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Beiträge · Lung Sen macht sich Gedanken . . .
Letzte Aktualisierung: 07.02.2010
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Weitere Gedanken von Lung Sen...

Lung Sen macht sich Gedanken . . .

Dieses Jahr wurde das chinesische Neujahrsfest ohne grosse Veranstaltungen eingeläutet. Zwischen dem 5. und 7. Februar gab es nur die traditionellen Drachen- und Löwentänze und chinesische Akrobatik. Alles Weitere wurde abgesagt, aus Respekt vor dem Tode der Schwester des Königs, Galayani Vadhana.

Tür: Das traditionelle thailändische Neujahrsfest, das wie üblich auf den 13. April fällt. Ob die Regierung hier wohl auch einschreitet? In unserem Städtchen spritzt man ja schon am Vortag, und aus dem Spritzen wird bald Wasserwerfen. Das endet schliesslich in der Wasserschlacht am 19. April. Aber auch am 20. kann der Fussgänger oder Bahtbus-Fahrgast noch nass werden, denn ein Ende kennen einige nicht.

Hier wäre nun der Zeitpunkt, mit Respekt vor dem Tode Galayani Vadhanas, diesem Unfug ein Ende zu setzen und das Fest, wie landesweit üblich, auf einen bis drei Tage zu begrenzen. Wahrscheinlich träumt Lung Sen mal wieder. Es ist ja bekannt, dass die Wasser-Hooligans zu diesem Zeitpunkt aus der ganzen Welt anreisen – und die Residenten Pattaya verlassen.

Hooligans gibt es auch auf der Strandpromenade. Schön gestaltet, lädt diese ein zum Bummel, vorbei an vielen Kunstwerken und spielenden Kindern, die wie aus Kupfer gegossen zu sein scheinen. Leider auch vorbei an unzähligen Frauen und Männern sowie jenen des dritten Geschlechts. Selbst bei Tag sitzen sie da herum. Haben sie keine Arbeit, oder ist das hier ihre Arbeitsstätte?

Noch mehr verleidet wird der Bummel durch rücksichtslos heranbrausende Motorräder. Ja, auf der Promenade, die ja für Fussgänger gebaut wurde. Aber auch Fahrradfahrer kommen einem Spaziergänger entgegen oder klingeln wütend von hinten, auf das ihnen Platz gemacht wird. Die Zufahrtswege für Rollstuhlfahrer werden schon mal zum Parkplatz für Autos, und manchmal stehen sie gar auf dem Fussweg, sodass man in Schlangenlinien um sie herumlaufen muss.

Das Tollste aber: Keinen der patrouillierenden Polizisten scheint das zu stören. Sie ignorieren die auf der Promenade Fahrenden oder Parkenden, so, als sei es ganz normal. Nun ja, wir wissen es doch. Andre Länder, andere Sitten, und Gesetze werden in dieser Stadt nicht richtig umgesetzt. Nur dass auf diese Art dem Urlauber das Bummeln verleidet wird und die Promenade den dort sitzenden Frauen, Männern und Kathoeys gehört.

Dass Parkplätze von Vermietern von Motorrädern entlang der Strandstrasse belegt sind, weiss ein jeder. Selbst jetzt in der Hauptsaison stehen Unmengen herum. Wer soll die eigentlich mieten? Die müssten doch längst vermietet sein, so voll wie der Ort Pattaya ist! Interessant ist es, mal hinten auf das Nummernschild zu schauen. Das ist nämlich zumeist verdeckt mit der Steuermarke, die in Plastik eingeschweisst ist. Sollte es zu einem Unfall kommen, kann so die Nummer nicht gelesen werden. Auch bei Autos und Lastwagen ist das Nummernschild nicht immer deutlich erkennbar. Wenn die Polizei das Helmtragen kontrolliert, warum wirft sie nicht auch einen Blick auf das Nummernschild? Wird das Tragen der Gurte kontrolliert, warum nicht auch gleichzeitig der Alkoholpegel des Fahrers gemessen? Es scheint, unsere Männer in Braun können nur eine Aufgabe bewältigen. Bei einer zusätzlichen sind sie wohl überfordert.

Das sieht der Aufmerksame auch in allen Restaurants. Nirgends in Europa gibt es so viel Personal. Also da wären die Bedienungen. Jede hat ihre Aufgabe, ihr zugewiesenes Arbeitsfeld, und ausserhalb desselben tut sie nichts. Die Kassiererin kümmert sich nur um die Kasse, schreibt fleissig einen Zettel nach dem anderen. Dann kommen die Kellner/ innen mit den Zetteln vom Tisch zurück, und nun wird mit Rechenmaschine zusammengezählt. Schon mal was von Registrierkassen gehört oder von computerisierten Kassen, wie sie in allen besseren Hotels zu finden sind? Da tippen die Kellner/innen nur auf Nummern, auf denen Essen und Getränke gespeichert sind, und schon kommt der Beleg mit dem korrekten Preis heraus. Lung Sen kennt nur ein kleines Lokal, wo das bestens funktioniert, nämlich „Die deutsche Schänke“ vom Uwe.

In letzterer ist in Pattaya vermehrt das Tatütata hauptsächlich von Krankenwagen, aber auch der Polizei und der Feuerwehr zu hören. Oftmals hört man es sehr lange an derselben Stelle, denn einem solchen Fahrzeug Platz zu machen, das scheinen die hiesigen Motorisierten nicht zu kennen. Da stand ein solch lauter Ambulanzwagen sage und schreibe fünf Minuten nahe dem „Deutschen Haus“, bis er endlich in die Soi 5 einbiegen konnte zum Pattaya International Hospital. Aber auch auf der nun wirklich breiten Sukhumvit Road denkt keiner daran, einem Wagen mit Rotlicht und Sirene die Vofahrt zu lassen. Ist es denn so schwierig, an die Seite zu fahren? Denkt keiner der Autolenker daran, dass auch er einmal in so einem Wagen liegen könnte, es um Minuten geht, das Leben zu retten? Wohl nicht. Sirene hin oder her, stoisch hält jeder sein Fahrzeug auf der Fahrspur.

Wo bleibt denn hier Thai Rak Thai, Thais lieben Thais? Da ist schon besser Phalang Prachachon = Kraft/Stärke des Volkes. Denn das Volk zeigt seine Stärke darin, dass es macht was es will. Rücksichtnahme ist im Strassenverkehr unbekannt. Der Stärkere siegt, lautet die Devise. Nun, Thais lieben Thais wurde als Partei aufgelöst. Gab wohl zu wenig Liebe. Hingegen regiert nun die Partei Kraft/Stärke des Volkes. Passt dem Namen nach auch besser. Bleibt nur die Frage, ob diese Stärke, diese Kraft gut angewandt wird…

Lung Sen denkt: Lassen wir uns vom diesjährigen Songkran, dem thailändischen Neujahr, überraschen. Kehrt das Fest zu seinen Wurzeln zurück oder muss man die Stadt wieder verlassen, wenn unbedarfte Fussgänger mit eiskaltem Wasser erschreckt werden und Geschäfte Umsatzeinbussen hinnehmen. Hoffen wir alle, nie im Verkehr in einem Krankenwagen stecken zu bleiben. Oder auf der Promenade von einem Motorrad (mit verdeckter Nummer) oder Fahrrad angefahren zu werden. Kontrollieren wir besser nochmals die Rechnung im Restaurant. Wie heisst es in einer Weisheit: Wende Dein Gesicht immer der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter Dich.


Quelle: http://der-farang.com/

 
 
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