Entschädigung nach Unglück
Air France zahlt 17.500 Euro für jedes Oper
Die Fluggesellschaft Air France reagiert: Nach dem verheerenden Absturz ihres Airbus A330 am 1. Juni auf dem Weg von Rio de Janeiro nach Paris wurde den Hinterbliebenen nun eine Entschädigungssumme von 17.500 Euro für jedes der 228 Opfer zugesichert. Dies bedeute allerdings nicht, dass die Airline die Verantwortung für den Absturz übernehme. Vielmehr sei dies eine Geste des Mitgefühls, erklärte Konzernchef Pierre-Henri Gourgeon vergangene Woche. „Die Anwälte unserer Versicherungen in den jeweiligen Ländern sprechen mit den Opferfamilien, um die Vorauszahlungen möglichst bald zu organisieren”, sagte Gourgeon dem französischen Radiosender RTL.
Air France war in den Wochen nach dem schwersten Unglück der zivilen Luftfahrt seit acht Jahren unter Beschuss geraten. Die Hinterbliebenen hatten sich öffentlich beschwert, die Fluggesellschaft kümmere sich kaum um sie und zeige keinerlei Anteilnahme. Das Krisenmanagement war außerdem Kritik ausgesetzt, da es offensichtlich Streitereien zwischen brasilianischen und französischen Behörden bezüglich der Zuständigkeiten gegeben hatte. So duften beispielsweise französische Ärzte bei der Untersuchung der Leichen nicht dabei sein.
Die Ursache für den Absturz über dem Atlantik ist unterdessen noch immer nicht genau geklärt. Die Suche nach Leichen und weiteren Wrackteilen der Maschine dauert weiter an. Entscheidende Hinweise erhofft man sich vom Flugdatenschreiber und dem Stimmenrecorder – aber auch die sind nach wie vor verschollen. Air-France-Chef Gourgeon sagte in dem Interview, er glaube nicht mehr daran, dass die Aufzeichnungsgeräte noch gefunden würden. Bislang wurden Ermittlern zufolge mehr als 400 Teile von der Absturzmaschine gefunden und 50 Leichen geborgen. Daraus versuchen Flugabsturz-Experten nun, genauere Schlüsse über den Unglückshergang zu ziehen.
Mehreren Medienberichten zu Folge weisen viele der geborgenen Körper schwere Brüche auf. Arme, Beine und Hüftknochen der Opfer seien mehrfach gebrochen gewesen. Es seien ebenfalls einige Opfer ohne oder mit wenig Kleidung gefunden worden, auch gäbe es keine Anzeichen für Verbrennungen. All dies könnte laut Experten darauf hindeuten, dass die Maschine in der Luft auseinander gebrochen ist. |