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Beiträge · Lung Sen macht sich Gedanken . . .
Letzte Aktualisierung: 07.02.2010
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Weitere Gedanken von Lung Sen...

Lung Sen macht sich Gedanken . . .

Vorsichtig tasten sich Helmut Schmidt und seine Frau Gertrud (rechts) sowie ihre Bekannte Conny Schneider an die Bauhauskreuzung heran. Trotz eindeutiger Beschilderung rasen viele Verkehrsteilnehmer in falscher Richtung die Einbahnstrasse hinunter.In einem Leserbrief in der FARANG-Ausgabe Nr. 25 wird doch glatt behauptet, es gäbe keine ausgeschilderten unterschiedlichen Preise für Weisshäutige und Thais. Der werte Leser muss doch etwas blind sein, denn an vielen Kassen stehen die unterschiedlichen Preise sogar in Englisch, meistens jedoch nur die „höheren Preise“. Jene für die Thais sind in deren Schrift und Zahlen verfasst. Unterschiedliche Preise werden nicht nur von Privatleuten gemacht, sondern auch von staatlicher Seite, wie in der Bangkok Post zu lesen war: In den meisten Nationalparks wurden die Eintrittspreise für Ausländer gesenkt. Der bisher verlangte Obolus von 400 Baht für die Erwachsenen und 200 Baht für Kinder wurde glatt halbiert. Und Thais zahlen als Erwachsene 40 Baht und Kinder 20 Baht. Lung Sen hat nichts gegen diese Preis-Politik, die auch in anderen Ländern, z.B. Ungarn, zu finden ist.

Da gibt es Leute, die beharren darauf, wie die Thais 5 Baht für eine Fahrt mit dem Baht-Bus zu zahlen (wenn kein Ziel angegeben wird). Lung Sen mag sich erinnern, dass er schon vor 15 Jahren 10 Baht gezahlt hat, wie auch heute noch. Jedoch sind 10 Baht heute im Geldwertvergleich mit dem vor 15 Jahren weniger wert, also zahlt man eigentlich weniger für die gleiche Fahrt.

Erstaunlich ist der unverändert gebliebene Preis im Hinblick auf die Kosten für Diesel. Denn der Literpreis für diesen Kraftstoff hat sich in den vergangenen 15 Jahren vervierfacht! Wird das alles berücksichtigt, stellt sich die Frage, warum überhaupt über die 10 Baht Fahrtkosten geschimpft wird. Und wer meckert denn überhaupt? Nur die Residenten, die unbedingt wie die Thais 5 Baht zahlen wollen. Sie bestehen auf gleiches Recht für alle. Oh, ihr Prinzipienreiter! Wenn ihr euch nur in allen Punkten des täglichen Lebens den Thais anpassen würdet! Aber nein, nur wenn es ums liebe Geld geht, wollt ihr gleichgestellt sein.

Dabei hätte der „Wüstenfuchs“ sogar 500 Baht für eine Fahrt zurück zum Hotel gezahlt. Aber er lief nach einem heftigen Zechgelage in seinem „Suschdand“ nach Hause. Er stolperte erst über den Bürgersteig und fiel beinahe in eine offene Grube. Dabei verlor er sein Handy, zerbrach das Brillenglas, holte sich Schürfwunden und brach sich gar noch zwei Rippen. Hätte er doch bloss einen Baht-Bus angehalten, er hätte sich vieles ersparen können. Und der Preis hätte in so einem Fall keine Rolle gespielt – es wäre sogar billiger gewesen, bedenkt man den Verlust des Handys.

Am Sonntag wird in Thailand ein neues Parlament gewählt. Das heisst, ab Samstagabend wird kein Alkohol verkauft, und die Vergnügungsstätten bleiben geschlossen. Da kann dem „Wüstenfuchs“ und vielen anderen nichts passieren, behalten sie doch einen klaren Kopf. Andere hingegen, Urlauber wie auch ansässige Ausländer, fragen sich: „Was soll denn das? Wir gehen doch nicht zur Wahl.“ Nun, das ist zwar richtig, aber es kann nicht ein Gesetz nur für Thais geben. In einem Land gelten die Gesetze für jeden. Und: Ist es denn so schlimm, einen Abend auf Alkohol zu verzichten?

Lung Sen findet es eher schön, einen Abend ohne das Geplärre der Musik und das Geschrei der Weiber in der Stadt zu verbringen. So war es angenehm am 5. Dezember, bei König Bhumibols Geburtstag, nicht von den aufdringlichen Türstehern belästigt zu werden. Wer nicht auf sein Bier oder seinen Wein verzichten möchte, der kann sich ja auf den Balkon oder die Terrasse seines Hotels setzen.

Über den Ausgang der Wahl will sich Lung Sen nicht auslassen. Er hofft aber, dass die neue Regierung nicht so unverständliche Gesetze macht wie die vorangegangenen. Bis heute ist noch keinem Thai und Ausländer klar, warum in den Supermärkten Alkohol nur zwischen 11 und 14 Uhr, dann wieder ab 17 Uhr bis Ladenschluss verkauft werden darf. Auch für Lung Sen ist es schwer nachzuvollziehen, was das Gesetz bewirken soll. Zumal in den Verbotszeiten Alkohol gekauft werden kann, wenn es eine Menge über 10 Liter ist. Da ist das Verkaufsverbot von alkoholischen Getränken an Tankstellen eher verständlich. Für Ausländer wiederum unver ständlich ist, warum man erst ab dem Alter von 20 Jahren in eine Vergnügungsstätte darf. Der Staat will damit die Jugend bändigen. Die meisten Ausländer sind nach den Gesetzen ihres Heimatlandes bereits mit 18 Jahren volljährig. Thailand gewinnt mit seinem Gesetz sicher keine jungen Urlauber.

Weihnachten steht vor der Tür. Das besinnliche Fest. Geht Lung Sen durch die Stadt, findet er es alles andere als besinnlich. Ein Kaufrausch wie in Europa. Dazu die Dekorationen, wie sie in keinem christlichen Land besser gefunden werden können: Ein hellblauer Weihnachtsbaum steht vor der Royal Garden Plaza, und einst nur grüne Weihnachtsbäume sind in allen Farben in den Kaufhäusern erhältlich. In diesen dudelt Weihnachtsmusik aus den Lautsprechern, aber auch in manchen Hotels. Da wurden dieses Jahr die Weihnachtsbäume und Dekorationen relativ spät angebracht. Aus dem heiligen Fest ist reiner Kommerz geworden. Schon lange in der alten Heimat, nun auch im buddhistischen Thailand. Viele Urlauber flüchten aus Deutschland, um dem Weihnachtsrummel zu entgehen – und finden sich im Urlaubsland im gleichen Milieu wieder. Thais lieben Sanuk = Spass und feiern die Feste wie sie fallen. Ob christlich oder nicht spielt keine Rolle. Hauptsache schön bunt. Kann ihnen das jemand verdenken?

Lung Sen denkt: nein. Der Thai ist ein allem Neuen gegenüber aufgeschlossener Mensch. Er liebt es zu feiern, und Weihnachten ist eine neue, von den Ausländern übernommene Möglichkeit. Auch das Übergeben von Geschenken wurde eingebürgert, obschon sich die Thais früher nur zu Neujahr beschenkten. Recht haben sie! Man muss die Feste feiern wie sie fallen! In diesem Sinne wünscht Lung Sen allen Lesern eine frohe Weihnacht und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2008/2551.

Quelle: http://der-farang.com/

 
 
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