Wenn Turbinen Vögel ansaugen
Die Vogelabwehr auf Don Muang / Lärm soll Tiere vertreiben
Jedesmal wenn ein Flugzeug auf Don Muang, dem Internationalen Flughafen von Bangkok, sicher gelandet oder gestartet ist, wird die Vogelüberwachung des Airports einen weiteren Erfolg für sich verbuchen.
Vogelschlag ist ein Problem auf fast allen Flughäfen der Welt. Während die meisten dieser Unfälle mit Vögeln nur geringen oder gar keinen Schaden an den Flugzeugen anrichten, zeigen nach Angaben der International Civil Aviation Organisation (ICAO) immerhin elf Prozent solcher Vogelschläge Wirkung und einige gefährden sogar die Sicherheit. Es kommt gelegentlich sogar zu fatalen Unfällen.
Die grösste Gefahr besteht dann, wenn ein Vogel von den Turbinen eines Flugzeuges angesaugt wird, die Turbinenblätter beschädigt oder zerstört, was zu einem Brand sowie dem abrupten Verlust der Schubkraft führen und besonders beim Start schreckliche Folgen haben kann.
Auf Don Muang kontrollieren Sicherheitsmannschaften achtmal täglich die Roll-, Start- und Landebahnen, die Rasenflächen, Bäume, das Drainagesystem und alle anderen Einrichtungen in der Umgebung. Mitarbeiter scheuchen Vogelansammlungen auf und verjagen die Tiere.
Auf dem Spiel steht die Sicherheit von 195.530 Flügen und über 30 Millionen Passagieren, die jährlich auf dem Flughafen von Bangkok landen oder von hier starten.
„Wo immer es einen Flughafen gibt, wird es auch Vögel geben. Man kann beides nicht voneinander trennen“, sagt Pongsathorn Chantaragon vom Office für Gesundheit und Sicherheit im Beruf, einer Einheit, die zur Airports of Thailand (AoT) gehört. Die Aufgabe der Sicherheitsmannschaften besteht darin, dafür zu sorgen, dass die Vögel den Flugverkehr nicht behindern.
Seit 1950 haben Kollisionen zwischen Flugzeugen und Vögeln zum Verlust von mehr als 400 Maschinen geführt und seit 1995 rund 100 Menschenleben gekostet. Einer der schlimmsten Unfälle ereignete sich 1960 in den Vereinigten Staaten, als ein Flugzeug der Eastern Airlines in einen Schwarm Stare geriet und in den Hafen von Boston stürzte. 62 Passagiere kamen ums Leben.
In Thailand ereignete sich der letzte grössere Flugunfall mit Vögeln am 3. August letzten Jahres, als eine Maschine der United Airlines den Start von Don Muang abbrechen musste, weil ein Vogel in eines ihrer vier Triebwerke geraten war. Vor diesem Zwischenfall wurden in 2004 auf Don Muang bereits sieben weitere Betriebsstörungen durch Vögel registriert, zum Glück wurden dabei keine ernsthaften Schäden angerichtet.
Die AoT besitze geeignete Mittel, um Gefahren durch wilde Tiere auf Don Muang und den anderen Flughäfen Thailands abzuwehren bzw. mit ihnen fertig zu werden, sagt Managing Direktor Bancha Pattanaporn.
Die einzelnen Massnahmen sind von der ICAO vorgeschrieben und wurden von den lokalen Behörden übernommen, um die Sicherheit auf jedem thailändischen Airport zu gewährleisten.
Der beste Weg sei, aus Versuchen und Fehlern zu lernen, meint Khun Pongsathorn und beruft sich auf die Erfahrungen mit dem Gras. Nach Jahren kamen die Vogelbekämpfer auf die perfekte Lösung, um die Tiere abzuschrecken. Sie säten einheimisches Unkraut und schnitten es auf eine Höhe zwischen fünf und zehn Zentimetern. Bei dieser Höhe fühlen sich die Vögel beim Fressen von Insekten und Würmern nicht wohl oder nicht sicher und verweilen daher nicht lange. Dazu kommt, dass dieses Kraut keinen Samen liefert, den die Vögel als Nahrungsmittel betrachten und sie daher auch nicht anlockt.
Neben dem Gras schenken die Mitarbeiter auch den Bäumen besondere Beachtung. Sie dürfen nicht höher als sechs Meter werden. Die Vogeleier werden planmässig entfernt. Jeglicher Abfall ist auf dem Gelände verboten, um die Vögel nicht mit einer weiteren Nahrungsquelle anzulocken.
Auf dem acht Quadratkilometer grossen Gelände von Don Muang wurden 36 Vogelarten gezählt. 27 von ihnen leben immer dort, der Rest besteht aus jahreszeitliche Gästen. Nur 12 dieser Arten können Flugzeugen gefährlich werden. Zu ihnen gehören der kleine Kormoran, der Chinesische Teichreiher sowie der Silberreiher.
Damit die Flugzeuge auf dem neuen Internationalen Airport Suvarnabhumi nach dessen Einweihung sicher landen und starten können, werden Vögel schon jetzt vertrieben. Kleine, aber lärmstarke Flugzeuge überfliegen das weite Gelände südöstlich der Hauptstadt und sollen den Tieren das Leben und Nisten erschweren. Die Flugüberwachung hat zudem Bangkoks Flugschulen gebeten, mit ihren Flugschülern den neuen Airport anzusteuern und dort ihre Runden zu drehen. |