Tretmine verstümmelt Elefantenkuh Mae Ka Pae
Burmesischer Bürgerkrieg: Nicht nur für die Bevölkerung eine Gefahr
Nicht nur für die lokale Bevölkerung stellen im dichten Dschungel platzierte Tretminen eine große Bedrohung dar, die die Betroffenen im schlimmsten Fall sogar mit ihrem Leben bezahlen. Unter den unzähligen Minenopfern sind auch viele Elefanten, die in dem unwegsamen Gelände als Last- und Arbeitstiere eingesetzt werden. Erst kürzlich wurde erneut ein Dickhäuter durch eine detonierende Tretmine schwer verletzt. Die 22-jährige Elefantenkuh Mae Ka Pae verlor bei der Explosion einen Fuß und wird momentan von den Spezialisten des Elefantenkrankenhauses „Friends of Asian Elephant“ im nordthailändischen Lampang behandelt. Nach Aussage der Ärzte wurde die klaffende Wunde desinfiziert und die schmerzgeplagte Patientin mit Beruhigungsmitteln versorgt. Traurig aber wahr: Sie ist bereits das dreizehnte Minenopfer, das in dem Elefantenhospital behandelt wird. Aktuell werden hier neben Mae Ka Pae noch zwei weitere verletzte Elefantenkühe, Motala und Mosha, ärztlich betreut. Jedoch haben sich beide von den schweren Wunden soweit erholt, dass sie in der Lage sind, Beinprothesen zu tragen, die den Dickhäutern zu einem zweiten Leben nach dem schrecklichen Unfall verhelfen. Mosha gilt als der erste Elefant, der 2007 eine Beinprothese erhielt. Eines haben die Verletzten, ob Mensch oder Tier, gemeinsam: Sie sind alle Opfer des burmesischen Bürgerkrieges, in dem das Bergvolk der Karen bereits seit sechzig Jahren einen blutigen Unabhängigkeitskampf gegen die burmesische Militärjunta führt. Trotz des Inkrafttretens eines Abkommens, das die Herstellung, Verbreitung sowie den Einsatz von Tretminen verbietet, werden allein im Königreich jährlich bis zu einhundert Personen von Minen schwer verletzt. Geteiltes Leid für Mensch und Tier.
Björn Jahner |