Atemberaubende Show voller Gags, Erotik und Exotik
Retonio und die „Magic Ladyboys“ sorgen in Europa für Furore
Wer kennt sie nicht, die weltbekannten Cabaret-Shows von Alkazar und Tiffany in Pattaya? Für viele Urlauber der Touristenmetropole gehört ein Besuch in einem dieser Etablissements längst zum Pflichtprogramm dazu. Sie sind begeistert von den farbenfrohen Shows und erleben eine der perfektesten Täuschungen auf dieser Welt, wenn manch einer überrascht realisiert, dass die exotischen „weiblichen Geschöpfe“ auf der Bühne alle Männer sind! DER FARANG traf sich mit dem bekannten Schweizer Illusionisten und Bauchredner Retonio Breitenmoser, der mit seiner neuen „Illusion Las Vegas – Magic & Travestie Show“ in Deutschland, England und der Schweiz für Furore sorgt.
Eine Welt voller Magie und Glamour
Retonio ist im Showgeschäft ein alter Hase: Schon mit zwölf Jahren begann der talentierte Schweizer seine Karriere als Bauchredner. „Bauchreden kann man lernen wie Klavierspielen. Jedoch kann nicht jeder Pianist werden“, ist sich Retonio seines Talents bewusst. Er begann recht früh, sich seinen eigenen Stil zu kreieren. Sein freches Markenzeichen, die Bauchrednerpuppe „Toni, der freche Appenzeller“, machte ihn auch weit über die Grenzen der Schweiz hinaus bekannt. Mit dem Magic Casino in Degersheim, einer Welt voller Magie und Glamour, eröffnete Retonio das erste Esstheater der Schweiz. Für über zehn Jahre war „Las Degas“ mit der Magic Casino Revue das Mekka der Schweizer Unterhaltungs- und Zauberkunst.
Doch den Schweizer zog es in die Ferne, zum Hotspot der internationalen Zauber- und Unterhaltungsszene, nach Las Vegas, wo er 1994 Retonio`s Magic and Movie Hall of Fame im Flamingo Hilton Hotel, direkt am Strip der Zockermetropole, eröffnete. Da verwundert es kaum, dass zu seinem Freundes- und Bekanntenkreis Showgrößen wie Siegfried & Roy oder der weltbekannte Zauber-Künstler David Copperfield zählen. „Copperfield kenne ich persönlich sehr gut, er besuchte mich mehrere Male in der Dreamfactory in Degersheim, die ich nach meiner Rückkehr in die Schweiz 2004 eröffnete.“ Der internationale Erfolg des Schweizer „Selfmade-Man“ sprach sich schnell rum in der Showszene und Retonio ging bei den großen Illusionsbauern in Las Vegas und Los Angeles ein und aus.
Schöne Produktion ohne Leistung
Schon seit dreißig Jahren kommt er immer wieder in regelmäßigen Abständen nach Thailand. Besonders die Touristenmetropole Pattaya begeistert den Appenzeller. „Wenn man wie ich aus dem Showgeschäft kommt und hier sieht, wie jeden Abend Tausende Besucher zu den Aufführungen im Alkazar- oder Tiffany-Theater gehen, ist man natürlich begeistert.“ Doch während zahlreicher Besuche in den verschiedenen Cabaret-Shows in Pattaya fiel ihm auf, dass „das zwar insgesamt eine schöne Produktion ist, jedoch keine Leistung dahinter steht“. Schnell kam er auf die Idee, dass man mit „diesen ganzen hübschen Mädchen in Kombination mit anspruchsvoller Dekoration sowie atemberaubender Choreographie und Leistung eine großartige Bühnenshow kreieren könnte“. Die Idee um die „Magic Ladyboys“ war geboren.
Wattwil ist nicht Pattaya: Bei der ersten Tournee der „Magic Ladyboys“ 2009 in der Schweiz, die Retonio bewusst in kleinen Provinzortschaften zu Probezwecken aufführte, zeigte sich schnell, dass die Schweizer Landbevölkerung lange nicht so aufgeschlossen auf die Darbietungen der exotischen Schönheiten reagierte, wie die vergnügungssüchtigen Urlauber in Pattaya. So wurden beide Shows in Wattwil, Kanton St. Gallen, sowie weitere geplante Termine in verschiedenen Kleinstädten abgesagt.
Doch den „Tänzerinnen“ bereitete die erste Probetournee in der Schweiz großen Spaß. „Alle wollen bei der nächsten Show wieder dabei sein“. Da sie in der Schweiz das erste Mal Schnee sahen, wird ihnen der Aufenthalt im winterlichen Alpenland wohl noch lange in bester Erinnerung bleiben. Besonders erfolgreich verliefen die Aufführungen bei Tempelfesten oder kleineren Veranstaltungen in der Schweizer Thai-Szene. Beim Thai-Festival 2009 in München galt Retonios „Illusion Las Vegas – Magic und Travestie Show“ als spektakulärer Höhepunkt der beliebten Veranstaltung.
Beruflich und privat ein Paar
Nach dieser ersten Testphase verfeinerte der ehrgeizige Schweizer sein Produkt „Magic Ladyboys“ weiter. Dabei spielt vor allem seine Lebensgefährtin, die erfolgreiche Choreographin und Tänzerin Natalia Tarabanova aus Riga eine wichtige Rolle. Beide sind seit sieben Jahren ein Paar – beruflich wie privat. „Die Show ist unser gemeinsames Produkt. Natalia leitet zum Beispiel das gesamte Auswahlverfahren für die Tänzerinnen und ist für die Kostüme und Choreographie verantwortlich.“
Erst kürzlich veranstalteten sie auf Phuket ein Casting für neue „Tänzerinnen“ für ihre Show. „Besonders auf Phuket gibt es eine Vielzahl talentierter Ladyboys, die im Cabaret- und nicht im Prostitutionsgewerbe aktiv tätig sind und über ein gewisses Maß an Bühnenerfahrung verfügen“, schwärmt Retonio. Das Auswahlverfahren erwies sich als voller Erfolg: „Wir hatten uns mit drei Darstellerinnen eines Cabarets verabredet. Das sprach sich herum, und es kamen fast doppelt soviel Kandidaten, die gerne in der Schweiz auftreten möchten.“
Auf die Frage des FARANG-Journalisten, ob er seine Showstars aus Thailand eher als Männer oder Frauen betrachtet, antwortet der Schweizer Illusionist schmunzelnd: „Für mich sind das alles Girls. Sie sind so kompliziert wie Mädchen, mit allen Zicken! Auf jeden Fall hatten alle Beteiligten immer eine Menge Spaß, trotz des Stresses während der Proben“.
Große Pläne für Pattaya
Schon länger verfolgt Retonio den ehrgeizigen Plan, in der Walking Street in Pattaya, mitten im Herzen des lasziven Nachtlebens des Seebads, die Dreamfactory Pattaya zu eröffnen. „Wir waren ganz nah dran. Das hat sich jedoch wieder zerschlagen. Zurzeit suche ich einen neuen Investor.“ Atemberaubende Zaubertricks, eine musikalische Robotershow im Disneyland-Stil und natürlich eine Menge exotische Cabaret-„Tänzerinnen“ sollen die Dreamfactory Pattaya zu einem Touristen-Magneten machen. „Die Konkurrenz in der Touristenmetropole ist hart – aber das ist sie in Las Vegas auch.“ Retonio zeigt sich optimistisch: „Wir haben ein gutes Produkt kreiert und Ladyboys an sich sind sowieso etwas sehr Spannendes“.
Doch das Showgeschäft ist ein schwer umkämpfter Markt. „Einerseits konnte ich mir schon viele berufliche Träume erfüllen, andererseits habe ich aber auch schon viel Geld verloren.“ Doch eines ist sicher: Retonio und seine „Magic Ladyboys“ werden auch in Zukunft noch für Furore und Begeisterung sorgen.
Björn Jahner
„Magic Ladyboys“ live
Kurzentschlossene können Retonio und die „Magic Ladyboys“ live am 4. und 5. Juni beim Thai Weekend im Grand Casino Baden, Schweiz, erleben. Zwischen Juni und Oktober wird die „Illusion Las Vegas“-Show im englischen Blackpool für jede Menge Exotik und Unterhaltung sorgen. Ab Herbst ist eine große Tournee in Deutschland und der Schweiz geplant. Die neue Show wird Jung und Alt verzaubern, solange die Faszination für das Zauberhafte, Skurrile und Erotische en vogue ist. Infos zur Dreamfactory in Degersheim sowie anstehende Showtermine können auf der Webseite www.dreamfactory.ch eingesehen werden. Ein aufwendig produzierter Online-Videostream ermöglicht darüber hinaus einen beeindruckenden Einblick in die Höhepunkte der letzten Shows.
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