Der Blitzfesttag
Dieses heute bizarr anmutende Fest, eines der vergessenen und seltsamen Festtage, gab es noch vor rund 100 Jahren, das wie folgt beschrieben wird:
Einige Wochen vor dem Songkran-Fest wurde der Festtag des Blitzes besonders von jungen Leuten traditionell gefeiert. Dazu wurde mitten in der Nacht ein Handkarren mit Obst, Gemüse, Kuchen oder kleinen Geschenken für diese seltsame Zeremonie gefüllt.
Bei Anbruch der Dunkelheit wurde dann dieser gefüllte Handkarren still und leise direkt vor den Eingang eines Wat gestellt. Wachsame und kläffende Hunde versuchte man dabei mit kleinen Fleischstückchen und anderen Leckereien zu beruhigen. Hatte man erst einmal den Handkarren platziert, wurden die angefüllten Körbe schnell abgestellt und man ging dann einige Meter wieder zurück, um dann im Schutze der Dunkelheit solange wohl gezielte Steinchen vor der Eingangstür des Wat zu werfen, bis einer der Mönche die Tür öffnete.
Im selben Moment flüchteten die junge Leute mitsamt den Karren. Dieses seltsame Ritual, so der damalige Glaube, sollte dazu dienen, dass durch die Opfergaben die privaten Häuser vom Blitzschlag verschon blieben. Zu der damaligen Zeit bestanden die meisten Hausdächer noch aus Reisstroh, Bananen- oder Palmblätter, wobei während mancher Unwetter auch Blitze in die Dächer einschlugen und sogar ein ganzes Haus in Brand setzen konnten.
Man weiß zwar nicht mehr wo der Ursprung dieses Brauchs lag und wie viele Menschen wirklich daran teilnahmen, aber die Menschen nahmen früher an, das ein Mensch, der durch einen Blitz erschlagen wurde, durch den Himmel bestraft wurde. Folglich durfte die Leiche nicht sofort verbrannt werden, sondern musste einige Zeit in der Erde vergraben werden. Doch die meisten fürchteten sich so sehr davor, vielleicht nicht mehr ausgegraben und verbrannt zu werden, oder gar von Ratten und Hunden ausgegraben und gefressen zu werden, das man sich durch dieses Ritual erhoffte, vom Blitzeinschlag verschont u werden. |