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Beiträge · Lung Sen macht sich Gedanken . . .
Letzte Aktualisierung: 07.02.2010
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Weitere Gedanken von Lung Sen...

Lung Sen macht sich Gedanken . . .

Hoch geht es her in der Presse über den blauen Dunst. Ob in Artikeln, die das neue, striktere Gesetz verteidigen, aber zum Teil auch in Frage stellen, oder in Leserbriefen, die überwiegend das strenge Rauchverbot kritisieren und ablehnen. In Pattayas Lokalen sind die Meinungen der Wirte ebenso gespalten. Einige folgen den Buchstaben des Gesetzes, andere wiederum lassen sogar zu, dass sich Gäste eine Zigarette im klimatisierten Restaurant anstecken. Auch Hoteliers scheinen nicht genau zu wissen, was sie tun müssen. Da gibt es ganz strenge Regeln im „Pinnacle Grand”, in dem nicht einmal in luftumwehten Hallen geraucht werden darf, während der Gast sich in der offenen Lobby des „Sheraton Pattaya” durchaus einen Glimmstängel anzünden darf.

Was ist nun richtig, was ist falsch? Schon lange Jahre gibt es das Rauchverbot in klimatisierten öffentlichen Gebäuden wie Einkaufszentren, Behörden etc. sowie in Restaurants mit Klimaanlage. Daran hielt sich am Anfang jeder. Noch heute ist, wie viele andere Einkaufszentren, die „Royal Garden Plaza” frei vom blauen Dunst. Einige Restaurants mit Air-Condition lockerten mit der Zeit ihre anfangs eingehaltene Vorschrift und führten „Raucherecken” ein. Keiner hat sich daran gestört, und es kam nie zu einer Anzeige, und selten wurde die Einhaltung des Gesetzes von der Polizei kontrolliert.

Das verschärfte, den Tabakkonsum einschränkende Gesetz trat am 11. Februar dieses Jahres in Kraft. Nun darf auch nicht mehr in Discos, Pups, Karaoke und GoGo-Bars geraucht werden. Genau genommen sollen alle Orte, an denen sich Menschen versammeln, rauchfrei sein. Also auch im Freien. Da müssten Strände in Nichtraucher- und Raucherzonen aufgeteilt werden. Offene Hotelhallen sind genau so betroffen wie Biergärten, die jetzt Raucherecken einführen müssen. Selbst auf einer Restaurantterrasse wie beim „Deutschen Haus” müsste das Qualmen verboten sein. Denn überall treffen Nichtraucher und Raucher aufeinander. Und derjenige, der nicht raucht, soll ja durch dieses Gesetz geschützt werden. Erstaunlicherweise wird es sogar den Nichtrauchern zu viel. „Im Freien kann doch geraucht werden”, hörte Lung Sen in einem Biergarten am Tisch von Nichtrauchern. „Der Wind trägt den Rauch doch sofort weg.” „Ich habe selbst geraucht und vor zehn Jahren aufgehört. Mich stört es aber nicht, wenn hier im Biergarten geraucht wird”, so eine andere Meinung. „Doch, mich stört der blaue Dunst. Mit dem Wind wird er mir direkt ins Gesicht geblasen”, meinte eine etwa 20 Jahre junge Frau. Lung Sen ist selbst Raucher und macht das, was er immer gemacht hat: Wenn sich jemand am Qualm stört, dann macht er die Zigarette aus.

Das verschärfte Gesetz scheint vielen Betreibern von Gastbetrieben Kopfzerbrechen zu bereiten. Nehmen wir mal die Japaner. Sie kümmern sich nicht im Geringsten um diese Vorschrift und rauchen, wo immer sie Lust haben. Soll der Hotelier nun hingehen und sagen: „Bitte, Zigarette aus. Es ist in Thailand verboten.” Er würde seine Kundschaft verärgern und vertreiben. Selbst die Flüge nach Japan haben heute noch Raucherzonen. Bei den russischen Gästen sieht es ähnlich aus - und diese bringen bekannter Weise viel Geld nach Thailand. Der Deutsche hingegen hält sich, wie immer, an den Buchstaben des Gesetzes. „Können Sie nicht lesen? Hier ist das Rauchen verboten!” hört man ihn sagen, wenn sich einer einen Klimmstängel ansteckt, obschon Hinweisschilder mit der durchgestrichenen Zigarette an der Wand hängen

Gesetze sollen das Miteinander regeln. Richtig. Dafür werden Gesetze von der Regierung geschaffen. Ob jedes Gesetz wirklich vernünftig ist, ist eine andere Sache. Als da wäre das Gesetz zu den Verkaufszeiten für Alkohol. Verboten bis 11 Uhr, dann wieder zwischen 14 und 17 Uhr. Was soll das? Das fragen sich nicht nur Urlauber, sondern auch Thais. Und ist es wirklich schädlich für Nichtraucher, wenn im Freien geraucht wird? Ja, weil der Qualm mir ins Gesicht geblasen wird. Nein, weil die Autoabgase, die ich hier einatmen muss, weitaus schädlicher sind. Deshalb tragen ja viele Polizisten und Privatpersonen einen Mundschutz. Hinzu kommen die Staubpartikel, welche mit jedem Atemzug in die Lunge geraten. Nein, das ist keine Entschuldigung oder Verteidigung des Rauchens. Jeder Mensch weiss, dass Tabakkonsum zu schweren Krankheiten führen kann, ja sogar zum Tod. Auch ist bewiesen, dass Passivrauchern das Gleiche passieren kann. Wohlgemerkt: KANN! Jeder menschliche Körper reagiert anders auf Giftstoffe, sei es Nikotin, Alkohol oder ein Medikament. Und genau aus diesem Grunde wurde das Rauchverbotsgesetz erlassen. Kein Mensch weiss, welche Schäden dem Körper zugefügt werden - beim Konsum von Tabak oder eben als Passivraucher.

Lung Sen denkt: Wenn jeder ein bisschen Rücksicht auf den anderen nimmt, wären viele Gesetze überflüssig. Es käme ihm nicht in den Sinn, in einem Nobelrestaurant eine Zigarette anzustecken. Da geht er vor die Tür oder, wenn vorhanden, in die Raucherecke. Wenn Raucher es aushalten, bis zu zwölf Stunden im Flugzeug nicht zu rauchen, warum können sie es nicht am Boden für zwei Stunden? „Liebe Deinen Nächsten” - das kann auch heissen, Respekt vor der Meinung des Anderen zu haben.



Quelle: http://der-farang.com/

 
 
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