5 User Online
   
 
 
thailand-property-gate
http://www.buttra.com/
http://farangtaxi.com/
http://www.hhnthailand.org/
http://www.swisshelpingpoint.com/
http://www.easy-abc-th.com/
http://www.eidi-homestay.com/
http://www.weltkonto.com/startseite.html?referer=27807_farang
http://farang-magazin.com/kleinanzeigen/neue-inserate-lesen/
http://www.real-estate-thailand.com/
http://www.pictures-thailand.com/
http://www.der-farang.com/?article=books
http://www.bluemarlinbar-pattaya.com/
http://www.nongapartment.com/
 
Chiang Mai · Informative Beiträge, Nachrichten und Ausflugsziele
Letzte Aktualisierung: 07.02.2010
Weiter Seiten
Aktuelle Chiang Mai Infos & News

Holzschnitzerei im Lanna-Stil

Ein Sammler zeigt in seinem Museum das traditionelle Kunsthandwerk

Holzschnitzerei hat in Nordthailand Tradition. Da aber die Holzvorräte schrumpfen, droht dieses Kunsthandwerk auszusterben. Ein ehemaliger Lehrer bewahrt das künstlerische Erbe seiner Heimat und zeigt seine Sammlung in einem privaten Museum. Der Norden Thailands ist bekannt für seine prachtvollen Teakhölzer und die Kunstfertigkeit seiner Handwerker. Beides kombiniert ergibt grossartige Holzschnitzereien, die viele Menschen genauso bezaubern wie wertvolle Edelsteine. Weil aber die Holzvorräte immer schneller schrumpften, wurde dieses Handwerk zu einem aussterbenden Beruf. Deshalb bekommt man heute exotische Holzschnitzereien nur noch selten zu sehen.

Charoui Na Soonton hatsein Haus in ein privates Museum für Holzschnitzereien verwandelt, um damit das künstlerische Erbe des Nordens zu bewahren. Das im traditionellen Lanna-Stil errichtete „Ban Roi An Phan Yang“ befindet sich an der Landstrasse von Chiang Mai nach Sanpatong zwischen den Kilometersteinen 19 und 20.

Es ist die Heimat der heute selten gewordenen hölzernen „Edelsteine des Nordens“. Mit dem aussen angebrachten Schild „Ngarn Anurak Pueh Muan Chon“ (Bewahrung der Holzschnitzereien für die Allgemeinheit) wird bekundet, dass diese Erbschaft des Nordens, Holzarbeiten im Lanna-Stil, hier beheimatet ist.

Vor dem Haus befindet sich ein kleiner Garten, der mit zahlreichen geschnitzten hölzernen Statuen gefühlvoll dekoriert wurde. Sie geben einen Vorgeschmack auf das, was den Besucher im Inneren des Hauses erwartet. Doch was sich ausserhalb befindet, kann sich nicht mit den über 1.000 Holzschnitzarbeiten messen, die die Besucher im Inneren vorfinden.

Wer das Haus betritt, findet sich im Irrgarten einer vergangenen Welt wieder, in dem die kunstvoll gearbeiteten Ausstellungsstücke dem Besucher Geschichten traditioneller Fabeln und örtlichen Glaubens erzählen. Engel und Tiere verdeutlichen den Lebensstil des Nordens.

In der Mitte des grossen Wohnzimmers steht ein mit einer Glasscheibe bedeckter Teakholztisch, dessen Schnitzereien einen fruchtbaren Wald darstellen, in dem auf einem Fluss Holzstämme treiben. An den Säulen in der ersten Etage sieht man Darstellungen traditioneller Gottheiten in feinen Kostümen - sie alle demonstrieren die Meisterschaft dieses Handwerks des Nordens.

Anstatt herkömmlicher Treppen hat man Wagenräder so aufeinander gestapelt, dass man wie auf Stufen in die zweite Etage gelangt. Hier sieht der Besucher in Holz geschnitzte Nachbildungen berühmter buddhistischer Mönche und Hindugötter, die ein Gefühl von Mysterium und Heiligkeit erzeugen.

Nur jemand mit einer echten Passion für Holzschnitzereien kann sich einer solchen Ansammlung von hölzernen Skulpturen hingeben, von denen viele äusserst selten oder sogar einmalig sind. „Diese Schnitzereien sind meine persönliche Sammlung“, schmunzelt Charoui Na Soonton, ein ehemaliger Lehrer. „Ich habe sie in 20 Jahren gesammelt und von meinen eigenen Ersparnissen bezahlt.“

Nachdem er seine Karriere als Lehrer nach zwölf Jahren aufgegeben hatte, begann er mit dem Sammeln von Holzschnitzereien. Als er von seinen Reisen zurückgekehrt war, unterstützte er seine Familie mit Handarbeiten, zum Beispiel der Herstellung von Körben und anderen dekorativen Gegenständen aus natürlichem Material oder Recycling-Produkten.

Seine Vorliebe für Design und Innenausstattung, die sich schon in seiner Kindheit entwickelte, sowie seine Zeit als Lehrer von Karen-Kindern ermunterten ihn zu seiner „Jagd“ nach Holzarbeiten. Er begann mit künstlerischen Gegenständen, die einige Geschicklichkeit erfordern und die man oft auf Jahrmärkten findet. Fünf Jahre später wandte er sich mehr den seltenen und einmaligen Stücken zu, was ihn allerdings zu grösseren Rundreisen zwang. „Heutzutage ist der Markt für Holzschnitzereien gut gefüllt mit kommerzieller Kunst, jedoch nicht mit Qualitätsarbeiten“, kommentiert Charoui.

Wanddekoration im „Ban Roi An Phan Yang“: ein liegender Buddha Da er solche Qualitätsstücke fordert, arbeitet er nur mit sechs Handwerkern zusammen, die seine geliebten Arbeiten ausführen. „Ich will sie nicht zwingen, gegen die Zeit zu arbeiten. Ich lasse sie nach ihren Möglichkeiten werkeln, ohne ihnen bestimmte Zeitziele vorzuschreiben. Feine Kunstarbeiten entstehen aus der Passion eines Künstlers und aus seinem Denken und Vorstellungsvermögen. Deshalb kann ich sie nicht zwingen, ein Kunstwerk in einer bestimmten Zeit fertigzustellen. Und ich zahle ihnen, was sie für ihre Arbeit verlangen“, merkt der Sammler an.

Um seine Sammlung zu vervollkommnen, wanderte Charoui durch viele einsame Dörfer, um dort nach altem Holz zu suchen. Er fand dabei Teile alter Boote, Wagenräder und tote Baumstämme - 90 Prozent davon bestanden aus Teak. „Altes Holz ist besser als neues, da es sich bereits selbst im Test mit der Zeit und den Jahreszeiten bewiesen hat. Und die dunklere Farbe gibt den Kunstwerken ein kräftigeres und einmaligeres Aussehen. Darüber hinaus geben mir Hintergrund oder Geschichte eines jeden Holzstückes mehr Verständnis für das daraus entstehende Kunstwerk“, erklärt Charoui und deutet auf eines seiner Lieblingsstücke, eine 1,8 m hohe Säule, graviert mit Elefanten.

„Das war einmal ein abgestorbener Baumstamm. Es ist zu sehen, wie jemand versucht hat, den Baum zu zerstören. Es sind noch die Markierungen der Axt und die Brandstellen sichtbar. Ich nahm den Stamm, weil er daran erinnert, wie die Habgier der Menschen die Natur zerstört“, fährt der Thai fort.

Derartige Materialfehler geben Charoui und seinen Handwerkern die Möglichkeit, ganz spezielle und einmalige Kunstwerke herzustellen. „Die Spitze dieser grossen Planke wurde angebrannt und ruiniert. Diese Beschädigung arbeitete ich in das Stück ein, um so das philosophische Wissen über die Unsicherheiten des Lebens zu vermitteln“, erklärt Charoui.

Eine Meerjungfrau aus Holz geschnitzt In das Holz wurde der Lebenslauf von vier Pferden eingeschnitzt, von der Geburt bis zum Alter. Die jungen und erwachsenen Pferde wurden in das gut erhaltene Holz geschnitzt, während sich die alten und gebrechlichen Tiere im beschädigten Teil der Planke befinden. Die meisten Arbeiten reflektieren Thaistil, mit Abbildungen aus der thailändischen Literatur, zum Beispiel „Hanuman“, der Affenkrieger, Engel, Götter, Priester und Elefanten.

Das zwanzigjährige Sammeln hat natürlich viel Geld verschlungen, soviel, dass Charoui heute Schulden hat. Als Resultat kann er zur Zeit nicht mehr nach neuem Holz Aussschau halten und auch seine Handwerker nicht mehr beschäftigen. Dafür hat er sein Haus für die Allgemeinheit geöffnet, so dass jedermann seine unbezahlbare und schöne Sammlung betrachten kann. „Anfänglich wollte ich meine Kollektion nicht der Öffentlichkeit zugänglich machen, sondern sie allein bewundern. Doch je grösser die Sammlung wurde, umso höher wurden auch meine Ausgaben. Die Kosten für das Schnitzen, das Holz und die Unterhaltung haben mich in Schulden gestürzt“, sagt Charoui.

In sein Museum kommen viele Besucher. Selbst Ihre Majestät die Königin hat sich die Sammlung erklären lassen. Im „Ban Roi An Ohan Yang“ wird kein Eintrittsgeld verlangt. Wer allerdings nach den „fine arts“ im Erdgeschoss die noch feineren Arbeiten im Obergeschoss bewundern will, muss spenden. Erst danach wird das Seil am Aufgang zum Obergeschoss beiseite gezogen. Thais dürfen 100 Baht, Ausländer müssen 200 Baht zahlen. Mit dieser Spende erwerben die Museumsbesucher die Genehmigung, von allen Ausstellungsstücken ein Foto zu schiessen. Im Erdgeschoss ist das Fotografieren untersagt.

„Obwohl ich mit meinem Museum finanziell verliere, geistig und seelisch gewinne ich sehr viel“, lächelt Charoui. „In den Menschen ein positives Gefühl und Wertschätzung sowie Verständnis für die Kunst zu erzeugen ist kein leichter Job. Die meisten Besucher sind erfreut, meine Sammlung bewundern zu können. Und das macht mich stolz und glücklich.“

Doch mit der finanziellen Unterstützung durch die Besucher kann er nicht alle seine Ausgaben abdecken. Deshalb hat er notgedrungen zugestimmt, einige seiner Stücke zu verkaufen. Das teuerste Objekt könnte schätzungsweise rund eine Million Baht einbringen, während ein kleiner Elefant mit fein geschnitzten Augenlidern und schöner Haut nur rund 900 Baht kosten soll. Auf gar keinen Fall sollen alle Stücke verkauft werden. Und die Objekte, an denen er besonders hängt, will Charoui nur an Sammler verkaufen, die sie genauso lieben wie er selbst und die wissen, wie preislos sie eigentlich sind. „Ich will nur an Menschen verkaufen, die Holzschnitzereien lieben und etwas von dieser Kunst verstehen. Nur dann kann ich sicher sein, dass meine Schätze in guten Händen sind und entsprechend behandelt werden“, sagt der leidenschaftliche Sammler abschliessend.

Das Museum „Ban Roi An Phan Yang“ mit hölzernen Schätzen in der Lanna-Tradition ist täglich von 8:30 bis 16:30 Uhr geöffnet (weitere Infos unter Telefon 053.355.819 oder 09.8500126).

Quelle: http://der-farang.com/ Ausgabe 03/2005

 
 
zum Seitenanfang  
 
Copyright © 1999 - 2012  [ Matt Productions Co., LTD - FARANG Media ] Alle Rechte vorbehalten Impressum | Sitemap