Das Phra Pathom Chedi Fest
Nakhon Pathom ist mit einem Alter von über 2000 Jahren eine der ältesten Städte Thailands und gilt sogar als die Geburtsstätte des thailändischen Buddhismus. Als der frühere indische Kaiser Asoka, der den Buddhismus schon frühzeitig förderte, zwei Mönche nach Siam entsandte, um den Buddhismus zu verbreiten, machten die Mönche die Stadt Nakhon Pathom zu ihrem ersten Aufenthaltsort in Siam, da dort bereits indische Handelsniederlassungen bestanden. Dabei war die Mission der Mönche nicht leicht, eine Sangha (Mönchsgemeinde) aufzubauen, weil im selben Gebiet sesshafte Inder zugleich ihre Brahmanen-Hindi-Religion verbreiteten. Schließlich gelang es ihnen, die erste Mönchsgemeinde an diesem Ort zu gründen und den ersten Chedi bauen zu lassen, bevor sie weiter auf ihre Mission wanderten. So soll die erste oder zumindest einer der ersten Mönchsgemeinde/n in Siam hier gegründet worden sein.
Einst wurde Nakhon Pathom dann als religiöse Stätte und Stadt aus unbekannten Gründen aufgegeben, verlassen und vergessen. Nakhon Pathom wurde zu einer Sage. Erst König Mongkut, Rama IV, der selber 27 Jahre lang ein hoch angesehener Mönch war, ging der Sage nach und entdeckte nach langer Suche die Ruinen von Nakhon Pathom wieder. Er ließ 1853 den Wiederaufbau des Chedis beginnen, wobei die Ruinen des alten Chedis überbaut wurden, und ließ ebenfalls Menschen hier ansiedeln, um Nakhon Pathom auch als Ort wieder auferstehen zu lassen. Die Fertigstellung des heute gewaltigen Chedis wurde aber erst durch seine Nachfolger und Sohn König Chulalongkorn, Rama V, vollendet.
Deshalb wird heute der Phra Pathom Chedi (Heiliger Chedi des Beginns) von der Bevölkerung hoch verehrt, gilt er doch als einer der ersten Chedis, der erfahrungsgemäß in Thailand existiert. Mit 127 Meter Höhe gilt dieser Chedi, der auf einer kleinen Anhöhe steht, sogar als das höchste buddhistische Bauwerk der Welt, und ist damit noch höher als die berühmte Shwedagon, die große goldene Pagode in Rangun, die mit 116 Meter Höhe angegeben ist. Schon von weitem erkennt man den eindrucksvollen Chedi, der einer gewaltigen Glocke ähnelt.
Jedes Jahr im Monat November gibt es das 7tätige große buddhistische Phra Pathom Chedi Fest, an dem unzählige Gläubige von weit und fern teilnehmen. Dieses Fest ist heute eher zu einem großen Volksfest mit religiösen Hintergrund geworden: Unzählige Verkaufsstände bieten ihre Waren an, wie u.a. lokale Produkte, Textilien, Obst, Gemüse, Blumen, Kerzen, Rauchstäbchen sowie Spendenartikel für die Mönche. Aber auch der Wat hat seine Verkaufsstände, mit Buddhaabbildungen, Buddhafiguren, Anhänger, Blumen, Kerzen und Rauchstäbchen, um so für den Wat Geld einzunehmen. Fahrbare Garküchen versorgen die Besucher mit heimischen Speisen, Musiker-Gruppen spielen klassische und moderne Musik, Wahrsager und Amulett- und Los-Verkäufer sind ebenso vertreten, so dass man sich eher auf einen Rummelplatz versetzt fühlt und der Sanuk (Spaß) nicht zu kurz kommt. Auch sieht man hier Hunderte von Mönchen in ihren typischen Safran-Roben sehen, die den großen Andrang der Gläubigen rund um den Chedi organisieren.
Das Phra Pathom Chedi Fest wird in der Regel nach dem Loi Krathong Fest abgehalten und soll an die große Bedeutung des Chedi (und der Stadt) für den Buddhismus in Thailand erinnern. Auch wenn heute die ganze Atmosphäre mit seinen vielen Menschen und das bunte Treiben rund um den Chedi eher an ein großes Volksfest erinnert, als an ein religiöses Fest, so sollte dies jeder, ob Buddhist oder Gast, zu einem Besuch nutzen. Jeder Tag wird auch von den Gläubigen genutzt, um den Mönchen Essen und andere Spenden zu überreichen, mit den Mönche zu beten oder auch das Gespräch mit den Mönchen zu suchen, was bei diesem Massenandrang gar nicht so leicht ist, wenn überhaupt, dann nur frühmorgens. Deshalb erfolgt die Segnung der Mönche, schon fast im Schichtwechsel und nur gruppenweise. Es gilt als besonderer Verdienst, Nakhon Pathom einmal besuchen zu können. Nakhon Pathom befindet sich etwa eine Autostunde westlich von Bangkok. |