 2Flüssen durchquert und hat über 20Wasserfälle. Man findet hier noch wildlebende Elefanten, Tiger, Scharen von Affen und etwa 180verschiedene Vogel- sowie rund 200verschiedene Orchideenarten. Es gibt zahlreiche markierte Wanderwege und auch befestigte Strassen, die an den vielen Naturschönheiten und Wasserfällen vorbeiführen. Da die Übernachtung im Park selbst nicht erlaubt ist, haben sich an den Grenzen des Parks Ressorts und Lodges etabliert, so dass man den Park über mehrere Tage erforschen kann.

Ein anderer besuchenswerter Nationalpark befindet sich bei Loei, in einer bergigen und in der kühlen Jahreszeit auch der kältesten Gegend Thailands. Der Nationalpark Phu Kradung umgibt einen glockenförmig, steil ansteigenden Berg von 1316m Höhe auf einem circa 60qkm grossen und mit Wäldern bewachsen flachen Hochplateau. Die Wälder, in denen eine noch absolut seltene Tier- und Pflanzenwelt vorhanden ist, werden von vielen“Teichen und Wasserfällen durchzogen.

Teurer für FarangsEin Schatten ist allerdings in letzter Zeit auf den Besuch dieser Parks gefallen, seitdem die für den Unterhalt der Nationalparks zuständige Forstverwaltung den Eintrittspreis für Ausländer auf das 10-fache des für Thais gültigen Eintrittspreises festgelegt hat. Auch die heftigen Proteste gegen die als Diskriminierung der Thailand-Besucher anzusehende Massnahme haben nicht zu einer Herabsetzung des für Farang gültigen Eintrittspreises geführt.

Vor noch gar nicht so langer Zeit war es sehr schwer, im Isaan ein vernünftiges Hotel zu finden, aber das hat sich in den letzten 2Jahrzehnten geändert. In den grösseren Städten wie Korat, Udon, Ubon und Surin findet man heute eine ganze Reihe von Hotels verschiedener Preisklassen. Auch in kleineren Städten gibt es Hotels und Gästehäuser der billigeren Kategorie, die den an die Preise in den Touristenorten gewöhnten Besucher angenehm überraschen.

Ausserhalb der Regenzeit ist die Erde braun gebacken. Die kleinen Städte und Marktflecken im Isaan haben ausser dem Kloster und eventuell einigen Ruinen aus der Khmer-Zeit meist kaum Sehenswürdigkeiten aufzuweisen. Sie sind oft ohne jede Stadtplanung nach den jeweiligen Erfordernissen gewachsen. Ein buntes Bild bieten aber die Märkte und die Menschen, die dort geschäftig sind, auch wenn sich dem Farang manchmal der Magen umdreht, wenn er sieht, wie ein Mädchen mit einer alten Zeitung versucht, ganze Fliegenschwärme von den offen auf den Markttischen liegenden Fleischstücken und Fischen zu verjagen. An den Strassen wechseln sich alte Holzhäuser mit neueren Steinbauten ab. Das hat weniger architektonische Gründe, auch wohnen die Menschen nicht lieber in einem Steinhaus. Der Grund dafür ist, dass das einst waldreiche Land inzwischen so abgeholzt ist, dass die Regierung das Fällen von Bäumen grundsätzlich verboten hat. Der Isaan war nicht immer so kahl und trocken wie heute. Noch vor 50Jahren war mehr als die Hälfte des Landes mit Wald bedeckt. Der Holzmangel ist unter anderem auch eine Folge der grossen Waldvernichtung während des Vietnam-Krieges. Damals wurden auf Druck der Amerikaner ganze Wälder entlang der kambodschanischen und laotischen Grenze abgeholzt, damit sie nicht als Versteck für Vietkong und Partisanen dienen konnten. Eine ganze Generation ist mit der Furcht aufgewachsen, dass sich in den Wäldern Banditen verbergen. Auch die Furcht der Leute, dass dunkle Wälder der bevorzugte Wohnsitz böser Geister sind, hat zur Waldvernichtung beigetragen. Das wilde Abholzen von Bergregionen im Süden Thailands führte 1988zu Erdrutschen, bei denen über 700Menschen starben. Ein königliches Dekret stoppte daraufhin 1989allen Holzeinschlag. Holz zum Häuserbau muss deswegen schwarz geschlagen oder aus den Nachbarländern importiert werden und ist deshalb unerschwinglich teuer. Dennoch geht die Waldvernichtung unvermindert weiter, jetzt aber illegal und deshalb mit höheren Kosten. Selbst auf dem eigenen Feld stehende grosse Bäume dürfen von den Bauern nicht gefällt werden, wenn sie Holz zum Bau oder zur Reparatur von Häusern benötigen. Wenn sie es trotzdem tun, muss der Transport ins Dorf über Nacht erfolgen, und das Holz wird hinter dem Haus versteckt, damit die Polizei es nicht sieht.

Die Regierung hat auch Hilfsprogramme zur Wiederaufforstung der Kahlflächen aufgelegt. Das läuft dann aber oft folgendermassen ab: Von geschmierten Beamten des Forstministeriums werden in Bangkok an einflussreiche, beziehungsweise entsprechende Bestechungsgelder zahlende Leute Konzessionen zur Aufforstung grosser Areale vergeben. Um dieses löbliche Vorhaben durchzuführen, muss das Areal natürlich zuerst einmal von Krüppelholz gesäubert werden. Der Witz bei der Geschichte ist, dass man von Krüppelholz hier allerdings erst sprechen kann, wenn die abgeholzten kräftigen Stämme fertig zum Abtransport am Boden liegen. Bei Aufforstungen werden vor allem schnell wachsende Eukalyptusbäume gepflanzt, die ausser zur Papierherstellung zu nichts anderem zu nutzen sind, aber den Unternehmen schnellen Gewinn versprechen.

• • •

 
 
zum Seitenanfang  
 
Copyright © 1999 - 2012  [ Matt Productions Co., LTD - FARANG Media ] Alle Rechte vorbehalten Impressum | Sitemap