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Beiträge · Erzählung über Thailand von Wilfried Stevens
Letzte Aktualisierung: 07.02.2010
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Erzählungen von Wilfried Stevens

Der Mondkalender

Da sich die meisten buddhistischen Feste an diesem orientieren, dessen Daten sich von Jahr zu Jahr verschieben können, kann nicht immer der exakte Tag eines Festes im Voraus datiert werden. Die Anziehungskraft des Mondes bewirkt nicht nur Ebbe und Flut, sondern beeinflusst auch alle festen, flüssigen und gasförmigen Körper. Die chinesische Kultur basiert fest auf dem Glauben an Mondeinflüsse, die sich immens auf Menschen auswirken, weil unser Körper ja zum größten Teil aus Wasser besteht.

Der chinesische Mondkalender, eine der ältesten Zeitrechnungen der Menschheit, reicht bis ins Jahr 2637 v.Chr. zurück, als der chinesische Kaiser Huang-ti den ersten Zyklus der Tierkreiszeichen einführte. Ein voller Zyklus umfasst 60 Mondjahre und besteht aus 5 einfachen Zyklen zu je 12 Jahren. Jedem der 12 Jahre eines solches einfachen Zyklus ist ein Tier zugeordnet.

Über die Entstehung dieses Tierkreises erzählt auch eine buddhistische Legende: als Buddha sich anschickte die Erde zu verlassen, rief er alle Tiere zu sich. Es kamen jedoch nur 12 Tiere, um ihn Lebewohl zu sagen. Zur Belohnung benannte er ein Jahr nach jedem der Getreuen, und zwar in der Reihenfolge ihres Eintreffens. Zuerst kam die Ratte, dann der Büffel, danach Tiger, Hase, Drache, Schlange, Pferd, Ziege, Affe, Hahn, Hund und Schwein. Diese Reihenfolge gilt bis heute.

Der Tag des Mondkalenders beginnt nicht wie bei uns um Mitternacht, sondern um 23.00 Uhr und seine 24 Stunden werden in 12 Abschnitte oder Doppelstunden aufgeteilt. Jeder Abschnitt wird von einem Tierzeichen beherrscht.

Im Laufe eines vollen Zyklus von 60 Mondjahren bildet jedes der 12 Tierzeichen eine Kombination mit den 5 Hauptelementen Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. Alle diese Elemente werden von einem Planeten beherrscht: Holz von Jupiter, Feuer von Mars, Erde von Saturn, Metall von der Venus und Wasser vom Merkur. Zudem besteht jedes der Elemente aus einem positiven und einem negativen Pol, das berühmte chinesische Yin und Yang.

Das Mondjahr hat 12 Monate zu je 29,5 Tagen. Alle 2,5 Jahre fügt man zur Fehlerkorrektur einen Schaltmonat hinzu, fortlaufend in Zeitraum zwischen dem zweiten und elften Monat des Mondjahres. Durch das Addieren dieses Monats ergibt sich alle drei Jahre ein Mondschaltjahr. Der Beginn eines Lunarmonats fällt immer mit dem Neumond zusammen.


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