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Beiträge · Erzählung über Thailand von Wilfried Stevens
Letzte Aktualisierung: 07.02.2010
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Erzählungen von Wilfried Stevens

Die thailändischen Landesfrüchte der Zukunft

Seit vielen Jahren werden viele Obst- und Gemüsesorten auf speziellen Anbauflächen unter den Bedingungen der unterschiedlichsten Bodenverhältnissen Thailands kultiviert. Sobald sich eine Sorte als wirtschaftlich ertragreich erweist, wird diese in der Regel auch den Bauern als weitere Einkommensquelle angeboten. Aber auch staatliche Anbauflächen sorgen dabei für eine zügige Einführung im Markt. Letztendlich entscheidet der Markt über Angebot und Nachfrage.

Gute Chancen, in relativ kurzer Zeit auf den thailändischen Märkten im Eigenanbau zu erscheinen, haben derzeit folgende Früchte:

Nashi

Besser bekannt ist uns diese Frucht als die Chinesische Birne. Nashis erreichen die Größe eines Apfels und sind je nach Sorte kugelig oder birnenförmig. Die Schale ist meistens gelblich und kleinen braunen Punkten befleckt. Das helle Fruchtfleisch ist sehr saftig und knackig und entspricht dem des Apfels. Manchmal wirkt das Fruchtfleisch auch etwas körniger, daher mag sicherlich der Beiname "Sandbirne" abgeleitet sein. Die Samen sind ähnlich wie in einem Apfel angeordnet. Die Frucht lässt sich gut schälen und schneiden.

Die derzeitigen Hauptanbaugebiete sind der ostasiatische Raum sowie Australien, Korea, Nord-China und Chile.

Am besten schmecken die Früchte im gekühltem Zustand. Der Geschmack ist ähnlich wie der Birne, ist aber intensiver und säuerlicher. Auch sind Nashis nicht so druckempfindlich wie Birnen so dass auch eine gekühlte Lagerung von etwa 2 Wochen möglich ist.

Chayote

Im Aussehen ist in ihrem Aussehen recht seltsam, und sieht aus wie eine runzlige Kreuzung aus Birne und Kürbis. Die Chayote, auch unter dem Namen

Schuschu

bekannt, wird 8-15 cm lang und hat oft viele weiche Stacheln. Die Schale ist grün bis gelbgrün. In der Frucht befindet sich nur ein großer Samen, der schon in der reife Frucht wieder keimt.

Anbaugebiete sind u.a. Brasilien, Westafrika und die westindischen Inseln.

Die Chayote wurde bereits vor Jahrhunderten von den Azteken kultiviert. Die Pflanze kann bis zu 10 Meter lange Sprossen bilden. Diese Sprossen können ähnlich wie Spargel gegessen werden. Die verdickten Wurzeln der Pflanze können zu Knollen verdicken und werden ähnlich wie Kartoffeln gekocht.

Die Früchte werden als Gemüse und Kompott verarbeitet. Sprossen und junge Wurzel werden ähnlich wie Spargel oder Schwarzwurzeln verwendet.

Gandaria

Der Gandaria-Baum kann bis zu 15-25 m hoch werden und viele seiner Zweige hängen nach unten. Seine bis zu 8 cm langen Blätter sind grün bis violett. Ab etwa dem 8. - 10. Jahr liefert der Baum bis zu 200 kg Früchte.

Die Frucht ist eine rundlich-oval, fast eiförmige nach oben spitz zulaufende Frucht, die zwischen 4 und 6 cm groß wird. Ihre Farbe ist gelblich-orange und die dünne Schale sehr glatt. Unreife Früchte enthalten viel klebrigen Milchsaft.

Das kräftige ebenfalls gelborange und saftige Fruchtfleisch schmeckt sehr aromatisch und variiert zwischen sauer und süß.

Die Frucht umschließt einen bis zu 4,5 x 2 cm großen, rotbraunen Kern, glatten und glänzenden Stein, der an einer Längsnaht fest mit dem Fruchtfleisch verwachsen ist, aber sonst sich leicht entfernen lässt.

Die Früchte werden roh gegessen, aber mit Vorliebe zu Marmelade, Sirup oder Kompott verarbeitet. Im unreifen Zustand werden sie als Zutat zu Curries, als Bestandteil von scharfen Soßen verwendet oder auch süßsauer eingelegt.

Obwohl man die Frucht nicht in allen Regionen Thailands und zur Zeit noch auf wenigen Märkten sieht, wird der Gandaria-Baum immer beliebter, so dass nicht nur die Anbauflächen von Gandaria-Bäumen vergrößern werden, sondern auch viele Hausgärten sich einen Gandaria-Baum einpflanzen lassen. Mal sehen was die Zukunft bringt.

Macadamia-Nuss

Diese Nuss tauchte plötzlich in kleinen Mengen auf diversen Märkten als geröstete und gesalzene Rarität auf, dessen Preis recht hoch ist. Weltweit ist sie sogar die teuerste Nuss überhaupt. Die Samen haben den hohen Ölanteil von 50% bis zu 80% und müssen deshalb gekühlt gelagert werden.

Ursprungsland der Macadamia-Nuss ist Australien. 1857 wurde die Nuss von dem australischen Botaniker Walter Hill in Queensland entdeckt. Er benannte sie nach seinem Freund McAdam. Seit einiger Zeit wird sie auch erfolgreich in Südafrika und Israel angebaut. Der Baum wird bis zu 20 Meter hoch und braucht eine regelmäßige gute Wasserversorgung. Die Blätter sind länglich oval geformt und mit einem dornigen, stechenden Rand versehen. Aber es soll auch bereist eine Sorte geben, deren Blätter am Rande glatt sind.

Die Nuss selber ist kugelig und kann einen durchschnittlichen Durchmesser von 2-3 cm erreichen. Die harte grün bis braune Schale hat eine glatte Oberfläche, und ist vom Aussehen keiner anderen Nuss ähnlich.

Der Hauptanteil einer Ernte wird getrocknet und in Kokosöl geröstet, und anschließend in Dosen oder Gläser luftdicht verpackt.

Aufgrund des guten Geschmacks und der großen Gewinnspanne beim Verkauf, wird die Macadamianuß sicher bald auch in Thailand eine Heimat finden.

Zum Abschluss

Obst wird in Thailand zu fast allen Mahlzeiten und Zwischenmahlzeiten auf vielfältige Weise serviert. Das thailändische Obst eignet sich natürlich auch für verschiedene Eissorten, Obstsalate, als Beilage zu Pudding oder Kuchen, zur Verarbeitung von Süßigkeiten, Tees, Gebäck und vielem mehr. Die Vielfalt der Zubereitungsmöglichkeiten sollte man selber entdecken und ausprobieren. Auf dem Buchmarkt gibt es auch zunehmend "Dessert-Kochbücher", die tropische Früchte aufgenommen haben.


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