Thailand stellt kostenlose Visa aus
Erlass der Gebühren bringt Honorarkonsulate in Bedrängnis
Die Tourismuskrise trifft Thailand schwer. Seit Wochen und Monaten zerbrechen sich Politiker und Verbände den Kopf, wie man wieder mehr Urlauber ins Königreich locken kann. Eine der getroffenen Maßnahmen waren kostenlose Touristenvisa zwischen dem 5. März und dem 4. Juni. Diese Kampagne wird nun bis zum März 2010 verlängert. Das Außenministerium verkündete am 24. Juni, dass Ausländer, die in thailändischen Botschaften, Konsulaten oder Honorarkonsulaten ein Touristenvisum für eine Einreise beantragen, keine Gebühren mehr zu entrichten haben. Die Nachricht dürfte kommende Thailand-Touristen freuen, für die etwa 450 thailändischen Honorarkonsulate in aller Welt hat der Schritt aber vielleicht fatale Folgen. Die Institutionen leben nämlich fast ausschließlich von den erhobenen Visa-Gebühren. Es drohen Schließungen.
Alan Taylor, Honorarkonsul in Großbritannien, betonte gegenüber Journalisten, nur Botschaften und Konsulate würden Geld direkt vom Staat erhalten, die Honorarkonsulate dagegen seien auf die Visumsgebühren angewiesen. Angeblich soll das thailändische Außenministerium angeboten haben, für die Verluste der Honorarkonsulate aufzukommen. Dies war Taylor allerdings völlig fremd. Es habe keinen Kontakt gegeben, keinerlei finanzielle Mittel seien angeboten worden.
Das Honorarkonsulat in Calgary, Kanada, veröffentlichte zu der Maßnahme eine Erklärung, in der es unter anderem heißt: „Die Entscheidung, kostenlose Visa auszustellen, ist für uns eine große Enttäuschung.“
Die thailändischen Honorarkonsulate verwenden die Einnahmen durch die Visa-Gebühr, um lokale Thai-Gesellschaften zu unterstützen. Im Falle von Calgary sind das beispielsweise 5000 Menschen. Ihnen wird geholfen, kanadische Formulare auszufüllen, sie werden über Behörden und deren Aufgaben und Arbeitsweisen informiert. Zudem werden Festlichkeiten wie Loi Krathong organisiert und ausgerichtet. |