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Nachrichten · Die neusten Nachrichten aus Thailand
Letzte Aktualisierung: 03.02.2010
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Wenn der Traum von Wohlstand zerplatzt

Ein Job im Ausland ist für Thais mit vielen Risiken behaftet

Außenminister Kasit Piromya spricht während seines offiziellen Besuchs in Qatar mit thailändischen Arbeitern. Der Export von Arbeitern hat seine Schattenseiten. Sie zeigen sich verstärkt in Zeiten der weltweiten Wirtschaftskrise. Gutgläubige Frauen und Männer aus dem Isaan nehmen Vermittlern und farbenfrohen Broschüren alle Zusagen ab. Dass es Tausende von Kilometern entfernt, in einem fremden, unbekannten Land ganz anders als erhofft kommen kann, schreckt Thais auf der Suche nach einem vermeintlich bestens bezahlten Job nicht ab. Doch zu oft heißen die Endstationen: Niedriglöhne, Schuldenspirale, sklavenähnliches Arbeitsverhältnis oder gar Prostitution.

Nahezu 1,6 Millionen Thais verdienen derzeit ihr Geld im Ausland. Die meisten werden in den nordöstlichen Provinzen Udon Thani, Nakhon Ratchasima und Khon Kaen angeworben. Beliebteste Ziele sind in Asien Taiwan, Singapur, Südkorea und Japan, weiter Israel, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate (UAE). Da im Vorjahr in all diesen Staaten wegen des wirtschaftlichen Niedergangs Arbeitsplätze drastisch abgebaut wurden, stehen heute afrikanische Länder wie Libyen und Nigeria auf der Agenda.

Nur etwa fünf Prozent der Gastarbeiter haben über staatliche Behörden einen Job bekommen. Die überwiegende Mehrheit verlässt sich ganz und gar auf Vermittler und private Agenturen. Um einen der begehrten Arbeitsplätze zu bekommen, um die Familie besser ernähren zu können und ein wenig Wohlstand zu erlangen, zahlen Thais Vermittlungsgebühren bis über 100.000 Baht. Wenn später die finanziellen Versprechungen vor Ort nicht eingehalten werden, sind die sozialen Folgen unabsehbar. Der sich bereits in der Heimat verschuldete Rückkehrer steht vor dem Nichts. Seine Familie, die bisher dank der Überweisungen einen besseren Lebensstandard genoss, muss sich einschränken und die Schuld begleichen.

Thailand ist zwar von den aus dem Ausland geschickten Devisen nicht abhängig, aber die von den Wanderarbeitern überwiesenen Gelder in Höhe von im Vorjahr rund 56 Milliarden Baht kommen der Volkswirtschaft in der Finanzkrise gerade recht.

Skandale haben in jüngster Zeit die Öffentlichkeit alarmiert. So flogen Arbeiter im letzten Sommer zur Beerenernte nach Schweden. Ihnen war für zwei Monate Arbeit zwischen 100.000 und 200.000 Baht versprochen worden. Der in Udon Thani wohnende Chalermpol Natatong kam enttäuscht zurück: „Ich habe pro Tag nur 1.000 Baht erhalten, bei hohen Ausgaben vor Ort.“

Der Regierung wird vorgeworfen, die Regelungen für Gastarbeiter zu lasch zu handhaben und das Feld der Arbeitsvermittlung cleveren, geldgierigen Agenten zu überlassen. Thailand möge sich, bitte schön, an den philippinischen Behörden orientieren. Der Inselstaat würde seine Wanderarbeiter bestens betreuen und vor Vertragsbeginn über Job, Alltag und Lebenshaltungskosten informieren. Was nütze einem Thai ein vergleichsweise hoher Lohn, wenn er im Land seiner Träume für Unterkunft und Essen erheblich mehr zahlen müsse als in seinem Heimatdorf?

Saman Laodamrongchai, Wissenschaftler am Chulalongkorn University`s Asian Research Centre for Migration, fordert ausreichende und zuverlässige Informationen für alle Frauen und Männer, die ihr (Arbeits-) Glück im Ausland finden wollen. Erst dann könnten sie eine Entscheidung über ihre Zukunft fällen und abwägen, ob sich die Aufnahme eines Kredits für Vermittlergebühr und weitere Ausgaben wie für das Flugticket lohne.

 
 
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