Vor den Küsten schwinden die Korallen
Golf von Thailand stärker betroffen als die Andamanische See
Thailands Tauch- und Fischgründe sind bedroht. Nach einer umfassenden Bestandsaufnahme kommen Meeresbiologen zu dem Schluss, dass sich das Korallensterben in den Gewässern fortsetzt. Es sind weniger die Ausflugsschiffe und Taucher, die an den Riffen ihre Spuren hinterlassen. Eine intensive Wohnbebauung, die Ausweisung weiterer küstennaher Industriegebiete und Abwässer schädigen das Meeres- Ökosystem.
Die Korallenriffe in Südostasien gelten aufgrund ihrer Artenvielfalt zu den reichhaltigsten der Erde. Ursachen für deren Gefährdung sind neben der Küstenentwicklung der starke Tourismus, Fischerei und Raubbau an den Korallen selbst. Auch Bakterien spielen beim Korallensterben eine Rolle, zumal sie sich in erwärmtem Meerwasser schnell vermehren und Korallenpolypen schädigen.
Kein Korallenriff gilt heute noch als „unberührt“, heißt es beim Marine and Coastal Resources Department. Die Riffsysteme in der Andamanischen See sind zwar in einem besseren Zustand als die im Golf von Thailand, aber auch sie bleichen immer mehr aus und drohen abzusterben.
Fachleute haben die Riffe im Golf von Thailand und in der Andamanischen See auf Schäden untersucht. In einem sehr guten Zustand befinden sich noch 48 Prozent der Korallen vor der südlichen Provinz Surin, dann folgen Ranong mit 25 Prozent und Krabi mit 24 Prozent. Im Golf von Thailand kamen die Biologen in Chonburi auf nur 6 Prozent, in Chumphon gelten noch 15 Prozent und in Trat immerhin noch 19 Prozent der Korallen als intakt.
Während in der Andamanischen See trotz Meeresverschmutzung und weiterer menschlicher Einflüsse die Zahl der Korallen jedes Jahr um 5 Prozent zunimmt, steigt die Zahl der beschädigten Riffe im Golf von Thailand: im Jahr 1995 waren es 13 Prozent, im Vorjahr bereits über 22 Prozent.
Thailands Korallenriffe erstrecken sich über 96.000 Rai, das entspricht weniger als 0,001 Prozent der Meeresfläche. Riffe sind als Fisch- und Tauchgründe wertvolle Ressourcen des tropischen Landes. Weiter bringen sie dem Königreich über Öko-Tourismus hohe Einnahmen.
Die Schaffung künstlicher Korallenriffe, etwa durch versenkte Schiffe oder ausgediente Kanalrohre, wird von Meeresbiologen zwar begrüßt. Doch sie können das Problem nicht lösen. „Wir müssen das Übel an der Wurzel packen“, fordert Pinsak Suraswadi, Direktor der Marine Conservation and Rehabilitation Division. Seine Kritik zielt auf die zunehmende Wasserverschmutzung, die Ablagerung von ins Meer gespülten Sedimenten und rücksichtslose Taucher.
Zum Schutz der Riffsysteme fordern Forscher auch Fischfangverbote, um Räume zu schaffen, in denen sich die Riffbewohner weiterhin vermehren können. Zudem wünschen sie sich wirksame Strategien gegen die Klimaerwärmung. Denn globale Erwärmung wird neben Umweltverschmutzung und Ultraviolettstrahlung für die weit verbreiteten Fälle von Korallenausbleichung verantwortlich gemacht. Ausgebleichte Korallen regenerieren sich nur sehr schwer. Es kann mehrere Jahre dauern, bis ein Riff wieder die ursprüngliche Farbe hat. |