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Letzte Aktualisierung: 07.02.2010
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Mülltrennen ist kein Wunschdenken

Deponie randvoll / Pattaya will verbrennen und gleichzeitig Strom erzeugen

Der Wohlstandsmüll verbraucht große Mengen an Land und enthält giftige Chemikalien. Im April kommenden Jahres läuft der Pachtvertrag für Pattayas Großdeponie ab. Doch schon jetzt ist das Areal in der Ortschaft Khao Mai Kaew östlich des Highway Nr. 36 bis an den Rand mit Müll gefüllt. Anlieger beklagen seit vielen Monaten den unerträglichen Gestank und fordern die umgehende Schließung. Doch wohin mit dem Abfall der Konsumgesellschaft? Davon müssen im Touristenzentrum täglich bis zu 350 Tonnen entsorgt werden.

Seit Jahren suchen Fachleute und Politiker nach tragbaren Lösungen. Ihr neuester Vorschlag: Bau einer Müllverbrennungsanlage, die gleichzeitig Strom erzeugt. Deshalb hat die Stadt den Dienstleister Provincial Electricity Authority (PEA) bei der Planung mit ins Boot genommen. Der Stromerzeuger geht bei der Verbrennung von täglich etwa 100 Tonnen Abfall aus, die beteiligten Kommunen Pattaya, Banglamung und Sattahip rechnen mit einer Investition von mindestens drei Milliarden Baht. Der Plan bedingt allerdings weitere Deponien und/oder die Einführung einer flächendeckenden getrennten Müllsammlung.

Müll und seine Beseitigung sind ein wachsendes Umweltproblem. Immer größere Mengen an Abfällen gehen auf Müllkippen. Müll verbraucht nicht nur große Mengen an Land, er enthält auch giftige Chemikalien und andere für die Gesundheit und die Umwelt schädliche Stoffe. Deshalb sollte Müll konsequent getrennt, sortiert und wenn möglich recycelt werden. Die Verbesserung der Abfallwirtschaft ist zwar seit Jahren auch in Pattaya ein Thema, aber bisher hat sich kein Verantwortlicher für ein Recycling ohne Wenn und Aber ausgesprochen.

Die Bürger gehen nur selten verantwortungsvoll mit Müll um. Das zeigte sich erneut am Loy-Krathong-Fest. Die meisten Thais folgten zwar den Appellen von Behörden und Umweltschützern, beim Basteln ihrer Krathongs auf Plastik und synthetisch hergestellte Schaumware zu verzichten und nur natürliche Materialien zu benutzen. Doch jedes „Schiffchen“ wurde in einem Plastikbeutel zum Gewässer transportiert. Einen Tag nach dem Lichterfest sahen Festplätze aus, als hätte es nachts Plastiktüten geregnet. Aufgestellte Mülltonnen blieben leer.

Dass die Bevölkerung nach intensiver Überzeugungsarbeit mitzieht, zeigt das Beispiel Phitsanulok. Dort hatte die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie dem thailändischen Umweltministerium ein Recycling-Projekt angestoßen. Die zwischen Februar 1999 und Juli 2007 gemachten Erfahrungen aus Phitsanulok sollen in die Bestimmungen für das Abfallmanagement der Bangkoker Regierung einfließen.

Denn die Gemeinden sind in der Regel weder technisch noch organisatorisch in der Lage, ein effizientes und effektives Abfallmanagement zu betreiben. Und das Abfallaufkommen steigt stark. In Thailand sind es inzwischen jährlich 15 Millionen Tonnen, davon 15 Prozent Kunststoff (weltweit werden jedes Jahr etwa eine Billion Plastikbeutel genutzt). Deponien beeinträchtigen die Gesundheit der Bevölkerung, die Umwelt wird durch die Verschmutzung der Oberfläche und des Grundwassers sowie die unkontrollierte Emission von Deponiegasen belastet.

Die GTZ hat mit der Stadt Phitsanulok ein Modell für eine nachhaltige Entsorgung entwickelt. Die Aktivitäten umfassen: Technologie- und Know-how-Transfer, Verbesserung des Abfallmanagements in der Kommune, Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sowie Zusammenarbeit mit dem Privatsektor.

In Phitsanulok werden jetzt über 90 Prozent des wiederverwertbaren Materials von den Abfällen getrennt. Das Recycling schuf neue Unternehmen und neue Arbeitsplätze. Die Kostendeckung für Dienstleistungen der Verwaltung ist von 5 Prozent auf 45 Prozent gestiegen. Trotz allem gibt sich die Stadtverwaltung mit diesem Erfolg noch nicht zufrieden und treibt die Privatisierung von Dienstleistungen wie Abfallabfuhr und Deponierung weiter voran.

Das Beispiel Phitsanulok zeigt: Vermeidung und Wiederverwertung städtischer Abfälle sind unter Beteiligung der Bürger und des Privatsektors durchaus möglich. Sicherlich auch in Pattaya.

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Für die Mülltonne viel zu schade

Müllvermeidung fängt beim Einkauf an. Unnötige Verpackung kostet Sie doppelt Geld – einmal zahlen Sie dafür im Einkaufspreis und das zweite Mal zahlen Sie für die Entsorgung.

• Auch wenn`s in Thailand schwer fällt, weil jede noch so winzige Ware in einer Plastiktüte abgegeben wird und Mitarbeiter von Supermärkten die großen Plastikbeutel höchstens zur Hälfte mit Einkauf füllen: Meiden Sie Kunststoffverpackungen und meiden Sie Produkte, die mehrfach verpackt sind! Das Abfallvolumen wird dadurch vergrößert, ohne einen Nutzen für den Verbraucher zu erzielen.

• Nehmen Sie zum Einkaufen eine oder mehrere Einkaufstaschen oder Körbe! Sie brauchen dadurch keine Plastiktüten. Achten Sie am besten darauf, dass Sie immer eine Einkaufstasche im Auto oder unter dem Sitz ihres Motorrades liegen haben.

• Kaufen Sie Obst, Gemüse, Fleisch, Aufschnitt, Brot und Kuchen lose ein! Abgepackte und verschweißte Ware verursacht mehr Abfall, und Sie können die Frische und das Aroma nicht überprüfen.

• Bevorzugen Sie bei den übrigen Lebensmittelverpackungen Glas, Dosen, Papier oder Pappe. Diese Stoffe lassen sich besser wiederverwerten.

Recycling und Wiederverwertung sind wichtige Grundsätze. Stellen Sie deshalb Ihr eigenes Verhalten auf den Prüfstand und trennen Sie zu Hause Ihren Müll. Sie können Behälter wählen oder größere Abfallsäcke und so allen Müll trennen, der für die Tonne viel zu schade ist. Sortieren Sie nach Glas, Weißblech (Dosen), Plastik. Metall sowie Papier und Pappe. – die Umwelt dankt es Ihnen, und Sie können für Ihre Arbeit bei der nächsten Annahmestelle für Wertstoffe mehrere hundert Baht in die Tasche stecken.

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Zahlen und Fakten

• Thailands Haushalte produzieren jeden Tag rund 40.000 Tonnen Müll.

• Im Jahr kommen landesweit 15 Millionen Tonnen zusammen.

• Auf die Hauptstadt Bangkok entfällt ein Fünftel des Aufkommens.

• Nur etwa 80 Prozent des Abfalls werden eingesammelt, der Rest wird an Straßen, in Flüssen, auf Feldern oder in Wäldern entsorgt.

• Nur 25 Prozent des in Städten abgefahrenen Mülls lagern auf ausreichend gesicherten Deponien; 15 Prozent des Aufkommens werden recycelt; die restlichen 60 Prozent verkommen auf offenen, ungesicherten und für jedermann zugänglichen Halden.


 
 
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