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Letzte Aktualisierung: 07.02.2010
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Pilot stirbt bei Flugzeugunglück auf Samui

Windböe erfasst Propellerjet der Bangkok Air / Maschine rast in alten Kontrollturm

Die verunglückte Maschine der Bangkok Airways kurz nach dem Absturz. Der FARANG-Reporter war vor Ort.Albtraum-Anflug für 68 Passagiere der Bangkok Airways PG 266 am Dienstag, 4. August, auf dem knapp 30-minütigen Kurzflug von Krabi am indischen Ozean nach Koh Samui. Eine starke Windböe erfasst den zweimotorigen Turbopropjet ATR 72-500 beim Aufsetzen um 14.11 Uhr – das 27 Meter lange, vollbesetzte Flugzeug gerät sofort in linke Schräglage, schlittert rund 300 Meter über den Asphalt hinaus direkt in den alten Kontrollturm des Flughafens, der seit der Renovierung Ende 2007 nicht mehr in Betrieb ist und als Unterstellraum der Flughafenfeuerwehr genutzt wird.

Pilot Chatshay Pangsawan stirbt beim Aufprall, die linke Seite des Cockpits ist total zerstört. Sein Co-Pilot, der rechts saß, kommt mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Bangkok-Samui-Hospital. Zwölf der Passagiere – bis auf zwei Thailänder alles Europäer beziehungswise Israelis – werden schwer verletzt, sieben weitere leicht, die anderen Insassen kommen mit Blessuren und Schock davon. Zum Landezeitpunkt zog gerade ein Gewitter über die Insel, orkanartige Böen peitschten auch über die Landebahn.

Wie der Präsident der Bangkok Airways, Puttipong Prasarttong-Osothy, sagte, hätten sich zwei Briten, ein Schweizer und ein Italiener bei dem Aufprall die Beine gebrochen. Zwei weitere Briten erlitten leichte Gesichtsverletzungen. Mindestens sieben Passagiere seien verletzt worden, teilte die Polizei mit. Zuvor hatte die Tageszeitung „Bangkok Post“ noch von zehn Toten und mindestens 41 Verletzten berichtet.

Die Bangkok Airways gilt eigentlich als sichere Airline. Sie operiert seit 20 Jahren auf Koh Samui, ist die älteste Privatairline des Königreichs und gehört dem Multimillonär Dr. Prasert Prasarttong-Osothy, der die Zweidrittelmehrheit der Airline hält. Diese befördert rund 2,6 Millionen Fluggäste im Jahr. In der Saison starten und landen täglich mehr als 25 Maschinen der Bangkok Air auf Koh Samui, die meisten Zubringerflüge aus Bangkok (19), weitere Destinationen sind Phuket, U-Tapao bei Pattaya, Krabi, Singapur, Hongkong, Kuala Lumpur und Siam Reap in Kambodscha.

Was vielen nicht bekannt ist: Schon einmal stürzte eine Maschine der Bangkok Air über Koh Samui ab, am 21. November 1990. Auf dem Inlandsflug der Bangkok Airways von Bangkok nach Koh Samui verloren die Piloten der Bombardier Dash 8Q-100 nach einem missglückten Landeanflug die Orientierung. In schlechtem Wetter sank die Maschine unbemerkt und stürzte in eine Kokosnuss-Plantage. Keiner der 38 Menschen an Bord überlebte. Seither machte sich Bangkok Air als „Boutique Airline“ einen guten Namen und ist bei den Fluggästen beliebt. In den letzten 20 Jahren sind keine nennenswerten Zwischenfälle bekannt geworden.

Koh Samui ist eine der beliebtesten Urlaubsziele Thailands und mit rund 1,5 Millionen Besuchern pro Jahr auch eine der erfolgreichsten. Bangkok Air fliegt Koh Samui fast exklusiv an, erst seit dem Jahr 2008 darf Thai Airways zweimal pro Tag hier landen.

Sam Gruber

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Flugzeugkatastrophen in Thailand

25. Dezember 1976:

Eine Boeing 707-300 der Egypt Air auf dem Weg von Kairo nach Bangkok stürzte beim Landeanflug in ein Industriegebiet in der Nähe des Flughafens. Alle 53 Passagiere und Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben.

27. April 1980:

Eine Maschine der Thai Airways vom Typ BAe 748 auf dem Weg von Khon Kaen nach Bangkok verlor während eines Gewittersturms an Höhe und stürzte ca. 13 Kilometer vor dem Internationalen Flughafen ab. Die vier Besatzungsmitglieder und 40 der 49 Passagiere wurden getötet.

7. Dezember 1987:

Eine Hawker Siddeley HS 748 erlitt Totalschaden, nachdem sie bei der Landung in Udon Thani über die Landebahn hinausgeschossen war. Bei dem Unfall kam niemand ums Leben.

21. November 1990:

Eine de Havilland Canada DHC-8-103 der Bangkok Airways stürzte bei heftigem Regen und stürmischem Wind beim Landeanflug auf den Flughafen Koh Samui ab. Alle 38 Personen an Bord kamen ums Leben.

26. Mai 1991:

Nach dem Start auf dem Flughafen Don Mueang in Bangkok stürzte eine Maschine der Lauda Air mit der Flugnummer 004 auf dem Weg nach Wien-Schwechat in Uthai Thani ab. Während des Fluges hatte sich plötzlich der Umkehrschub eines Triebwerks eingeschaltet. Alle 213 Passagiere und 10 Besatzungsmitglieder kamen bei der Katastrophe ums Leben.

11. Dezember 1998:

Ein Airbus A-310 der Thai Airways International stürzte beim dritten Landeversuch auf den Flughafen von Surat Thani ab, wobei 101 Menschen getötet wurden.

3. März 2001:

Eine Boeing 737-400 der Thai Airways International, die von Bangkok nach Chiang Mai fliegen sollte, wurde 35 Minuten vor dem Abflug durch eine Explosion mit anschließendem Feuer zerstört. Für den Flug waren der damalige Premierminister Thaksin Shinawatra sowie 150 weitere Passagiere gebucht, sie befanden sich jedoch noch nicht an Bord. Von den fünf Besatzungsmitgliedern, die sich bereits in der Maschine befanden, kam eines ums Leben. Die Ursache der Explosion konnte bis heute nicht geklärt werden!

19. April 2005:

Eine Boeing 777-200ER der Singapore Airlines stoppte erst 194 Meter nach der Haltelinie auf dem Bangkok International Airport. Dabei wurde der Maschine von einem Airbus A330-300 der Thai Airways International, der sich auf dem Taxiway auf dem Weg zum Start befand, die Spitze der linken Tragfläche gestutzt. Bei dem Zwischenfall wurde niemand verletzt.

16. September 2007:

88 Menschen kamen ums Leben, als eine Maschine vom Typ MD-82 der Airline One-Two-Go beim Landean-flug auf den Flughafen von Phuket abstürzte. Zum Zeitpunkt des Unglücks herrschten sehr schlechte Witterungsbedingungen.

 
 
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