Lung Sen macht sich Gedanken . . .
Ende letzten Jahres war in den Medien zu lesen: Ab 1. Januar wird die Beach Road über das Wochenende zur Fussgängerzone. Und Busse dürfen ihre Gruppen nicht mehr an der Strandstrasse aussteigen lassen, um zu den Booten zu gelangen, die sie auf die vorgelagerten Inseln bringen. Der Beschluss kam vom Gouverneur der Provinz Chonburi. Leider wurde nicht bekanntgegeben, ob die ganze Beach Road oder nur ein Teil derselben gesperrt wird. Auch wurden keine Zeiten genannt, ganztags, halbtags oder nur abends? Wie zum Redaktionsschluss bekannt wurde, bleibt offensichtlich alles beim alten. Es müssen noch weitere Studien durchgeführt werden. Warum dann die grosse Ankündigung vom 1. Januar?
Nun, am ersten Wochenende im neuen Jahr tat sich nichts. Stockender Verkehr auf der ganzen Länge. Man stelle sich vor, die Sperrung wäre erfolgt und die Second Road in beiden Richtungen befahrbar. Es hätte Staus ohne Ende gegeben. Wäre es nach Lung Sen gegangen, er hätte die Strandstrasse ab der Royal Garden Plaza gesperrt, und zwar ab 17 Uhr. Die Autos hätten in die, freilich frei geräumte, Soi Post Office abbiegen müssen. Fahrgäste aus Bahtbussen hätten hier aussteigen müssen, und die Second Road wäre weiterhin Einbahnstrasse geblieben. Und auch an der Beach Road sah Lung Sen immer noch Busse, die den Verkehr nach wie vor teils zum Erliegen brachten und mit den Abgasen die Luft verpesteten. Sollten diese Busse nicht seit 1. Januar zu einem Parkplatz fahren und die Fahrgäste in Kleinwagen umsteigen lassen? Nein, es ist alles wie gehabt und der Verkehr stockt, wenn sie über die Strasse zu den wartenden Schnellbooten laufen Diese wiederum werden jeden Abend beim Hafen Bali Hai aus dem Wasser gezogen und morgens wieder hineingebracht. Ist es denn so schwer, dort einen kleinen Pier zu bauen, an dem diese Boote anlegen und die Passagiere aufnehmen und wieder absetzen können? Dann wäre der Hauptstrand endlich frei von diesen Schnellbooten. Bali Hai hat grosse Parkplätze, und hier stören die Busse keinen Durchgangsverkehr. Das geschieht doch auch jeden Abend, wenn Urlaubergruppen zu den als Restaurants umgebauten Fährschiffen gebracht werden. Braucht es hier wohl auch noch Studien?
Die Stadt Pattaya ist gewachsen und wächst weiter. Neue Hochhäuser, Hotels und Villages entstehen fast über Nacht. Besonders am Wongamat-Strand und dem sich anschliessenden Long Beach. Dort steht das Garden Cliff Hotel am Ende der Naklua Soi 16. Vor diesem Hotel wurden andere Hotels errichtet, weitere sind noch im Bau. Was aber mit der Stadt nicht weiter gewachsen ist, das sind die Strassen. Die sind immer noch so schmal wie vor 20 Jahren. Nur die Soi Potisan wurde verbreitert und die Strasse zum Jomtien-Strand, wenn auch noch nicht fertig.
Gemütlich sitzen im „Meeting Point“ in der Naklua Soi 16 ist oft nicht mehr möglich. In dieser engen Strasse kommt es immer wieder zum Stau, wenn sich Busse an Autos und geparkten Fahrzeugen vorbeidrängen müssen. Schmal wie die Strasse ist, dürfte hier überhaupt nicht geparkt werden. Aber so kommt es zu Lärm und Abgasen, die einem das Essen oder Bier verleiden. Dabei ist die Küche im „Meeting Point“ lecker, seien es thailändische oder schweizerische Speisen. Denn der Wirt Markus ist ein Schweizer, und seine Jumbo-Schnitzel sind legendär. Neben ihm sind viele andere Lokale in dieser Soi, und die Stadtverwaltung sollte baldigst etwas unternehmen, um die Gäste vor dem Lärm und Gestank der Fahrzeuge zu schützen. Freilich müssen die Busse fahren, aber gesorgt werden sollte für einen zügigen Verkehr. Dazu aber muss diese Soi entweder verbreitert, oder ein totales Parkverbot eingeführt werden. Und schon träumt Lung Sen wieder. Wo wird denn in dieser Stadt, die sich das grösste Seebad Südostasiens nennt, eine Regel, ein Verbot oder Gesetz beachtet?
Seebad ist gut. Wo kann man denn in der See baden gehen, ohne auf Treibgut zu stossen? Egal an welchem der Strände Pattayas, immer wieder fühlt der Badende Plastiktüten an den Füssen, treibt ihm eine Plastikflasche entgegen, ganz zu schweigen von den Abfällen wie Ananasschalen oder Küchenresten. Diese kommen nicht alle unbedingt von den vorgelagerten Inseln oder den Booten, die gewöhnlich alle Abfälle ins Meer kippen. Auch die in den Golf mündenden Flüsse sind voll mit Unrat, und alles wird halt an Land gespült. Nicht nur Pattaya, auch Hua Hin und Cha-am sind von dieser Treibgutplage betroffen. Jeder weiss es – keiner tut etwas dagegen. Warum auch? Die Urlauber kommen ja wieder. Einige wenige nicht mehr, dafür umso mehr neue, die aber vielleicht auch bald nicht mehr kommen. Es gibt auf der Welt unzählige Orte mit wunderschönen Stränden und klarem Wasser. Pattaya sollte sich nicht Seebad nennen, sondern Stadt am Meer. Das würde der derzeitigen Lage gerecht werden.
Was wurde eigentlich aus den Linienbussen? Einstmals gross angekündigt mit drei Routen, sollten sie mehr Bequemlichkeit bieten. Die rote Linie war die längste und existiert heute tatsächlich noch. Die grüne Linie fuhr eine kürzere Strecke und wurde bald wieder eingestellt. Die gelbe, innerstädtische Linie kam nie so recht zustande. Es gab weder richtige Fahrpläne mit festen Zeiten, noch machten die Betreiber eine vernünftige Werbung. So wurden die grossen Tafeln mit dem kleinen Hinweis „Bus Stop“ als Werbeträger verkauft. Gerade aber hier hätten Zeiten und Routen der Busse aufgeführt werden müssen. Ferner Anzeigen in allen Zeitungen und Magazinen, die in Pattaya erhältlich sind, mit Fahrtzeiten, Routen und Kosten.
Dass der Bus nicht immer pünktlich kommen kann, liegt am starken Verkehr. Aber zumindest alle 15 bis 20 Minuten sollten doch einzuhalten sein. Traurig aber wahr: Heute wartet der Fahrgast bis zu einer Stunde auf einen Bus der roten Linie. Und das, obwohl genügend Busse vorhanden sind. Denn die grünen und gelben Busse können ja nun auch auf der roten Linie fahren, da die beiden Strecken eingestellt wurden.
Lung Sen denkt: Nicht Beschlüsse fassen, ohne vorher alles genau durchdacht zu haben. So zumindest denken wir Westler. Beim Thai ist das halt anders. Erst mal etwas beschliessen, umsetzen und dann sehen wie es läuft. Nun neu denken, was geändert werden muss. Das dann wieder umsetzen. Vielleicht klappt es ja dann. Wenn nicht: fallen lassen. Viele Projekte in der Stadt wurden so angegangen und verschwanden auf Nimmerwiedersehen im Sand. Wie heisst es so schön in einer Operette: Glücklich ist, wer vergisst, was nicht zu ändern ist. Auf Thai heisst das dann „Mai pen arai“, gesprochen „Maibelai“…
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