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Beiträge · Dorfgeschichten von Christian Velder

Letzte Aktualisierung: 07.02.2010
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Dorfgeschichten von Christian Velder
 
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Der Richter Hase und seine Gefährten
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Der Reiche und das Waisenkind

Der Jäger und der Mönch

In alter Zeit bescherte uns der Wald hier oben im Nordland alles, was wir zum Leben brauchten, Hausrat sowohl wie Nahrung.

Eines Tages ging ein Waldjäger in den Dschungel hinein, um Tiere zu fangen. Da traf er einen Einsiedlermönch. Dem kam der Jäger unheimlich vor, denn sein Handwerk war es, Tiere zu töten. An diesem Tage machte der Jäger keine Beute und war darob erzürnt. Er verfluchte den Mönch mit gemeinem Wort und spie seinen Schleim zu Boden.

Am nächsten Morgen zog der Jäger abermals aus, aber wiederum traf er auf den Einsiedler bei dessen Pilgerfahrt auf den Wegen des Waldes. Auch an diesem Tage hatte der Jäger keinen Erfolg.

Am dritten Tage nahm er seinen Fährtenhund mit. Aber kaum hatte er den Wald betreten, da stand wieder der Mönch vor ihm und verwehrte ihm den Weg. Der Jäger hetzte seinen Hund auf den frommen Mann. Aus Furcht vor dem Tier kletterte der auf einen Baum. Der Hund liess sich am Stamme des Baumes nieder und bewachte ihn. Er liess es nicht zu, dass der Mönch herunterkam. Da streifte dieser sein Obergewand ab und liess es zur Erde hinuntersegeln. Das Gewand verhüllte dem Jäger das Haupt, als er gerade zu seinem Hunde unter dem Baum herantreten wollte. Der Hund sah die vom Gewande des Einsiedlers ganz eingehüllte Gestalt auf sich zukommen, dachte, es sei der Mönch, auf den sein Herr ihn gehetzt, sprang auf und verbiss sich in den Jäger, bis er tot war.

Diese Geschichte hat einen Sinn: Wer Leiden sät, wird Schmerzen ernten.

 
 
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