Koh Jum – das Paradies der Krabben
Einsame Naturstrände und herrliche Sonnenuntergänge
Thailands letzte Globetrotter-Inseln Es gibt keinerlei Korallenriffe, die Strände sind von Felsen durchsetzt und die Meeresfluten schwappen auch gern mal leicht getrübt heran… All das mag Urlaubern als Ärgernis erscheinen. Doch für Koh Jum (Krabi), Koh Phayam und Koh Chang (Ranong) an Thailands Andamanen-Küste zum Beispiel scheint genau das die bisherige Errettung vor dem Massentourismus gewesen zu sein. So können die Globetrotter hier auch heute noch ganz ungestört in ihren Hängematten schaukeln, um stilechte Inselidylle zu zelebrieren.
Obwohl Koh Jum nur zehn bis 18 Kilometer von Krabi, Koh Lanta und den Phi-Phi-Inseln entfernt liegt, ist es bis heute eine Robinsoninsel geblieben. Flankiert von ursprünglichem Küstengrün, ziehen sich an der zwölf Kilometer langen Westküste sechs Strände entlang, an denen aber - angesichts von Felssprenkeln und des zuweilen von Sedimenten getrübten Wassers - unbeschwerte Badefreuden keine Selbstverständlichkeit sind. Bei Wanderungen über die Naturstrände erfährt man sogleich, warum dieses Eiland statt Koh Jum (gesprochen: Koh Dscham) auch Koh Phu - Insel der Krabben - genannt wird: Sie flitzen in Scharen über den Sand oder klettern an den zahlreichen Felsen herum. Ausserdem wird der malerische, rund 30 Quadratkilometer grosse Archipel von Schlangen, Waranen, Seeadlern, Hornvögeln und Affen bevölkert. Dazu kommen rund 1.500 Menschen, die in fünf kleinen Ortschaften leben. Über holprige Pisten und Pfade kann die friedvolle Insel in nur zwei bis drei Stunden abgefahren werden.
Im bewaldeten Norden erhebt sich der etwa 400 Meter hohe Berg Phu, der sich nur über verwegene Dschungelpfade erklimmen lässt. Der flache Süden ist von Kautschuk-Plantagen bedeckt. Der Tsunami vom 26. Dezember 2004 hatte Koh Jum arg zugesetzt, doch starben die 17 Todesopfer der Insel nicht hier, sondern beim Fischfang rund um Koh Phi Phi. Den nächsten gravierenden Einschnitt dürfte es in ca. zwei Jahren mit der Stromversorgung vom Festland geben.
Die im Norden gelegene Lubo - (North) - Bay erscheint durch ihre Abgelegenheit, landschaftliche Einbettung und die wenigen, einfachen Resorts ideal zum Relaxen. Ebenfalls mit noch viel Einsamkeit aufwarten kann der schöne Ao Si Beach, an dem das Baden auch bei Ebbe möglich ist. Auch er wird von dichtem, die Berghänge hinaufkletternden Tropengrün flankiert. Der Übergang zum Golden Pearl Beach - mit über vier Kilometern längster Strand der Insel - wird durch eine malerische Formation von Felsblöcken markiert. Hier tummeln sich zu Koh Jums herrlichen Sonnenuntergängen gern Affen. Als Hauptstrand gilt der Andaman Beach, der in der Nähe zum grössten Küstendorf liegt. Sein Plus: fünf etablierte Bungalowanlagen und die Bademöglichkeit bei jedem Wasserstand. Von hier kann man mit Paddelbooten zu Mangrovenhainen gelangen oder zur vorgelagerten Insel Loa Lah, von wo aus sich sogar Koh Phi Phi sichten lässt.
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Insel-Originale
Der sympathische, stets gut gelaunte Skipper Mr. Pon (zu erreichen über „Ao Si Bungalow“, s. Tipps & Trends) kennt sich in den Gewässern von Koh Jum bestens aus. Mit seinem Longtail-Boot führt er rund um die Insel (500–1.000 Baht), zu den Korallenriffen bei Koh Pai bzw. Bamboo Island (Tagesausflug ca. 2.000 Baht) oder zur nördlichen, einsamen Schwesterinsel Koh Siboya (ca. 1.500 Baht), die sich - um das Süd-Kap Koh Jums herum und vorbei an mehreren Stränden, zwei Pfahlbau-Siedlungen und ausgedehnten Mangrovenhainen - in rund 50-minütiger, reizvoller Fahrt erreichen lässt. An der Westküste dieser Insel findet sich ein langer, flach ins Meer verlaufender Naturstrand mit Felsen, Mangroven und zwei Bungalow-Resorts.
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Tipps & Trends
Es gibt 20 einfache Bungalowanlagen mit insgesamt rund 200 Zimmern. Einen guten Überblick bietet das Internetportal www.kohjumonline.com. Etwaig vorhandene Generatoren laufen nur in den Abendstunden. Zu den urigsten Anlagen zählt das an einem Dschungelhang liegende Ao Si Bungalow (300-600 Baht) am Ao Si Beach (Tel. 081-747.2664, 081-091.4567, www.aosibungalow.com). Mit Abstand am schönsten, besten und teuersten ist das französisch geführte Boutique-Resort Koh Jum Lodge (Foto) am Golden Pearl Beach (Tel. 075-618.275, 075-921.1621, Fax 075-618. 276, www.kohjumlodge.com). Es bietet 16 geräumige Bungalows (Hochsaison 3.500-5.500 Baht), das einzige Schwimmbad der Insel, Generatorenstrom rund um die Uhr, Heisswasser, Sat-TV, Internet und beste Küche.
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Koh Phayam – das vergessene Juwel
Herrliche Badebuchten und verträumte Bungalow-Resorts
Koh Phayam liegt fast schon im Nachbarland Myanmar. Daher kann es nicht weiter verwundern, dass die rund 600 Einheimischen zur einen Hälfte Thais und zur anderen Burmesen sind. Ihre Haupteinnahmequelle sind die Garnelenzucht und vor allem: Cashewnüsse. Sobald der Besucher den Pier mit dem einzigen Dorf hinter sich gelassen hat, offenbart sich der Charme dieser Insel. Mit dem Moped-Taxi zu den Stränden geht es über schmale, erst vor kurzem angelegte Betonpisten, dann über unbefestigte Pfade durch Buschland und ausgedehnte Plantagen. Denn Haupteinnahmequelle ist der Anbau von Nüssen - wie Mitte März nicht zuletzt das alljährliche Cashew Nut Festival beweist, bei dem sogar eine „Miss Cashew“ gewählt wird.
Die malerischen Strände allerdings könnten der zehn mal sieben Kilometer grossen Insel leider schon bald eine rasante Entwicklung bescheren. Denn Koh Phayam, wo es weder Geldautomaten noch Kriminalität oder Polizei gibt, erscheint wie ein vom Massentourismus vergessenes Juwel: Im Gegensatz zum benachbarten Koh Chang ist die Insel teilweise mit herrlich weissen Sandstränden gesegnet und auch vom Standard ihrer 30 zuweilen erfreulich verträumten Bungalow-Resorts (einige werden immerhin schon mit Solarenergie betrieben) her weiter fortgeschritten. Bevölkert wurden die Unterkünfte bisher vor allem von deutschsprachigen Globetrottern, da der populäre „Lonely Planet“ diesen Winkel Thailands bis 2006 weitestgehend als weissen Fleck auf der touristischen Landkarte behandelt hatte.
Fast alle Resorts liegen an der Westküste. Der Hauptstrand Ao Yai ist vom Anleger in rund 50 Minuten zu Fuss (vier Kilometer) und mit Moped-Taxis (50–100 Baht) zu erreichen: Eingerahmt von Felsen, erfreut er an der südlichen Westküste auf über drei Kilometern mit weissem Sand, obwohl sich das Wasser bei Flut sehr eintrüben kann. Mit mehr Felsen durchsetzt ist der beliebte Ao Kao Kwai Beach, der - auch gern als Buffalo-Bay bezeichnet - eine tiefe, mehr als zwei Kilometer lange Bucht an der nördlichen Westküste ausbildet. Bei Ebbe fällt sie über mehrere hundert Meter trocken und lädt zum Wattwandern ein. Die Ostküste samt Dorf und Pier findet meist nur wenig Beachtung. Doch gibt es hier einen fotogenen Meerestempel und wunderschöne, einsame und seicht ins Meer übergehende Strände sowie im Norden herrliche, völlig unverbaute und von dichtem Urwald umrahmte Sandbuchten.
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Insel-Originale
Wer auf Koh Phayam anlandet, sollte sich davor hüten, in Oscar`s Bar (Tel. 077-824.236) vorbei zu schauen. Denn mit seinem spartanischen Tresen lockt der allseits beliebte, sich guter Einträge in Traveller-Handbüchern erfreuende Mr. Richard schon seit 17 Jahren. Und das in strategisch bester Lage - nur einen Steinwurf vom Pier entfernt. Bei günstigen Getränkepreisen, guten Curries (40-60 Baht) und geselligen Insider-Gesprächen jedoch ist es schwierig, dem 48-jährigen Briten wieder zu entrinnen. Nur 50 Meter weiter allerdings lockt als deutsche Alternative das neue Restaurant „Jens & Dick“ (Tel. 081-4169.584), wo es lecker gebratenen Mozarella, Dosenbier zu 30 Baht, Miet-Mopeds und jede Menge Geheimtipps gibt.
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Tipps & Trends
Am teuersten sind die Resorts am Ao Yai Beach, die teilweise auch Kanus, Kajaks oder Boogie Boards verleihen. Zum beliebten, schon seit zwölf Jahren etablierten Mr. Gao Bungalows am Ao Kao Kwai Beach (Tel. 077-823.995, www.mr-gao-phayam.com) gehören acht tropisch eingegrünte Veranda-Hütten (200-600 Baht). Die umfassenden Serviceleistungen sind nicht billig, doch die freundlichen Betreiber wissen, worauf es Farang-Gästen. ankommt. Nur etwa einen Kilometer nördlich vom Anleger findet sich das von einem jungen Belgier mit einer ausgefeilten Solartechnik betriebene P.P. Land Resort (Tel. 081-678.4310, www.ppland.cabanova.de). Es verfügt über acht behagliche Bungalows (Foto) mit Ventilatoren und Safe (400–500 Baht) sowie ein urgemütliches Restaurant und sogar eine Internet-Lounge.
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Koh Chang – die zweite Elefanteninsel
Verschlungene Pfade und geruhsame Freak-Atmosphäre
Das Koh Chang bei Ranong mit dem Koh Chang bei Rayong zu verwechseln, ist ein gern gemachter Fehler. Eingefleischte Globetrotter jedoch wissen gut zu unterscheiden - zwischen dem einsamen Eiland in der Andaman-See und der boomenden, zweitgrössten Insel im Golf von Thailand. Beiden gemeinsam jedoch ist, dass sie von buckeligen, waldbedeckten Bergen überzogen werden - was ja auch für ihren Namen „Elefanteninsel“ gesorgt hat. Wer auf dem im Süden gelegenen Koh Chang über verschlungene Dschungelpfade die bis zu 370 Meter hohen Gipfel erklimmt, kann dabei mit viel Glück Wildschweine, Makaken, Nashornvögel, Milane oder Seeadler erspähen. Erfreulich viel Natur gibt es auch an der Ostküste, die weitgehend aus Mangrovenwald besteht. Hier liegt die einzige Siedlung, von der ein Pier in das Meer führt. Er dient vorwiegend zum Verladen von Gummi, Kokosnüssen und Cashewnüssen aus den Plantagen des Flachlands. Diese werden von etwa 300 Insulanern bewirtschaftet, deren Vorfahren - wie es der Zufall so will - von den einstigen Globetrotter-Inseln Koh Samui und Koh Phangan stammen.
Koh Chang lockt mit 30 familiär geführten Resorts. Wer sich hier einmietet, will keinen Komfort. Die Inselgäste leben bescheiden und bringen - wie es nach alter Traveller-Manier angesagt ist - sogar oft noch ihre eigenen Handtücher, Seife und das Toilettenpapier mit. Die Atmosphäre ist ausgesprochen freakig - wovon nicht zuletzt die beliebten Tätowierungen zeugen, die sich zahlreiche Gäste auf traditionelle Weise mit Hilfe von Bambusstäben als Souvenir in die Haut ritzen lassen.
Die meisten Resorts liegen an den durch Felsen getrennten acht Stränden der Westküste, die nicht so schön wirken wie auf dem benachbarten Koh Phayam. Doch heisst auch hier der längste Strand Ao Yai (grosse Bucht) und erstreckt sich über eine Länge von rund drei Kilometern. In der Trockenzeit ist er teilweise mit den grauen Schlieren von Mineralien durchsetzt. Auch das Meer kann sich hier schnell eintrüben. Am südlichen Ao Lek (Ao Siad), dem zweitgrössten Strand, halten die Fährboote zwischen Ranong und Koh Phayam. Hier laden gelber Sand und meist auch klares Wasser sowie fünf Resorts zur Entspannung ein. Als Geheimtipp gilt der ebenfalls von Felsen eingerahmte, kleinere Ao Tadeng, wo man direkt am Meer oder auch auf den Klippen residieren kann.
Volker Klinkmüller
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Insel-Originale
Obwohl sich hier keinerlei Korallenriffe finden, gibt es mit dem Aladdin Dive Safari (Tel. 077-820472, Fax 077-813698, www.aladdindivecruise.com) ein Tauch-Unternehmen. Denn der seit 15 Jahren in der Region lebende, knuffige Lübecker Frank Zander (alle Ähnlichkeiten mit dem legendären, 1975 durch sein Lied „Der Ur-Ur-Enkel von Frankenstein“ bekannt gewordenen Musiker ausgeschlossen…?) offeriert vier- bis elftägige Exkursionen (ab 17.500 Baht) zu den Surin- oder Similan-Inseln sowie Tagestouren nach Koh Khang Khao oder Koh Kham - einem paradiesischen Archipel aus fünf kleinen Inselchen mit weissen Traumstränden und faszinierenden Korallengärten. Zudem bei ihm im Angebot: Ein Zweier- und ein Dreier-Kayak (300 Baht pro Tag).
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Tipps & Trends
Die meisten Unterkünfte sind schon ab rund 150 Baht zu haben. Einen guten Überblick liefert das Internetportal www.kohchang-ranong.com. Als erste Anlage bereits 1990 eröffnet wurde das Cashew Resort (Tel. 077-820.116) mit 39 spartanischen Bungalows (100-300 Baht) unterschiedlicher Bauweise. Eingefleischte Globetrotter schwören auf die zehn, am Ao Tadaeng Beach hübsch auf einen Felsvorsprung gesetzten Hütten (Foto) von Mama`s Bungalows (Tel. 077-820.180, mamasbungalows@yahoo.com), aber auch auf die exzellente Küche von Mama, die in diesem Fall Khun Soi heisst und das beste Farang-Food der Insel brutzelt. Wie sogar Kartoffelpuffer (60 Baht), Currywurst/Pommes (65 Baht) oder Cordon Bleu (70 Baht). Davor, dazu oder danach schmeckt Caipirinha aus Masskrügen (120 Baht).
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