Beobachtungen in und um Pattaya
Die klassische Nebensaison gibt es nicht mehr
In Pattaya ist immer was los, die klassische Nebensaison gibt es mit Bestimmtheit nicht mehr. Nur der Mix der Besucher (im Unterschied zu „Touristen“) hat sich im Laufe der Zeit auch gewaltig verschoben. Der normale Tourist, ausgestattet mit Fremdwährung, ist eine seltene Spezies geworden. Das werden die ausländischen Bar- und Restaurant-Besitzer ohne Bedenken unterschreiben.
Aber Pattaya ist dieses Jahr zum ganz großen Wochenend-Ziel der Thais aus Bangkok und dem Industrie-Gürtel geworden. Jeden Freitag senkt sich eine echte kleine Auto-Karawane auf Pattaya nieder, und in den Hotels an der Wong Amat sind die grundsätzlich sehr großen Auto-Parkplätze krachend voll. Die Hotels gehobenen Standards haben entdeckt, welche Zauberwirkung die Spezialangebote 3 Tage/2 Nächte, entwickelt haben, und auf diese Weise kommt auch Bargeld in die Kasse, das Ganze muss nicht unbedingt viel Gewinn abwerfen, aber es kreiert Cash, zahlt die Rechnungen und überbrückt die lahme Saison.
Dazu ist die Stadt sichtlich bemüht, als zusätzliche Attraktion jedes Wochenende irgend ein Festival an der Beach Road zu organisieren, mit dem dazugehörenden, unvermeidlichen tagelangen Verkehrsstau. Wir wundern uns schon lange, weshalb man nicht das ganze Bali-Hai-Areal für diese Festivals benutzt, die Voraussetzungen sind optimal, der Verkehr auf den wenigen Achsen wird freigehalten.
Aber ohne Stau gibt es kein echtes Zusammengehörigkeitsgefühl, oder? Ich weiß, es kommt als Überraschung für all die geplagten Fußgänger, aber es gibt effektiv einen geschützten Fußgängerstreifen, nur befindet der sich nicht an einer Hauptstraße, sondern an der Soi 16 in Naklua, vor dem Haupttor der Blindenschule und des Blindenheims (siehe Foto). Die Ampel steht immer auf Grün, für den motorisierten Verkehr, und auch bei Rot gilt das als Grün, aber nicht Gelb, aber aus der lokalen Politik wollen wir uns raushalten.
Große Pläne werden schon gemacht
Eigentlich habe ich mich zuerst gar nicht richtig getraut, dies zu erwähnen, aber nachdem ich jetzt den Mund wieder zugebracht habe, kann ich Ihnen mitteilen, dass ich gelesen habe, dass es im Stadtrat Vorschläge für eine Bewerbung zur Ausrichtung der World Expo 2020 (nicht DIE Welt-Ausstellung, aber immerhin) gibt. Sollte man da nicht auch gleich Herrn Blatter einladen und bearbeiten und sich für die Fußball-WM 2018 bewerben? Es ist mir schon klar, dass die Fußball-WM an Länder vergeben wird, aber das würde doch auch bedeuten, dass Thailand mal an einer Finalrunde mitspielen könnte, und das Finale wäre dann im neuen, riesigen Pattaya-FC-Stadion.
Es ist ja in dieser Kolumne bereits gesagt worden, dass sich die Stadt-Regierung sehr große Mühe gibt, die Marke Pattaya zu vermarkten, und es gibt tatsächlich eine Marke Pattaya, als Party-Town, auch als ganz spezielle Stadt mit einem Lotter-Charme, Pattaya hat eine gewisse Einzigartigkeit, und wir denken, die sollte sogar gepflegt werden, und so sollte und kann Pattaya auch vermarktet werden, aber als „World Class Resort“, wie das die Träume wichtiger Leute hier sind?
Pattaya wird doch nie wie ein französisches St. Tropez oder schweizerisches Ascona und wir glauben, das will doch auch niemand. Warum nicht den rohen Charme in den Vordergrund stellen und genießen?
Sie müssen das „Street“ nicht vermissen, in der Thai-Umgangssprache wird nur „wokking“ verwendet. Freitag und Samstag könnte man denken es sei Hochsaison, aber montags bis donnerstags ist „Mann“ unter sich, und die Mädchen sind wieder erheblich kontaktfreudiger als in der Zeit, wenn die Zwei-Wochen-Millionäre hier sind. Nach einem holprigen Start hat sich das „Cavern“ (nein, Beatles-Fans, forget it) trotz seiner unmittelbaren Nähe zu den Favoriten Airport und Iron gut etablieren können. Das hängt offensichtlich auch mit der überdurchschnittlichen Qualität der Dancing Girls und der Hostessen zusammen. Ich finde es interessant zu beobachten, dass die neuen Unterhaltungsbetriebe in zunehmendem Maße den japanisch/koreanischen Stil mit den adrett gekleideten Hostessen pflegen.
Suphasit - Die Thais und ihre Sprichwörter
Sind Sie hier mit einer Thai-Person fest liiert, verheiratet oder einfach als Sponsor akzeptiert? Sollte man Ihnen je unterstellen, dass Sie unter dem Hag durchfressen, oder ähnlich, dann antworten Sie nur mit „¼Á¡Ô¹¹éÓ¾ÃÔ¡¶éÇÂà´ÕÂÇ“ =phom gin nam phrik thuai diao’’ „ich esse nur aus einer einzigen Nam-Phrik-Schale“, was soviel bedeutet wie „ich bin monogam“.
Es würde uns sehr freuen, wenn sich die Leserschaft in Sachen Suphasit, dem interessantesten Aspekt der Thai-Sprache, vermehrt aktiv beteiligen würde.
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