1 User Online
   
 
 
thailand-property-gate
easythai.de - Von Auswandern bis Zivilrecht...
http://www.tropicalgardenlounge.com/
http://farang-magazin.com/index.php?adclick=15
http://www.eidi-homestay.com/
http://www.easy-abc-th.com/
http://farangtaxi.com/
http://farang-magazin.com/kleinanzeigen/neue-inserate-lesen/
http://www.nongapartment.com/
http://www.berlin.myfarang.com/
http://www.der-farang.com/?article=books
http://www.buttra.com/
http://www.der-farang.com/
http://www.swisshelpingpoint.com/
 

Beiträge · Dorfgeschichten von Christian Velder

Letzte Aktualisierung: 07.02.2010
Unsere Autoren
Dorfgeschichten von Christian Velder
 
Bücher · Bücher
Der Richter Hase und seine Gefährten
Wunderkraut und Zauberschwert
Der Reiche und das Waisenkind

Nimm keine dreimal Geschiedene zur Frau

Die Alten haben gesagt: Wenn eine Frau schon dreimal geschieden ist, dann nimm sie dir ja nicht ins Haus – sie ist genau so schlimm wie ein Mann, der schon dreimal Mönch war und jedes Mal aus dem Kloster floh. Solche Leute zu Freunden zu haben bringt Unglück, sie vergällen dir das Leben.

Es war einmal ein Mann. Der hiess In. Er glaubte nicht, was die Alten gesagt. Er liess sich mit einer Frau trauen, die schon zuvor dreimal verheiratet und dreimal geschieden worden war.

Eines Tages ging In hin und stahl dem Fürsten der Stadt seinen Lieblingsschwan aus dem Gatter und gab ihn seiner Frau. „Ich habe”, sprach er zu ihr, “den Schwan unseres Herrn gestohlen. Mach schnell und bereite uns daraus ein Mahl!” Das sagte In, um das Herz seiner Frau zu prüfen. Sie aber war faul und nachlässig genug, dass In ihr das Fleisch eines Huhnes unterschieben konnte, das er geschlachtet hatte, um den Schwan zu schonen. Den nahm er und verbarg ihn, damit seine Frau ihn nicht sah.

Der Fürst verspürte grossen Kummer, als er erfuhr, dass sein Schwan entführt worden war. Er liess in der ganzen Stadt verkünden: Wenn jemand von dem Raub etwas gesehen habe und wisse, so solle er kommen. Er werde mit Gold reich belohnt. Der Dieb aber müsse hängen im Angesicht der ganzen Stadt. Die Frau empfand in ihrem Herzen nichts als Habgier und dachte an die Güte ihres Mannes nicht. Sie eilte aus dem Haus und wollte dem Fürsten der Stadt alles sagen, denn nach nichts andrem als der Belohnung in Gold stand ihr der Sinn:

„Der Mann deiner Sklavin ist ein Dieb, er hat deinen edelgeborenen Schwan gestohlen”, so würde sie sprechen. Aber sie kam nur bis zur Palastwache, und den Wachsoldaten vertraute sie sich an, damit sie ihren Mann ergriffen und zu Tode brächten. Die Wache verhaftete In und schleppte ihn vor den Fürsten. Der Herrscher befahl, dass der Schwanenräuber ihm von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen sollte, und herrschte ihn an: „Du hast meinen Schwan geholt und ihn als Braten verschlungen nicht wahr?”

„Nein, Hoheit, ich habe nur das Herz meiner Frau prüfen wollen, um zu sehen, ob die Alten recht haben, wenn sie davor warnen, eine dreimal Geschiedene zu heiraten. Was den Schwanenfürsten meines Herrn angeht, so ist es ihm wohlergangen, er lebt und gedeiht. Ich Sklave des Erleuchteten habe ihn in einen Käfig gesetzt und aufs Beste für ihn gesorgt. Sogleich will ich ihn herführen, oh heiliger Herr!”

Gesagt – getan. Der Herr der Stadt aber liess seine Wachsoldaten die Frau holen und zu Tode bringen, denn in ihrem schönen Leib wohnte ein böses Herz.

Diese Geschichte offenbart eine Lehre: Habgier macht das Auge blind, Charakterschwächen zu heilen ist schwer.

 
 
zum Seitenanfang  
 
Copyright © 1999 - 2012  [ Matt Productions Co., LTD - FARANG Media ] Alle Rechte vorbehalten Impressum | Sitemap