Beobachtungen in und um Pattaya
Sprachliche und andere Ungereimtheiten
Diese Kolumne ist immer sehr ernst geschrieben, aber nicht immer ernsthaft gemeint (oder umgekehrt?), nehmen Sie es mit einer Prise Salz, wie die Engländer sagen, oder mit der Zunge in der Backe, „tongue in cheek“. Man kann hier auch nicht immer seinen Senf zu allem dazugeben, und zwei und zwei ist nicht immer vier, oder eigentlich meistens nicht.
Aber nun mal ernst. Da wir uns derzeit in der Jahreszeit befinden, in der sich die Touristen vor allem aus dem indischen und arabischen Raum rekrutieren, und in der nur sehr wenige deutschsprachige Touristen den Weg nach Pattaya finden, wenden wir uns vor allem an die permanenten Expats, um etwas klarzustellen, das uns schon lange ein Dorn im Auge ist.
Es gibt kein Dorf, besser gesagt heutzutage Stadtteil Pattayas, mit dem Namen Naklua. Der Stadtteil mit dem bekannten Frischfischmarkt heißt Na Kluea, und so wird es auch offiziell übersetzt. Na = Feld und Kluea = Salz, also Salzfeld, und genau das war es auch einmal. Deutsche Betonung „Naa-glüa“.
„Total verängstigt“ anstatt „Salzfeld“
Weshalb uns das so wichtig erscheint, fragen Sie? Weil die falsche Schriftweise, ausgesprochen „naaglua“, auf Thai übersetzt „total verängstigt“ heißt. So sind nun mal die Feinheiten oder Schwierigkeiten dieser Sprache. Die Thais haben sich ganz einfach in all diesen Jahren daran gewöhnt, das Richtige zu verstehen wenn das Falsche gesagt wird.
Oder nehmen Sie die Richtungsschilder am Kreisel in Nord-Pattaya, da steht „Naklau“, was dann „naaglau“ ausgesprochen auf Thai „erwähnenswert“ heißt.
Viele der immer noch gebräuchlichen, aber falschen Ortsnamen etc. müssen vor vielen Jahren von einem nicht ganz nüchternen Anglo-Saxon übersetzt worden sein, so zum Beispiel auch Nong Nooch, Nut ist ein ganz kurzer Laut, wobei das „t“ halb verschluckt wird. Das „ch“ wird wohl geschrieben, aber in Thai mutiert es zum „t“, wenn es am Ende eines Wortes steht.
Wir möchten gerne einen Vorschlag machen, im vollen Bewusstsein, dass uns die Leute, die wir ansprechen, ohnehin nicht hören. In Tat und Wahrheit hätten wir viele Vorschläge zu machen, und manchmal tut es eben gut, wenn man einen Gedanken einfach loswerden kann, auch wenn die Resonanz gleich null sein wird.
„Es fällt mir ein Stein vom Herzen“ wird in Thai zu „es fällt mir ein Berg von der Brust“ = ¡ ÀÙà¢ÒÍÍ¡¨Ò¡Í¡ = yok phukhao oog ja:g og. Mit großem Erfolg befleißigt sich die Stadtverwaltung, immer neue Ereignisse und Spektakel nach Pattaya zu holen, um der lokalen Tourismus-Industrie und der einheimischen Bevölkerung frische Einnahmequellen zu erschließen. In letzter Zeit hat man dazu auch jedesmal eine Art Sonntagsmarkt, wie es viele gibt in der Stadt und Umgebung, entlang der Beach Road eingerichtet. Aufstellen und Abräumen führen unweigerlich zu Verkehrsstaus, und an den aktuellen Markttagen, jeweils freitags und samstags, ist der Stau vorprogrammiert.
Wir fragen uns nur, weshalb nicht eine nutzbare freie Fläche, wie zum Beispiel das optimal gelegene Bali Hai Areal, dazu verwendet wird, zentral gelegen, leicht erreichbar, ohne negativen Einfluss auf den Verkehr.
Ohne Stau macht die Party keinen Spaß?
Gut, wir können verstehen, dass ein Verkehrsstau unter gewissen Bedingungen bedeuten kann, dass viele Leute kommen, um vielleicht Geld auszugeben, und flüssiger Verkehr bedeutet, dass nichts los ist.
Hoppla, ein weiterer revolutionärer Gedankengang, die diesjährige Häufigkeit dieses Wochenend-Marktes entlang der Beach Road könnte wohl auch ein Bestreben der Verwaltung sein, den 24-Stunden-„Service- und Substanzen-Markt“, der vom Dusit bis hoch zur Walking existiert, mit dieser Maßnahme effektvoll zu verdrängen, da die sporadischen amtlichen Großeingriffe ohnehin jeweils nur fünf Minuten Wirkung zeigen.
Ein weiterer frecher Vorschlag wäre eine Verkehrsregelung vor der Polizeistation und dem sehr populären Einkaufszenter Central durch einen Verkehrspolizisten, der eigentlich nichts anderes zu tun hätte als den „Zwei-Bänkern“, den Êͧá¶Ç, den „So:ng Thae:o“-Baht-Bussen, klar zu machen, dass man nicht einfach den Verkehr blockierend hupend stehen bleiben kann, vor allem, wenn man auch noch bedenkt, dass es ein Gesetz gibt, das es Taxifahrern verbietet, mittels Hupen mögliche Kundschaft auf sich aufmerksam zu machen.
Die zwei Hälften der Walking Street
Das Gesicht der Walking Street sieht allemal gleich aus, mit nur leichten Make-Up-Veränderungen, aber unterschwellig finden immer wieder große Verschiebungen statt. so scheint sie sich neuerdings in zwei Hälften zu teilen, mit einem vorderen, mehrheitlich „weißen“ Teil, und hinter dem alten Baum wird es dann zunehmend orientalisch. Noch vor nicht einmal zwei Jahren war die kleine Soi 16 mit Boesche und X-Zone etc. das Mekka der GoGo-Liebhaber.
Aber am Ende des Tages ist doch nur alles wieder „alter Wein in neuen Flaschen“, auf Thai ist der Ausdruck identisch: àËÅéÒà¡èÒ㹢ǴãËÁè = Lao gao nai khuat mai.
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