Die in den umliegenden Bergen lebenden Bergvölker sind in insgesamt sechs große und einige kleinere Stämme unterteilt. Der stetig wachsende Touristenstrom wirkt sich bereits jetzt negativ auf die Wertvorstellungen dieser Bergstämme aus, da er sie immer mehr in ein ungesundes finanzielles Abhängigkeitsverhältnis bringt. Ich konnte schon mehrmals vor Ort feststellen, dass sich ganze Dörfer auf den Touristenverkehr eingestellt haben und ihre moderne, westliche Kleidung nur noch gegen die traditionelle Trachten wechseln, wenn die Hobbyfotografen aus dem Ausland reichlich dafür bezahlen und sich mit vielen Souvenirs eindecken. Das geht natürlich auch zu Lasten der ursprünglichen Identität dieser Bergvölker.
Die sechs Hauptstämme möchte ich Ihnen nachstehend einmal etwas näher vorstellen:
Mit rund 300.000 Mitgliedern sind sie der größte Stamm in Thailand. Ein noch viel größere Teil von ihnen, fast 5 Millionen, lebt im benachbarten Burma, dem heutigen Myanmar. Dort werden sie von burmesischen Militär drastisch verfolgt und es kommt immer wieder zu blutigen Zwischenfällen.
Wie alle Thai-Völker sollen auch sie ihren Ursprung im Süden Chinas gehabt haben. Man geht heute davon aus, dass sie vor mehr als 2.600 Jahren aus dem Tibet kamen. Seit etwa 200 Jahren siedeln sie in Thailand, westlich von Chiang Mai, nordwestlich von Chiang Rai und entlang der Grenze bis etwas südlich von Petchburi.
Sie sind wohl die bekannteste aller Bergstämme. Ihre etwa 70.000 Angehörige leben nördlich du östlich von Chiang Mai, nahe der laotischen Grenze. Vereinzelt haben sie sich auch südlich von Tak angesiedelt.
Vor ungefähr 200 Jahren sind sie, vermutlich ebenfalls aus Südchina stammend, in Thailand eingewandert. Hier gibt es 40.000 von ihnen, während etwa 200.000 in Vietnam und noch rund 1,3 Millionen in China leben. Die Yao sind auch unter dem Namen Mien bekannt und haben sich um Chiang Mai, Nan und im Grenzgebiet zu Laos angesiedelt.
Im vergangenen Jahrhundert kam diese Gruppe aus dem chinesischen Yünnan über Ostburma nach Thailand. 55.000 von ihnen leben heute entlang der burmesischen Grenze nördlich von Chiang Mai und in der Umgebung von Chiang Rai.
Sie sind die sogenannten Hunde-Esser , so genannt für ihre Vorliebe für Hundefleisch, und wanderten während der Jahrhundertwende aus Kumming in der chinesischen Provinz Yünnan in Thailand ein; überwiegend in den Norden von Chiang Mai und Chiang Rai. Dieser Volksstamm hat heute etwas 28.000 Angehörige.
Das Volk der Lisu stammt vermutlich aus dem Osten Tibets und nachweislich erst seit 1921 in Thailand. Sie zählen heute 24.000 Mitglieder und leben nahe der burmesischen Grenze, nördlich von Chiang Mai und westlich von Chiang Rai. Auch ihre Herkunft ist noch immer eine interessante Forschungsaufgabe, und ihre Mythen und Überlieferungen bergen noch manches Geheimnis.
Alle Bergstämme sind in ihrer Kultur eigenständig. Weit verbreitet ist noch der Animismus und Tieropfer, um die Geister zu beruhigen. Das gehört hier noch zur Tagesordnung.
Tourismus und Wirtschaft
Der erste Tourismus in Nordthailand begann in den 70er Jahren mit einzelnen, noch wagemutigen Besuchern, die das Abenteuer ins Goldene Dreieck und seine unendliche Berglandschaft lockte, fernab vom hektischen Leben Bangkoks und des Südens. Doch auch das angenehme Klima und die Einzigartigkeit des Nordens ließen die Region um Chiang Mai bald zum Geheimtipp werden, so dass ab den 80er Jahren die Touristenzahlen kontinuierlich zunahmen. Zentrum blieb jedoch bis heute die Stadt selbst, die gleichzeitig auch der Hauptverkehrsknotenpunkt des Nordens ist.
Die Wirtschaft
Die Wirtschaft Chiang Mai´s stützt sich bisher nicht nur auf den Tourismus. Haupteinnahmequellen der Region sind Reisanbau, Holzhandel und die holzverarbeitende Industrie. Der Handel mit den Nachbarländern spielt ein große Rolle. Seit den 70er Jahren werden in diesem Gebiet neue Agrarprodukte auf Initiativen König Bhumibols hin angebaut. Dazu zählen verschiedene Kohlsorten, Erdbeeren, Melonen und andere Feldfrüchte. Selbst Apfel- und Pfirsichbäume bekommt das dortige Klima ausgesprochen gut. Tee und insbesondere Kaffee Anbau machten bereits Schlagzeilen in der Weltpresse, da durch den Kaffeeanbau der Bevölkerung eine sinnvolle Einnahmequelle geschaffen wurde, durch die der Anbau des Schlafmohns stark eingeschränkt werden konnte. Früher war diese Mohnart, aus der Rohopium zur Herstellung von Heroin gewonnen wird, die einzige Einnahmequelle der Bergbevölkerung im Goldenen Dreieck.
Sehenswürdigkeiten
In der nördlichen Metropole sind diese sehr vielschichtig. Von den 15 Mönchsklöstern der Innenstadt ist der Wat Phra Singh mit seiner schönen geschnitzten Holzfassade und den Wandmalereien am bekanntesten. In ihm wurde der berühmte Smaragd-Buddha 84 Jahre lang aufbewahrt.
Das Wat Phra That liegt rund 15 km außerhalb der Stadt in etwa 1.000 Meter Höhe, in relativer Nähe zur königlichen Sommerresidenz.
Ein Besuch immer wert ist das Banyen-Museum in der Wua Lai Road. Es beherbergt eine Reihe sehr schöner, handgeschnitzter Lanna-Kunstgegenstände aus Holz. Geöffnet ist es von ca. 8.00 Uhr bis gegen 16.00 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt 20 Baht. Vor Ort kann man das Holzschnitzhandwerk beobachten und man hat eine variantenreiche Auswahl an Souvenirs. Natürlich können keine historischen Originale erworben werden, aber sehr gut gelungene Nachbildungen.
Zu den handwerklichen Höhepunkten der Stadt zählen insbesondere auch so traditionelle Zweige wie die Silberschmiedekunst, die Töpferei, die Weberei, die Papierschirmmacherei und nicht zuletzt die Jadeschnitzerei, bei der vor allem aus China stammende Jade, die über Burma in Land kommt, verarbeitet wird. Viele dieser Artikel werden in der Sankampaeng Road angeboten. Einkaufsbummel hier lohnt sich, auch wenn man nichts kaufen möchte. Um all diese schönen Dinge und die Handwerksbetriebe dieser Straße und ihren Seitenstraßen entdecken zu können, benötigt man fast einen ganzen Tag.
Eine Bootsfahrt auf dem Fluss Ping sollten Sie sich keinesfalls entgehen lassen. Sie erstreckt sich über knappe fünf Kilometer an den alten Häusern am Fluss und der Silhoutte der Stadt vorbei. Für 200 Baht erhält man hier einen kleinen kulturellen Überblick über das Leben dort.
Touren ins Landesinnere
Überhaupt ist Chiang Mai als Standort für Kurzausflüge und Tagestouren ideal. Wenn Sie nach Südwesten fahren, vorbei an einigen Handwerksdörfern und entlang dem 29 Meter hohen Mae Klong Wasserfall mit seiner darüber liegende Kakadenstufe, dem Pakan Na Fall, kommen Sie zum höchsten Berg des Landes. Es ist der Doi Inthanon mit einer Höhe von 2.565 Metern, der inmitten eines Naturschutzgebietes liegt.
Der schnellste Weg von Chiang Mai nach Chiang Rai führt über die Nationalstraße 1019. An ihr befindet sich ein weiteres Elefantencamp in der Nähe von Doi Saket. Nicht weit davon entfernt befindet sich der Ort Mae Sa, bei dem es die bekannten Mae Sa Wasserfälle gibt, in deren Nähe sich wieder ein Trainingscamp für Elefanten befindet.
Fährt man von Chiang Mai jedoch direkt nach Norden, vorbei an Chiang Dao und seinem berühmten Elefantentrainingslager, dann zum Ort Fang, wo es heiße Silfatquellen gibt, die bis heute wenig bekannt sind, endet nach etwa 200 km Fahrt die Straße in Tha Ton am Nam Kok. Dieser kleine Ort ist der Ausgangspunkt für eine sechsstündige Bootsfahrt zurück nach Chiang Mai. Einige Stopps an den typisch kleinen Thai-Dörfern der Region macht die Tour zu einem erlebnisreichen Abenteuer.
Shopping in Chinag Mai
Während eines Einkaufsbummels in der Metropole bietet sich häufig Gelegenheit die verschiedensten Werkstätten (besonders die der traditionellen Handwerkskünste) kennen zu lernen. Bei dem reichhaltigen Angebot vergisst mancher, dass er nur beschränkte Möglichkeiten besitzt seine Einkäufe auch nach Hause zu transportieren. Aber natürlich werden hier auch Transportmöglichkeiten angeboten, um das gekaufte Produkt auch z.B. ins Hotel oder der Hauptpost in Bangkok schicken zu lassen. Der Postweg ist in der Regel ziemlich zuverlässig.
In Chiang Mai kann man vieles viele günstiger bekommen, als in Bangkok oder Touristenzentren. Trotz der günstigeren Preise gilt aber auch hier das Gebot des Handelns. Feilschen Sie um den Preis! Ein kleiner Spielraum ist immer vorhanden, wenn man es nicht übertreibt, den der Verkäufer möchte natürlich genauso wie Sie nicht sein Gesicht dabei verlieren. Seien Sie beim Handeln locker und entspannt ? und lächeln Sie dabei.
Vieles aus dem reichhaltigen Angebot lohnt einen Kauf: Holzschnitzereien aller Art (außer Buddha-Figuren, deren Ausfuhr strikt verboten ist, moderne nachgebildete Antiquitäten. Sofern Ihnen mal scheinbar echte Antiquitäten angeboten werden, dürfen diese nur mit behördlicher Genehmigung ausgeführt werden. Aber gehen Sie auch davon aus, dass Ihnen eher eine auf alt getrimmte Antiquität ohne großen Wert unterjubelt werden soll! Es gibt überall Werkstätten, die zuhauf solche Antiquitäten herstellen.
Doch es gibt hier ein weiteres sehr interessantes Angebot an Waren: So Korbwaren aus Weiden und Bambus, wobei man hier Körbe aller Art, geflochtene Matten du Taschen bis hin zu Lampen und ganze Möbel angeboten bekommt. Weiterhin Töpferwaren / Keramik, Stoffe und Kleidung, wobei hier nordthailändische Seide sowie Textilien überwiegend aus Baumwolle und Leinen angeboten werden sowie Waren aus Eidechsen-, Elefanten-, Schlangen- und Wasserbüffelleder, Edelsteine und Schmuck und natürlich die typischen nordthailändischen Schirme und Fächer.
Schirme aus Chiang Mai
Die Schirme aus Chiang Mai sind weltberühmt und ein Exportartikel in alle Welt. Lohnenswert ist auch eine Besichtigung einer Schirmwerkstatt. Man erzählt sich, dass die Qualität der Schirme früher besser gewesen sein soll, da damals nur Seide und Ölpapier verwendet wurde. Heute sind sie mehr etwas für dekorative Anlässe als für den täglichen Gebrauch.
Die Motive sind reichhaltig und meistens aus der Natur entlehnt. Sie werden alle von hand gefertigt, so dass jeder einzelne Schirm praktisch ein einmaliges Kunstwerk darstellt. Der ursprüngliche Sinn war der Schutz vor der heißen Sonne. Dafür sind heute vor allem noch die großen Gartenschirme geeignet, die fünf Meter oder mehr Durchmesser haben. Am günstigsten kauft man immer noch in Barsang, etwas östlich von Chiang Mai, wo es eine Riesenauswahl gibt und alljährlich Mitte Januar das große Schirmfest stattfindet.
Klima
Für uns Europäer ist von Mitte November bis Mitte Februar die angenehmste Reisezeit für Chiang Mai und den Norden. Entsprechend verkehren hier auch mehr Touristen als sonst. Ab Mitte Februar bis in den Mai wird es sehr heiß. Ab Juni kühlt es sich zwischenzeitlich immer wieder ab, denn dann beginnt die Zeit der Monsunregen. Er fällt bis Mitte November immer wieder sporadisch. In der kühlen Jahreszeit ist es nicht verkehrt einen Pulli oder eine Jacke mitzuführen. Für Nordthailand sollte man immer auch festes Schuhwerk mitnehmen.
Der schnellste Weg von Chiang Mai nach Chiang Rai führt über die Nationalstraße 1019. An ihr befindet sich ein weiteres Elefantencamp in der Nähe von Doi Saket. Nicht weit davon entfernt befindet sich der Ort Mae Sa, bei dem es die bekannten Mae Sa Wasserfälle gibt, in deren Nähe sich wieder ein Trainingscamp für Elefanten befindet.
Fährt man von Chiang Mai jedoch direkt nach Norden, vorbei an Chiang Dao und seinem berühmten Elefantentrainingslager, dann zum Ort Fang, wo es heiße Silfat-Quellen gibt, die bis heute wenig bekannt sind, endet nach etwa 200 km Fahrt die Straße in Tha Ton am Nam Kok. Dieser kleine Ort ist der Ausgangspunkt für eine sechsstündige Bootsfahrt zurück nach Chiang Mai. Einige Stopps an den typisch kleinen Thai-Dörfern der Region macht die Tour zu einem erlebnisreichen Abenteuer.
Chiang Rai
Die Hauptstadt der nördlichsten Provinz des Landes, Chinag Rai, ist die zweitgrößte Stadt im Norden dieser Region und liegt am Fluss Nam Kok. Im Gegensatz zu Chiang Mai geht es hier eher ruhig und gemütlich zu. In diesem Teil es Landes kann man noch Ruhe, das Miteinander von unberührter Natur und einfachen Menschen finden. Doch noch sind es wenige Touristen, die nach Chiang Rai kommen, da die meisten Touristen eher hierhin fahren, um weiter zum sogenannten Tor zum Goldenen Dreieck an der Landesgrenze Thailands fahren. Was man aber an diesem wenn auch idyllischen Ort findet, weiß ich bis heute nicht. Die meisten lassen sich halt mit dem Hinweisschild fotografieren.
Von den vielen Wats sind eigentlich nur zwei für einen Besuch lohnend. Dabei handelt es sich um das Wat Phra Singh und das Wat Phra Kaew. Beide sind mit herrlichen Holzgiebeln und schönen Schnitzereien und Ornamenten in einer prächtigen Farbvielfalt versehen.
Wer die Stadt bereist, der sollte auch das Hor-Kham-Mae Fah-Museum besuchen, das 1989 fertiggestellt wurde. In dem kunstvollen, zweistöckigen Gebäude befinden sich zahlreiche religiöse aber auch weltliche Ausstellungsobjekte.
Wer gerne einkauft, der kann dies am besten in der Paholyothin Road machen, wo sich reichlich Gelegenheit bietet vor allem Zutaten der thailändischen Küche zu kaufen. Empfehlenswert ist dabei der eingelegte Knoblauch!
In der Umgebung von Chiang Rai gibt es zahlreiche Dörfer der Bergvölker. Sollten Sie von diesen Menschen Fotos machen wollen, die in ihren Trachten ein schönes Motiv abgeben, dann fragen Sie diese vorher freundlich um Ärger zu vermeiden, auch wenn besonders einige Kinder eine Einnahmequelle daraus gemacht haben. So kommt es nicht selten vor, dass Ihnen ein Kind fragt: Foto ja nur 100 Baht oder ähnliches. Das ist natürlich undiskutabel. Wenn man schon was geben möchte, sind 10 Baht absolut angemessen