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Letzte Aktualisierung: 26.03.2010
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Ein Engländer mit einem großen Herz für Hunde

Derek Doyle verhilft Straßenhunden zu einem zweiten Leben

Ein Herz und eine Seele: Der pensionierte Engländer Derek kümmert sich aufopferungsvoll um seine vierbeinigen Freunde. Fotos: bj Während Urlauber aus aller Welt in der Touristenmetropole Pattaya ausspannen, an den Stränden die schönste Zeit des Jahres verbringen oder sich im exzessiven Nachtleben der Partystadt vergnügen, fristen hier viele Hunde ein trostloses Dasein: Sie leben auf der Straße, bekommen keine medizinische Versorgung oder werden kurzerhand vergiftet.

Keine finanzielle Unterstützung

Kurz vor den Stadttoren Pattayas, in unmittelbarer Nähe zum Mabprachan-Wasserreservoir, wohnt der Engländer Derek Doyle. Seit mehreren Jahren kümmern er und seine Frau Maliwan, zusammen mit Anna und Noi, zwei Helferinnen aus Roi Et stammend, sich aufopferungsvoll um ein ständig wachsendes Rudel Straßenhunde. Dabei unterscheidet sich seine Tätigkeit sehr von anderen Hundeheim-Projekten. Denn Doyle bekommt weder Geld von der Stadtverwaltung, hat keine finanzstarken Sponsoren zur Seite, noch sammelt er im großen Maße Spenden.

Der Rentner mit dem großen Herz begleicht alle anfallenden Kosten von seiner kleinen Pension und behütet die bunt gemischte Hundeschar auf seinem privaten Grundstück, das komplett von den Vierbeinern bevölkert wird. Doyle besitzt noch mehrere Immobilien, deren Einnahmen ebenfalls mit in das Hundeprojekt einfließen. Der Tierfreund kümmert sich auch um die Impfung und Kastration der Straßenhunde. Hilfreiche Unterstützung erfährt er unter anderem von Freunden und Verwandten, die ihm Hundeleckereien und kleinere Geldspenden zukommen lassen. Kürzlich hat ihm außerdem das Management des Friendship Supermarket in Pattaya Unterstützung zugesprochen.

Fürsorge ist in Hundekreisen bekannt

Die Betreuung der großen Hundeschar bereitet viel Arbeit. Da packt auch schon mal die Kleinste mit an. Mit Freude, wie man sieht. Die Idee zu dem Projekt entstand im Jahr 2001, als eine schwangere Straßenhündin vor dem Gartentor des agilen Engländers lag. Sein Engagement sprach sich in Hundekreisen rum. Denn als die Hündin ihren Wurf gebar, suchten noch mehrere auf den Straßen Pattayas streunende Hunde die Hilfe des 78-Jährigen, um in den Genuss des freien „Bed & Breakfast“ zu kommen. Seither wuchs die Anzahl der zu betreuenden vierbeinigen Gäste erheblich. Momentan lebt er mit 80 Hunden verschiedenen Alters und Rasse zusammen. Außerdem betreut er noch 11 weitere, herumstreunende Straßenhunde.

Besonders stolz ist Doyle auf seine Frau Maliwan. Denn sie widmet ihre gesamte Kraft und Energie den Hunden. Als der Engländer sie heiratete, ahnte er noch nichts von der großen Tierliebe seiner thailändischen Gattin. „Sie ist eine ganz außergewöhnliche Frau“, so Doyle. Außerdem erfahren die beiden Hundeliebhaber große Hilfe von ihrer Nichte im Teenageralter. Doch seit kurzem sammelt die junge Frau erste praktische Erfahrungen in einem Hotel.

„Ich denke, dass Gott das Projekt unterstützt. Denn die Chancen, dass unsere jüngsten Welpen länger leben werden als ich, stehen nicht schlecht. Natürlich würde auch ich wieder gerne ein normales Leben in der Zivilisation führen. Doch ich kann mich nicht einfach von meinen Doggy-Freunden trennen und sie ihrem Schicksal überlassen“, erzählt Doyle nachdenklich.

Unter den aufgenommenen Straßenhunden sind auch zahlreiche Welpen. Dereks Frau Maliwan widmet ihre gesamte Energie den Vierbeinern. Zur Belohnung gibt es eine Kuschelrunde mit den süßen Hundebabys. Damit die Hunde nicht im Freien in der brennenden Sonne liegen müssen, hat er mehrere überdachte Schlafplätze errichtet. Außerdem hält er ein großes Gehege für neugeborene Hundewelpen bereit, in dem momentan mehrere kleine Hundebabys zufrieden herumtollen. Ein separater Bereich ist für einige problematische Vierbeiner reserviert, die aufgrund ihrer negativen Erfahrungen mit Menschen stark traumatisiert sind. „Hunde, die schlechte Erfahrungen mit Menschen gesammelt haben oder von ihrem Herrchen geschlagen und misshandelt wurden, können auch schon mal zuschnappen. Sie haben kein Vertrauen mehr in die Menschheit, was man ihnen auch nicht verübeln kann“, nimmt Doyle seine „Problempatienten“ in Schutz.

Mangelnde Verantwortung

Viele Familien kaufen sich einen Hund. „Geht die Liebesbeziehung dann in die Brüche, werden auch die Hunde überflüssig und nicht selten am Straßenrand irgendwo ausgesetzt“, erläutert Doyle die Herkunft der Hunde. Andere aber werden ihm von Mönchen gebracht, die in den buddhistischen Tempeln nicht noch mehr Hunde aufnehmen können. Manche Hundebesitzer sind aber auch einfach mit ihrem vierbeinigen Familienzuwachs überfordert. „Als Welpe sind sie noch süß und kuschelig. Doch ist der Hund ausgewachsen, wird er nicht selten als lästig und unerziehbar empfunden. Die Leute sind sich einfach nicht der Verantwortung bewusst, was es heißt, einen Hund zu besitzen“, so Doyle.

Viele Hunde brauchen auch viel Fressen. Derek und Maliwan freuen sich sehr über große sowie kleine Futterspenden. Aber nicht nur Touristen und in Thailand lebenden Residenten, auch Thais fehlt es häufig an einem gesunden Verantwortungsbewusstsein. „Der wahre Charakter eines Landes lässt sich beurteilen, wenn man sieht, wie die Bewohner mit ihren Tieren umgehen“, gibt der Engländer zu bedenken.

Ein Großteil der Hunde wurde Opfer eines Verkehrsunfalls, zumeist mit Motorradfahrern. Die Tiere werden dann blutend und schwer verletzt am Straßenrand hinterlassen. „Andere haben aber auch einfach kein Geld für den Arztbesuch ihres kranken Freundes“, erklärt Doyle. In dem Moment, als er diesen Satz ausspricht, kommt ein Hund mit nur drei Beinen zufrieden angesprungen. Trotz seiner Behinderung erscheint der „Dreibeiner“ äußerst agil und genießt sein neues Leben in dem großen Rudel.

Auch mit wenig Geld viel erreichen

Als Doyle manche Hunde von der Straße auflas, befanden sich diese nicht selten in einem erbärmlichen Zustand. Doch schon einen Monat später, bei ausreichend Futter und Hundewäsche, sah die Welt schon wieder ganz anders aus.

Einer seiner zu betreuenden Hunde hatte zum Beispiel gar kein Fell mehr am Leib und befand sich nicht nur optisch in einem schrecklichen Zustand. Nach nur zwei Monaten guter Pflege sah der Hund wieder ganz normal aus. „Wirklich erstaunlich, was man mit ein bisschen Futter und Betreuung alles ändern kann“, erläutert Doyle. Auch zeigte das dem sympathischen Engländer auf, dass man mit wenig Geld große Erfolge erzielen kann.

Liebevolles Herrchen gesucht

Können diese Augen lügen? Auch dieser kleine Strolch wurde auf der Straße ausgesetzt und sucht ein liebevolles, neues Zuhause. Da Doyle nicht auf Dauer mit über 80 Hunden zusammen leben kann, sucht er neue Herrchen für seine wohlbehüteten Schützlinge. Doch er möchte die Hunde nicht verkaufen und sich mit ihrem Leid bereichern. Viel mehr liegt ihm am Herzen, dass die Hunde in gute Hände geraten. Deshalb sucht er neue Besitzer ganz sorgfältig aus. Schließlich möchte er nicht, dass die Vierbeiner ein zweites Mal ein negatives Schicksal erfahren. Alle seine Hunde, auch die Jüngsten, sind gegen Krankheiten geimpft, zum Beispiel gegen Tollwut. Doyle ergänzt: „Es gibt keinen besseren Freund als einen Hund. Im Gegensatz zu teuer kommenden Thai-Liebschaften fordert dieser auch keine goldene Halskette…“.

Björn Jahner

Sie haben zuviel Hundefutter?

Hundefutter oder liebevolles Herrchen gesucht! Kontakt zu Derek Doyle, E-Mail: delboy43210@gmail.com.

 

 
 
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