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Beiträge · Erzählung über Thailand von Wilfried Stevens
Letzte Aktualisierung: 07.02.2010
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Erzählungen von Wilfried Stevens

Die thailändischen Landesfrüchte Jackfrucht: khanun

Saison: Januar - /Mai/Juni

Wer einmal diese Frucht gesehen hat, ist von der Form und Größe tief beeindruckt. Die Ähnlichkeit mit einer Durian ist unverkennbar. Wahrscheinlich ist die Jackfrucht die größte Obstsorte der Welt. Prachtexemplare können bis zu 20-30 Kilo schwer und bis zu 50-70 cm lang werden. Bei vereinzelten wild wachsenden Bäumen soll es sogar Prachtexemplare gegeben haben, die bis zu 50 Kilo wogen und bis zu 80 cm lang wurden, jedoch das Fruchtfleisch nicht schmackhaft war.

Wenn Sie die Gelegenheit haben, den bis zu 30 Meter hohen Jackfruchtbaum mit seinen Früchten zu sehen, werden Sie meinen vor etwas zu stehen, das nicht von dieser Welt ist. So ungewöhnlich waren zumindest meine erste Gedanken, als ich diesen Baum mit seinen schweren Früchten das erste Mal sah. Vielleicht sahen so viele Obstbäume in der Urzeit aus. Die Proportionen zwischen Baum und ausgewachsene Früchte ist jedenfalls sehr ungewöhnlich. Auch das merkwürdige enge Anwachsen der Früchte an den Bäumen ist ungewöhnlich.

Für dieses eng am Baum wachsende Frucht gibt es den Fachausdruck Kauliflorie. Dabei wachsen die Blüten und Früchte entweder direkt aus dem alten Holz der Stämme und kräftigen Äste oder an wenige Zentimeter langen Kurztrieben. Die Kauliflorie ermöglicht es, sehr schwere Früchte zu entwickeln, die von den schwächeren Ästen der Baumkrone nicht getragen werden können.

Der Jackfruchtbaum wird zwischen 10-25 Meter hoch. Seit Jahrtausenden wird das beständige, gelbbraune Holz des Baumes für die Herstellung von Möbeln, Musikinstrumenten, Werkzeuge und zum Schnitzen von Masken verwendet. Durch Kochen des Holzes wird heute noch ein gelber Farbstoff gewonnen, mit dem unter anderem traditionell die Roben der buddhistischen Mönche im Land gefärbt werden.

Selbst die Volksmedizin, von einigen respektlos Kräutermedizin tituliert, nutzt einige Bestandteile des Baumes. So sollen Blätter, Wurzeln und Milchsaft für verschiedene Zwecke als Fieber- und Wundmittel eingesetzt werden.

Die Jackfrucht, auch Nangka genannt, wurde schon vor Jahrtausenden in Indien und Cylon kultiviert, und verbreitete sich allmählich auch in Südostasien. Im 16. Jahrhundert brachten die Portugiesen den Jackfruchtbaum nach Brasilien und in die Karibik.

Die Ernte dürfen nur Kenner ausführen, da diese Frucht ganz am Baum ausreifen muss. Wird sie zu früh geerntet, kann sie ungenießbar werden und wird dann nur noch als Viehfutter verwendet. Eine reife Frucht wird daran erkannt, dass die gerippte Oberfläche fast schon glatt ist.

Die Frucht hat die Form einer rauen, großen Melone mit grauer Schale. Die Stacheln der Schale können je nach Größe zwischen 30 und 50 cm lang und 25-40 cm breit werden. Die Schale selber kann bis zu einem Zentimeter dick sein bzw. bis zu 70% Anteil haben. Die Frucht enthält viele Kerne, die etwa die Größe eines Taubeneis haben können. Sie werden geröstet und ähneln im Geschmack der Kastanie. Zudem enthalten die Samen bis zu 40% Stärke und sind auch eiweißhaltig. Im gekochten Zustand finden sie noch weitere Verwendungen.

Das Fruchtfleisch ist dunkelgelb und saftig, schmeckt süß und verströmt einen mittel - starken Duftgeruch. Es enthält nur wenig Saft und erinnert einem ein wenig an Dörrobst. Gegessen wird es als Nachtisch oder Zwischenmahlzeit, als Eiscreme oder mit anderen Früchten. Beliebt ist die Frucht als Kompott mit Kokosmilch. Ungereifte Früchte werden gerne gewürfelt und als Bestandteil in Curries verwendet. Beleibt sind auch Gelees, Marmelade, Sirup und Säfte. Das Fruchtfleisch enthält insbesondere viel Kalzium und Phosphor. In den Kernen hat man Magnesium, Eisen sowie einige B-Vitamine nachgewiesen.

Aufgrund der Größe wird die Jackbaumfrucht auch oft portionsweise verkauft. Viele bevorzugen auch deshalb bereits portionierte Stücke, da dass zerschneiden eine klebrige und zeitraubende Sache ist; schließlich gibt es viele Fruchtfleisch-Segmente. Bei Prachtexemplare kann das eine Arbeit von 1-2 Stunden bedeuten. Dazu kommt der unangenehme Umstand, dass der klebrige Saft der Frucht selbst mit Seife nur sehr schwer abzuwaschen geht. Ein Trick gibt es jedoch: Nach dem Anschneiden wartet man einige Zeit bis die obere klebrige Schicht ziemlich eingetrocknet ist und kann sie dann nach einiger Zeit abrubbeln. Erst mal herausgelöst, in kleine Stücke geschnitten und abgelegen klebt es auch nicht mehr so stark.


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