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Letzte Aktualisierung: 14.08.2010
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Stimmungsschwankung, Dauertief und schließlich Depression?

Mit Pessimismus, Nihilismus und Angstzuständen durch den Tag

Depressive Phasen - Wenn nichts mehr Sinn macht. Stress im Berufsleben, Probleme in Sachen Beziehung und Liebe oder vielleicht sogar der Tod eines geliebten Menschen. Faktoren wie diese gelten als Ursachen für primäre Depressionen. Seit längerem hat sich auch schon der Begriff des „Burnouts“ bei den ständig geforderten und dadurch auch manchmal überforderten Chefs und ihren Angestellten eingebürgert.

Bei einer Depression handelt es sich um eine der wohl häufigsten psychischen Erkrankungen, die aus medizinischer Sicht zu den affektiven Störungen zählen. Betroffene sprechen häufig von einem Gefühl der Traurigkeit oder sogar der emotionalen Leere und sehen sich nicht mehr in der Lage, die sie umgebenden Umstände beeinflussen oder gar kontrollieren zu können. Alles erscheint negativ, und selbst in durchaus positiven Ereignissen kann nur noch das Schlechte erkannt werden.

Erste Depression in jungen Jahren

Allzu oft tritt die erste Depression zwischen dem 18. und dem 25. Lebensjahr auf, und rund die Hälfte der Erkrankten entwickelt nach dem Abklingen dieser depressiven Phase in späteren Jahren eine erneute Depression. Frauen haben dabei ein höheres Risiko als Männer, eine Depression zu entwickeln. In der Medizin wird diese Form der affektiven Störung zuerst einmal in zwei wesentliche Kategorien unterteilt. Zum einen in die primäre Depression, deren Ursachen vorrangig auf biologische und psychologische Einflüsse zurückzuführen sind. Bei diesen Faktoren kann es sich neben der Überforderung am Arbeitsplatz oder den Problemen in der Beziehung beispielsweise ebenso um den Tod eines geliebten Menschen handeln. Zum anderen in die sekundäre Depression, deren Entstehung durch ungenügende Hirnzellen-Nahrung, das sogenannte Serotonin, oder aber durch die Gene, die in der Verwandtschaft vererbt werden, verursacht werden kann. Aus eigener Kraft kaum überwindbar, ist bei dieser Form der Depression unbedingt die Behandlung durch einen Psychiater unter Einsatz von Psychopharmakas notwendig. Unter diese Krankheit sind unter anderem die manischen Depressionen einzuordnen, bei denen Hochs und Tiefs sich so schnell abwechseln, dass das soziale Umfeld dies nur selten verstehen oder tolerieren kann.

Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge spielen allerdings auch einfache biologische Vorgänge eine Rolle bei der Entstehung einer solchen psychologischen Krankheit. So wurden beispielsweise bei Patienten, die depressive Phasen haben, Besonderheiten im Aufbau und der Aktivität des Gehirns festgestellt. Die Hirnregionen, welche für die Entwicklung von Zielen und der Entstehung positiver Gefühle zuständig sind, erscheinen weniger stark ausgeprägt als bei nicht depressiven Menschen.

Weiterhin lassen sich Depressionen in leicht, mittelgradig und schwer einteilen. Bei dem, der nur eine einzelne Phase depressiver Beschwerden durchmacht, sprechen die Ärzte von einer depressiven Episode, wohingegen das gehäufte Auftreten als rezidivierende depressive Störung bezeichnet wird. Zwischen diesen Episoden können Monate oder Jahre liegen. Sind die Symptome nicht ausgeprägt genug, um die immer wieder auftretenden depressiven Phasen zu diagnostizieren und zu erkennen, so wird von einer Dysthymie gesprochen. Die Betroffenen weisen zumeist dauerhaft eine Beeinträchtigung ihrer Stimmung auf. Ein einheitlicher Verlauf ist nicht festzulegen.

Die Behandlung erfolgt auf zwei Ebenen, der medizinischen und der psychotherapeutischen. Die medikamentöse Behandlungsweise erfolgt in der Regel zuerst mit Antidepressiva. Hier wird unter anderem mit selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern (SSRI) oder Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmern (SNRI) gearbeitet, welche die Hirnbotenstoffe daran hindern, wieder in die Nervenzellen aufgenommen zu werden.

Antidepressiva wirken nicht augenblicklich

Die positive Wirkung dieser Botenstoffe wird auf diese Weise künstlich verlängert und die Stimmung hebt sich. Da die Wirkung von Antidepressiva jedoch nicht augenblicklich mit der Einnahme eintritt, werden vorerst häufig parallel dazu Benzodiazepine verabreicht, die beruhigend und schlaffördernd wirken.

Bei einer Psychotherapie liegt das Ziel in erster Linie darin, das Leben der Patienten aktiver zu gestalten und ihre negativen Gedanken umzulenken. Wer eine Runde Joggen geht anstatt auf dem Bett zu liegen, der hat auch weniger Gelegenheit zum Grübeln. Desweiteren werden angenehme Tätigkeiten bewusst mit in den Tag integriert, um das allgemeine Befinden zu heben. In Rollenspielen wird soziale Kompetenz trainiert und realistische Vorstellungen vermittelt, welche bei depressiven Menschen häufig nicht mehr bestehen.

Eine sich anschließende Erhaltungstherapie ist unbedingt nötig, um einen Rückfall so gut es geht zu vermeiden. Es sollten also noch über einen längeren Zeitraum die Medikamente eingenommen werden, und der Betroffene sollte in Zusammenarbeit mit seinem behandelnden Arzt Strategien ausarbeiten, um künftig depressive Phasen frühzeitig zu erkennen und zu umgehen. Hierfür ist nicht selten auch eine tiefgreifende Umstellung der Lebensweise nötig.

Tina Oerlecke
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Kernsymptome:

Niedergeschlagenheit, Interessenverlust, Freud- und Antriebslosigkeit sowie zum Teil unerklärliche Aggressivität.

Weitere Symptome sind unter anderem: Schlafstörungen, Selbst­zweifel, Ängste, Konzentrationsstörungen, Appetitlosigkeit, Schuldgefühle, Rückzug aus dem sozialen Umfeld, Hilflosigkeit, Gefühllosigkeit, körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen und Schwindel.

Für eine Diagnose müssen mindestens vier Symptome erkennbar sein, die über einen Zeitraum von mehr als zwei Wochen auftreten. Zwei der vier Symptome müssen zu der Kategorie der Kernsymptome zählen.

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Unsere Gesundheitskolumne entsteht in Zusammenarbeit mit dem Bangkok Hospital Pattaya (BPH). Die Arbeit zu dem hier veröffentlichten Artikel wurde von Dr. Somchai Malasukhum, Psychiater, betreut.

 
 
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