Die Zerstörung eines Paradieses
Beton, Stacheldraht und Müll verdrängen schöne Natur
Die Bauwut rund um Pattaya infolge unersättlicher Profitgier grassiert wie ein böser Virus mit zunehmend negativen Ausmaßen. Trotz Weltwirtschaftskrise, ausbleibender Touristen und zahllosen leerstehenden Condos und Häusern, werden weiterhin an vielen Orten Wiesen und Wälder „platt“ gemacht und Seen trocken gelegt, um scheinbar unkontrolliert weiter zu bauen oder baufertig gemachtes Land zum Verkauf anzubieten. Von diesem Kuchen wollen sich in Anbetracht steigender Grundstückspreise auch viele kleine thailändische Grundbesitzer ein Stück abschneiden. Sie roden ihre Grundstücke, schütten sie auf und umzäunen sie mit hässlichen Betonpfosten und Stacheldraht. Überall sieht man „Land for Sale“-Schilder, hinter denen das angebotene Grundstück dann allerdings wegen mangelnder Nachfrage oft verwildert und zur Müllkippe verkommt. So entstehen schlimme Schandflecke in der ehemals so schönen, naturbelassenen Landschaft.
So richtig Gedanken macht man sich darüber wohl erst, wenn es im eigenen unmittelbaren Umfeld passiert, so wie bei uns jetzt leider auch.
In Nongpralai am Ufer eines idyllischen Lotosblumensees soll eines Tages das „Geißbockheim“ im Stile eines traditionellen Thaiholzhauses der Mittelpunkt der gemeinnützigen Aktivitäten unseres Fan-Clubs „jeck op Kölle“ werden. Wir pflegen kölsches Brauchtum und engagieren uns darüber hinaus im sozialen Bereich, für den Natur- und Umweltschutz und vor allem auch für benachteiligte thailändische Kinder. Im Oktober hat sich ein deutsches TV-Team angesagt, um einen Bericht über das Naturparadies rund um das zukünftige Club-Heim zu drehen. Dazu gehörte bisher auch das urige Nachbargrundstück, das sich harmonisch in die schöne Landschaft einfügte. Überraschend erschien jetzt aber die Eigentümerin aus Chonburi und konfrontierte uns damit, dass ihre Familie nunmehr beabsichtige, selbst dort zu bauen – dies allerdings frühestens in zwei Jahren.
Innerhalb von nur drei Tagen wurden dann kurzerhand rund ein Dutzend alter Bäume und sämtliche Büsche und Sträucher abgeholzt. Die entstandene „Mondlandschaft“ mit kahlen Baumstümpfen wurde mit hohen Betonpfosten und Stacheldraht abgezäunt. Der ehemalige Todesstreifen an der Berliner Mauer sah wahrscheinlich weniger trostlos aus. Es dürfte für jeden Naturliebhaber wie ein Dolchstoß ins Herz sein: Keine zwitschernden Vögel mehr, keine Blumen, keine Schmetterlinge, keine Echsen oder auch harmlose Baumschlangen. Das kleine Paradies wurde in wenigen Stunden erbarmungslos zerstört und das zu diesem Zeitpunkt ohne jede Notwendigkeit. |