Mit Export aus der Krise
Autobauer investieren kräftig in neue Produktionsstätten
Das Auslandsgeschäft boomt, der Inlandsabsatz hat an Schwung gewonnen. Die Autoproduzenten profitieren nach der Krise vor allem vom starken Export. Die Nachfrage nach Fahrzeugen „Made in Thailand“ ist besonders im asiatisch-pazifischen Raum und im Nahen Osten groß.
Krise? Welche Krise? – heißt es bei den Unternehmen. Sie haben nach dem starken Absatzeinbruch in den Jahren 2008 und 2009 einiges an Boden gut gemacht. Und die Autoindustrie sieht optimistisch in die Zukunft. Fast alle bedeutenden Hersteller haben Investitionen in Milliardenhöhe beschlossen und wollen von dem für die nächsten Jahre prognostizierten Boom profitieren.
• Toyota erweitert in Chachoengsao seine Produktionsstätte. Die beiden Werke in Ban Pho (Chachoengsao) und die dritte Fabrik in Samut Prakan sind voll ausgelastet. Der japanische Autobauer will vier Milliarden Baht investieren und später im Jahr bis zu 200.000 Fahrzeuge herstellen. Die derzeitige Kapazitätsgrenze liegt bei 120.000 Autos.
• Ford verschafft sich ein stärkeres Standbein im asiatischen Automarkt. Der US-Konzern investiert mit seinem Partner Mazda rund 500 Millionen US-Dollar und errichtet in Rayong eine neue Produktionsstätte für Limousinen. Dort soll ab 2012 die neue Generation des kompakten Verkaufsschlagers Focus vom Band rollen. In der Fabrik selbst entstehen 2.200 Arbeitsplätze. Bei Zulieferern und Händlern werden weitere rund 9.000 Menschen Lohn und Brot finden. Das Werk ist auf eine Produktion von 150.000 Autos pro Jahr ausgelegt. Ford hat in Rayong gemeinsam mit Mazda unter dem Joint Venture AutoAlliance bereits 500 Millionen US-Dollar investiert. Hier wird der neue Fiesta hergestellt und im September bei den Händlern stehen. Die viertürige Limousine bzw. das fünftürige Kompaktfahrzeug kostet zwischen 529.000 bis 699.000 Baht. Erhältlich ist der Fiesta mit einem 1,4-Liter-Motor bei 95 PS oder mit einem 1,6-Liter-Motor bei 121 PS.
• General Motors (GM) will mit neuen Modellen seinen Marktanteil steigern. Mit Krediten lokaler Banken in Höhe von 13,5 Milliarden Baht und Eigenmitteln von 1,5 Milliarden Baht errichtet GM in Rayong Werke für Diesel-Motoren und Kfz-Teile sowie eine weitere Produktionslinie für Pick-ups und Geländewagen. Der Autobauer plant einen neuen Kleinlastwagen mittlerer Größe. Dieser Chev-rolet-Pick-up soll auch nach Europa und in Länder Südostasiens exportiert werden. In Rayong läuft zurzeit der Pick-up Colorado vom Band. Das Ziel in diesem Jahr: Vom Colorado und vom Kompaktwagen Chevrolet Aveo sollen 80.000 verkauft werden, gegenüber fast 40.000 in 2009.
• Mitsubishi stellt 15 Milliarden Baht für ein neues Werk zur Herstellung von Öko-Wagen bereit. Es ist die bislang größte Investition des Konzerns in Thailand. Die Fabrik entsteht in direkter Nachbarschaft der bestehenden Produktionsstätten in Laem Chabang und soll in etwa zwei Jahren eingeweiht werden. Misubishi will 3.000 neue Arbeitsplätze schaffen und anfangs bis zu 50.000 Kleinwagen produzieren. Die Kapazitätsgrenze ist allerdings erst bei 200.000 Fahrzeugen erreicht. 70 Prozent der Öko-Wagen sind für den Export bestimmt, vorwiegend in asiatische Länder, aber auch in das Heimatland des Autoproduzenten. Er betreibt im Königreich bereits zwei Werke, in denen die Limousinen Lancer, der Geländewagen Space Wagon, Triton-Pick-ups und der Pajero Sport hergestellt werden.
Im März hatte Thailands erster Öko-Wagen Premiere. Weil der March von Nissan ein Verkaufsschlager ist und bereits in hoher Zahl exportiert wird, wollen Mitbewerber dem japanischen Unternehmen die Nische nicht lange überlassen. Neben Mitsubishi haben in den letzten Wochen Honda, Toyota und Suzuki die Produktion von Kleinwagen nach dem Öko-Wagen-Konzept der Regierung für die nächsten Jahre angekündigt. Weitere Hersteller werden folgen. Denn 20 Prozent der in Thailand neu angemeldeten Autos sind bereits so genannte B-Modelle: verbrauchsarme, umweltfreundliche und preiswerte Kompaktwagen.
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