Visionen für das Touristenzentrum
Masterplan soll Pattaya attraktiver und lebenswerter machen
Bangkok hat längst einen Masterplan. Der Distrikt Banglamung stellt zurzeit einen Orientierungsrahmen für seine acht Kommunen auf, und auch die Touristenmetropole Pattaya will Prioritäten für die Zukunft setzen. An dem Entwicklungsprozess ist neben der Stadtverwaltung maßgeblich die Designated Areas for Sustainable Tourism Administration (Dasta) beteiligt. Ihr Ziel: Pattaya für den sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Strukturwandel mit Schwerpunkt Tourismus fit machen.
Dasta ist eine staatliche Organisation unter dem Dach des Umweltministeriums. Sie wurde am 13. September 2003 unter dem damaligen Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra gegründet und soll von der Regierung als förderungswürdig erachtete Regionen für einen nachhaltigen oder auch Öko-Tourismus entwickeln.
Das Kabinett hatte Pattaya und die acht Kommunen Banglamungs im Vorjahr der Lenkungsagentur unterstellt. Deren Masterplan soll der Region nicht nur mehr Wachstum und der Bevölkerung größeren Wohlstand bringen. Als weiteres, wichtiges Kriterium gilt: Wie kann sich das Reiseziel Pattaya im internationalen Standortwettbewerb behaupten?
Ohne staatliche Unterstützung sehen sich lokale Politiker nicht in der Lage, die Qualität des Tourismus und die Vielzahl an Dienstleis-tungen auf weltweit geltende Standards zu bringen. „Der Dasta-Plan wird uns helfen, mit staatlichen Behörden zu kooperieren und zur Lösung unserer vielschichtigen Probleme ausreichend Mittel zu bekommen“, räumt Bürgermeister Itthipol Khunpluem ein. Die Haupteinnahmequelle der Stadt sei der Tourismus, und in spätestens zehn Jahren erwarte Pattaya jährlich zwölf Millionen Urlauber. „Dasta wird die Tourismusmetropole attraktiver und lebenswerter machen“, hofft das Stadtoberhaupt.
Der Bürgermeister zählt wichtige Probleme auf, die er künftig anpacken möchte: Fortschreitende Erosion an den Stränden, ständiges Verkehrschaos, öffentliche Sicherheit, Bevölkerungswachstum, mangelhafte Infrastruktur und Risiken für die Gesundheit von Einwohnern und Urlaubern.
Um Antworten auf Fragen wie „In welche Richtung soll sich die Stadt entwickeln?“ zu finden, haben Experten sich mit dem demographischen Wandel befasst und unterschiedliche Handlungsfelder herausgearbeitet: Dazu zählen neben einem umweltverträglichen Tourismus Bildung und Ausbildung, Kultur, Sport und Freizeit, Gesundheit, Stadtbild und Städtebau, Umwelt und Umweltschutz, Verkehr und Verkehrsanbindung, weiter Wirtschaft sowie Zukunftssicherung mit Wohnen und Arbeit. Während die Dasta (www.dasta.or.th/en/home/index.php) ein Rahmenkonzept mit Empfehlungen vorlegen wird, wird es maßgeblich von den lokalen Politikern und Verwaltungsbeamten abhängen, wie und in welcher Reihenfolge Planungsschritte und Projekte umgesetzt werden.
Pattayas Geschäftswelt ist sich der Bedeutung des Masterplans bewusst. Dennoch hält sie sich mit Kritik nicht zurück: Über die Grundlagen für ein Zusammenleben und einer intensiven Förderung des Tourismus werde in Bangkok entschieden, von externen Beratern. Bürger und Unternehmer der Stadt hätten kaum Möglichkeiten, ihre Ideen, Anregungen und Vorstellungen vom Pattaya der Zukunft einzubringen. Bürgerschaft, verschiedene Institutionen, Vereine und Verbände würden das erhebliche Potential, aber auch nennenswerte Defizite der Stadt, wie die zunehmende Kriminalität, das Drogenproblem oder die negativen Auswirkungen der Prostitution besser beurteilen als so genannte Sachverständige. „Ich bin gespannt, welche Lösungsvorschläge Dasta für diese Probleme hat“, kommentiert der Manager einer Reiseagentur. |