Rot steht für Glück, Freude und Wohlstand
Chinesen feiern vom 21. bis 23. Januar in das Jahr des Drachen
Mit Feuerwerken, Festen und Gebeten läuten Chinesen den Beginn des neuen Jahres ein. Das chinesische Neujahrsfest, auch Frühlingsfest genannt, wird als der wichtigste chinesische Feiertag erachtet. Das Clan- und Familienfest wird in diesem Jahr vom 21. bis 23. Januar auch in weiten Teilen des Königreichs von ethnischen Chinesen begangen.
Nachdem das vorangegangene Jahr des Metall-Hasen Thailand Naturkatastrophen gebracht hatte, hoffen die Menschen, dass der Wasser-Drache ein ruhiges Jahr einleiten wird. Das Fabeltier steht für eine erfolgreiche Zukunft. Deshalb wollen viele chinesische Paare ihre Kinder im kommenden Jahr zur Welt bringen.
Da der chinesische Kalender im Gegensatz zum gregorianischen ein Lunisolarkalender ist, fällt das chinesische Neujahr jeweils auf unterschiedliche Tage, und zwar zwischen dem 21. Januar und dem 19. Februar. Es beginnt genau am ersten Tag des zunehmenden Mondes im zweiten Mondmonat nach der Wintersonnenwende. Mit dem Neujahrsfest ist nach der chinesischen Astrologie der zyklische Wechsel zwischen den zwölf verschiedenen Erdzweigen verbunden. Das Symbol des neuen Jahres ist der Drache. Er löst den Hasen ab und wird in zwölf Monaten von der Schlange vertrieben. Dann folgen in der üblichen Reihenfolge: Pferd, Ziege, Affe, Hahn, Hund, Schwein, Ratte, Ochse/Rind, Tiger, Hase und – im Rhythmus von 12 Jahren – Drache. In diesem Zyklus wiederholen sich die Tierzeichen des chinesischen Kalenders. Wer also in den Jahren 1928, 1940, 1952, 1964, 1976, 1988 sowie 2000 geboren wurde oder im Jahr 2012 das Licht der Welt erblickt, gehört zur Gruppe des Drachen.
Die Vorbereitungen für das Neujahrsfest am 23. Januar beginnen bereits lange vor dessen Termin. Dazu zählen die Reinigung des Hauses und dessen anschließende Dekoration, wobei die zahlreichen Lampen und Papierbänder meist rot gefärbt sind sowie mittels schwarzer Tinte durch allerlei Neujahrssprüche beschriftet wurden. Rot steht in China für Glück, Freude und Wohlstand.
Zu den vielen, meist regionalen Ritualen gehört die Opferung von meist süß-klebrigem Reis an den Küchengott. Dieser verlässt das Haus der Legende nach sieben Tage vor dem Neujahrsfest, um dem himmlischen Jadekaiser über die Vorkommnisse des letzten Jahres Bericht zu erstatten. Durch den süßen Reis soll er nur noch Positives berichten können, und er kehrt schließlich vier Tage nach dem Neujahrsfest wieder in das Haus zurück, wo er mit Früchten und Tee empfangen wird.
Die kleine oder auch größere Familie kommt spätestens am Vorabend des Neujahrsfestes zu einem reichhaltigen Festessen zusammen, traditionell mit Hühnchen und Fisch, der jedoch nicht vollständig aufgegessen wird. Das Wort für „Reste“ entspricht dem Wort für Wohlstand: yú. Es werden in rote Umschläge verpackte Geldgeschenke an die Kinder verteilt, wobei die Höhe des Geldbetrages von großer Bedeutung ist. Vor Beginn des neuen Jahres, um 23 Uhr, verlässt man das Haus und nimmt dabei die Spuren des alten Jahres mit sich ins Freie, kehrt jedoch anschließend zurück, um die Fenster zu öffnen und auf diese Weise das Glück des neuen Jahres einzulassen.
Der erste Tag des neuen Jahres wird ebenfalls im Kreise der Familie begangen. Man trifft sich am Morgen, grüßt seine Eltern mit einem Neujahressegen und einem Kompliment. Im Anschluss werden rote Umschläge an unverheiratete Mitglieder der Familie verteilt, soweit dies nicht am Vorabend schon geschehen ist. Wichtig hierbei sind das Gedenken und die Respekterweisung gegenüber den Ahnen. Selbst Christen entrichten den Kotau gegenüber alten Ahnentafeln und opfern Räucherstäbchen. Weiter wird der Tag zum Neujahrsschoppen und zum Besuch von Freunden und Verwandten genutzt, denen ein gesegnetes Neujahr gewünscht wird.
Das Fest findet zwar vorwiegend im Familienkreis statt, wird aber immer mehr von den Thai-Chinesen an den arbeitsfreien Tagen zu mehrtägigen Familienausflügen mit Einkaufstouren genutzt. Schon viele Tage vor dem Neujahrsfest scheinen sich die Chinesen in einem Kaufrausch zu befinden. Während sie in ihrer Heimat traditionell die vielen farbenfrohen Neujahrsmärkte in den Städten und Dörfern besuchen, zieht es die Thai-Chinesen vor allem in die großen Einkaufszentren und Gold-Geschäfte.
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